Selb Firmen investieren 18 Millionen Euro

18 Millionen Investition bei fünf Millionen Förderung. Wirtschaftsförderer Rainer Rädel berichtete über die Vorhaben der Selber Unternehmen. Foto: /Florian Miedl

In der Porzellanstadt brummt die Wirtschaft. Rainer Rädel berichtet im Ausschuss von seiner Arbeit im Rathaus und den Vorhaben der Firmen.

Selb - Wie sind die Selber Unternehmen durch die Pandemie gekommen? Welche Themen beschäftigen den neuen Wirtschaftsförderer der Stadt außerdem? Und wie steht es um den Tourismus? Das waren die Themen, mit denen sich der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus in seiner jüngsten Sitzung befasst hat. Der neue Wirtschaftsförderer hatte gut Zahlen mitgebracht.

Für Rainer Rädel, seit 1. Juni Wirtschaftsförderer der Stadt Selb, war es die erste Sitzung im Gremium. „Die Unternehmen konnten Corona besser bewältigen als zu Beginn der Pandemie“, sagte Rädel. Dennoch sei vor allem die erste Hälfte des Jahres noch stark von Corona beeinflusst gewesen. Die Wirtschaftsförderung im Rathaus sei in den zurückliegenden Monaten angesprochen worden, wenn es um Soforthilfen des Bundes ging, um Corona-Tests und anderes. Rädels gute Nachricht: „Die Unternehmen planen, haben den Blick nach vorne gerichtet und treiben große Investitionen voran.“ So habe er aktuell fünf Investitionsförderanträge bearbeitet mit einem Investitionsvolumen von rund 18,2 Millionen Euro und einem beantragten Zuschuss von fünf Millionen Euro. „Das sind schöne Zahlen“, sagte Rainer Rädel.

Vermehrt Tagesgäste

Seit Juni hat der Wirtschaftsförderer 74 Vorgänge betreut, die er in drei Kategorien gliederte: Unternehmenskontakte, Existenzgründungen und Dienstleistungen. Besondere Themen waren die Radonmesspflicht in Unternehmen, Schulungen im Bereich Social Media sowie die Aktualisierung der Immobiliendatenbank und der Unternehmensdatenbank. Der Wirtschaftsförderer blickte kurz auf die Rahmenbedingungen. Die aktuellen Arbeitslosenquote in der Stadt betrage fünf Prozent, was etwa dem Wert von September 2019, also vor Ausbruch der Pandemie, entspreche. 300 Arbeitsstellen in Selb sind laut Rädel unbesetzt. 4638 Einpendler stehen 2684 Auspendlern gegenüber.

Laut Nadja Hochmuth, Leiterin Stadtmarketing und Tourismus, haben die Selber Beherbergungsbetriebe unter der Pandemie gelitten. Verzeichnete die Stadt 2019 noch 41 000 Übernachtungen (gewerbliche Anbieter ab neun Betten), so brachen die Zahlen 2020 komplett ein. Derzeit würden verstärkt Tagesgäste registriert, sagte Nadja Hochmuth.

Gastgeberverzeichnis auf Homepage

An den Radwegen in und um Selb seien neue Hinweistafeln aufgestellt worden. Es gebe neue Radkarten für das Fichtelgebirge allgemein und den Brückenradweg speziell. Wie Hochmuth sagte, wird aktuell die Homepage der Stadt überarbeitet. Im Zuge dessen soll dank einer Kooperation mit der Tourismuszentrale Fichtelgebirge auch deren Gastgeberverzeichnis eingebunden werden. Nadja Hochmuth blickte außerdem zurück auf einige Veranstaltungen, die trotz der Einschränkungen über die Bühne gehen konnten. Darunter die Orange Days, das Selber Sommerwochenende und ein Benefizkonzert. Gut angenommen würden die Einkaufsgutscheine, und eine Internetaktion mit Wiesenfestimpressionen aus den vergangenen Jahren habe sich großer Beliebtheit erfreut.

„Wir haben uns neu aufgestellt“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Um das Stadtmarketing und den Tourismus zu stärken und mehr Zeitkapazität für die Wirtschaftsförderung bereitzustellen, habe man sich entschlossen, einen Wirtschaftsförderer einzustellen. Ausgezahlt habe sich auch schon, dass mit Tina Fischer eine Assistentin für Rädel und Hochmuth bereitstehe.

Willy Neupert (CSU) erkundigte sich nach Erweiterungsmöglichkeiten des Wohnmobilstellplatzes. Die seien gegeben, da sich die Grundstücke am Bach im Besitz der Stadt befänden, sagte Pötzsch. Allerdings müssten erst andere Baustellen beendet werden. G. P.

Autor

 

Bilder