Schwimmverein Wassersportverein feiert 100 Jahre

Sophia Goldner
Ein historisches Foto zeigt die Sportler beim Training am Langen Teich. Foto: WSV/WSV

Vor einem Jahrhundert hat der Badespaß im WSV Selb begonnen. Die Mitglieder feierten das besondere Jubiläum mit einer Wanderung und einem kleinen Fest.

Der Trainer geht am Beckenrand auf und ab. Er beobachtet die Schwimmer, während sie im Wasser ihre Bahnen ziehen. Ab und zu gibt er Hinweise, wie die Sportler ihre Schwimm-Technik verbessern können. In den Pausen quatschen die Vereinsmitglieder fröhlich miteinander. Abschließend ist ein Spiel angesagt: Wasserball.

Sport, Spaß und Gemeinschaft sind die wichtigsten Attribute des Wassersportvereins Selb (WSV). Und diese bewahrt der Schwimmverein nun schon seit 100 Jahren. Zur Jubiläumsfeier würdigten zahlreiche Mitglieder den Selber Traditionsverein mit einer Zeitreise zurück in das Jahr 1922 und einer kleinen Feier im Vereinsheim. Die Zeitreise fand in Form einer Wanderung statt. Ihr Motto: 100 Jahre auf den Spuren des WSV. Dabei besuchten die circa 50 anwesenden Mitglieder alle für den WSV relevanten Orte im Stadtgebiet Selb. Gerd Häußer, erster Vorsitzender des Wassersportvereins, erzählt von dem Ausflug.

Waldbad als erster Trainings-Ort

Treffpunkt der Wanderung war das Waldbad Langer Teich. „Das Waldbad hat der Wassersportverein mitgegründet und dort auch trainiert“, erklärt Häußer. Seitdem ist dort viel passiert. „Ich erinnere mich gerne an die ‚Nacht der 1000 Lichter’ zurück. Im Wasser schwammen leuchtende Lampions und es gab ein Feuerwerk“, schwärmt der Vorsitzende.

Die nächste Station war das alte Vereinsheim hinter dem Reitverein in Stopfersfurth. „Als Ehrenvorsitzender hat Günter Doß erklärt, wieso das Vereinsheim in den 90ern verkauft werden musste“, sagt Häußer. Er fasst zusammen: „Das Gebäude war komplett sanierungsbedürftig. Außerdem wollte der Verein ein Heim, in dem auch übernachtet werden kann. Das alles umzubauen wäre sehr kostspielig gewesen. Der WSV hat sich deswegen dazu entschlossen, ein neues Heim zu kaufen und es in Eigenregie zu renovieren.“

Als nächstes wanderten die Wassersportler von Stopfersfurth aus zum Ort des ehemaligen Hutschenreutherbad. „Das Freibad wurde 1969 eröffnet. Es hatte gegenüber dem Langen Teich einen Vorteil: Das Wasser wurde von der Abwärme der Firma Hutschenreuther beheizt. So konnten die Sportler des WSV im Jahr länger trainieren. Ein Hallenbad gab es zu dieser Zeit noch nicht.“

WSV als Mitgründer des Hallenbads Selb

Dieses gab es laut Häußer erst ab 1972. „Auch an dessen Gründung war der WSV beteiligt.“ Das Selber Hallenbad wurde seitdem zum Hauptveranstaltungort vieler Schwimmveranstaltungen des Vereins. Gerd Häußer nennt das Neujahrsschwimmen, das 24-Stunden-Schwimmen und das Kinderschwimmfest. Letzteres besteht laut ihm schon nahezu so lange wie das Hallenbad selbst. Auf eine Sache sind Gerd Häußer und der ganze Wassersportverein besonders stolz: „Viele Selber haben durch den Wassersportverein Schwimmen gelernt.“

Vom Hallenbad ging es dann direkt weiter zum nächsten historischen Ort: dem Grafenmühlweiher oder auch „Schwanerteich“ genannt. „Der Teich im Herzen Selbs war im Jahr 1922 die erste Wettkampfsstätte des WSV“, sagt Häußer. Es wurde geschwommen, getaucht und Wasserball gespielt. Heute mag man das laut ihm kaum glauben, doch er erklärt: „Damals machte es den Leuten nichts aus, in einem Teich wie dem Schwanerteich zu schwimmen.“

Feier im Vereinsheim

Den letzten Stopp machten die Wassersportler im aktuellen Vereinsheim in der Vielitzer Straße. „Dort saßen wir dann noch gemütlich beisammen und ließen das Jubiläum bei einem Buffet langsam ausklingen. Die Kinder und Jugendlichen veranstalteten im oberen Stockwerk einen Filmeabend. Sie schauten den Pinguin-Film ‚Happy Feet’“, sagt Häußer.

Rückblickend auf die Veranstaltung findet der Vereinsvorsitzende: „Für die Kinder und Jugendlichen waren bei der Wanderung viele neue Informationen dabei. Hingegen haben die älteren Mitglieder vieles aus der Vergangenheit bereits gewusst und schwelgten in Erinnerungen.“ Insgesamt war es laut Gerd Häußer und vielen anderen Wassersportlern eine schöne, gelungene und einem 100. Jubiläum würdige Feier.

 

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