Selb - "Unser Horst" - so nennen Inka und Herbert Lippert augenzwinkernd ihr schönes "Nest" über der Stadt. Dem Ehepaar gehört eine der drei obersten Wohnungen im Hochhaus in der Carl-Netzsch-Straße 1. Die 44 Jahre alte Pharmatechnik-Vertriebsassistentin bei Netzsch und der 54 Jahre alte Maschinenschlosser bei Rosenthal lieben das besondere Lebensgefühl in luftiger Höhe. Dazu zählt der grandiose Ausblick auf den Schneeberg, den Ochsenkopf und den Kornberg ebenso wie auf das viele Grün in der Umgebung. "Auch die Laubfärbung im Herbst sieht von hier oben wunderschön aus", schwärmt Inka Lippert. Ihrem Mann haben es die "gigantischen Sonnenuntergänge" angetan. Er setzt sich auch gebannt hin, wenn starker Wind Regen gegen die Scheiben klatscht, Schneeflocken vor den Fenstern wirbeln oder Fledermäuse, Schwalben und Tauben auf Augenhöhe vorbeifliegen. Das alles sei von hier oben viel intensiver und direkter zu erleben als aus dem Erdgeschoss. Außerdem vermittle die Höhe ein Gefühl von Freiheit: "Es schaut dir keiner rein, du brauchst keine Jalousien." Kleiner Nachteil: Wer bei Wind im achten oder neunten Stock Türen und Fenster offen stehen lässt und Zugluft erzeugt, dem kann "eine Scheibe rausdonnern", musste Inka Lippert feststellen.
Selb Ganz oben im Hochhaus leben
Von Brigitte Gschwendtner 04.10.2013 - 00:00 Uhr