Selb Söder eröffnet Freundschaftswochen

Mit einem Staatsempfang wird Ministerpräsident Söder den Startschuss für die Bayerisch-tschechischen Freundschafswochen geben. Zudem wird der Ministerrat in Selb tagen. Foto: picture alliance/dpa/Matthias Balk

Zum Start am 19. Mai findet ein Staatsempfang im Rosenthal-Theater statt. Zudem wird der bayerische Ministerrat zum ersten Mal in Selb tagen. Geplant sind 81 Veranstaltungen.

Langsam lichtet sich Nebel um die Bayerisch-tschechischen Freundschaftswochen (BTFW) im kommenden Jahr in Selb. Im Stadtrat stellten die Geschäftsführer Pablo Schindelmann und Elisabeth Leurs die aktuelle Planung und den Veranstaltungskalender vor. Die Stadträte ermächtigten Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch einstimmig, diesen Veranstaltungskalender in der Gesellschaftversammlung zu verabschieden.

„Wir wollen Vorfreude wecken und zum Mitfeiern motivieren“, sagte Elisabeth Leurs. Und es gehe genau um das, was der Slogan der Freundschaftswochen ausdrückt: „Gemeinsam. Chancen. Gestalten“. Die Selb 2023 gGmbH als Ausführungsgesellschaft habe 25 Eigenveranstaltungen geplant – von der Eröffnung im Mai bis Mitte August. Start sei natürlich in Selb/Asch, die Veranstaltungen allerdings nicht nur auf Selb begrenzt. Unter dem Dach der Freundschaftswochen werde es insgesamt 81 Veranstaltungen in 28 Orten mit 105 Partnern geben.

Online-Kalender

Leurs ging nicht detailliert auf alle Termine ein, allerdings soll die Webseite mit dem Kalender zum 1. Dezember online gehen. Dort seien dann alle festen Termine zu finden „und es ist noch Platz für weitere Veranstaltungen“. Immerhin solle sich der Kalender dynamisch weiterentwickeln.

Wie die Geschäftsführerin ankündigte, wird der bayerische Ministerrat erstmals in Selb tagen, auch damit sich die Minister ein Bild von den BTFW-Maßnahmen machen können. Zur Eröffnung am 19. Mai 2023 werden dann Ministerpräsident Markus Söder, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und weitere Amtsträger bei einem Staatsempfang im Rosenthal-Theater den offiziellen Startschuss der Freundschaftswochen geben. In der Woche vom 21. bis 28. Mai findet dann die Auftaktveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger statt. Dabei sollen der Grafenmühlweiher in Selb und der Park Kaplan/ka in Asch „stimmungsvoll illuminiert“ werden.

Sport und Natur

Am 3. und 4. Juni soll es im Rosenthal-Park ein Sport-Wochenende mit großem Programm geben, bei dem sich die regionalen Sportvereine vorstellen. Die Woche vom 12. bis 18. Juni steht unter dem Motto „Erlebnisse am Selbbach“, der ja in weiten Teilen renaturiert worden ist.

Vom 23. bis 25. Juni finden die Europatage der Musik statt, die in Kooperation mit dem bayerischen Musikrat organisiert werden und zu denen Leurs etwa 800 Musiker aus Bayern und Tschechien erwartet. Höhepunkt soll ein Festkonzert am 24. Juni sein.

Am 21. Juli ist ein Konzert der Bamberger Symphoniker vorgesehen, ehe am 22. Juli auf dem Goldberg das Open-Air-Konzert „Dancing Friends“ stattfindet, das Leurs als Highlight der BTFW bezeichnete. Der Auftritt der Künstler solle ein Zeichen für ein freundschaftliches Miteinander im Herzen Europas setzen.

Sommerlounge

Am 15. und 16. Juli wird es die Nachhaltigkeitstage geben. Bei dieser Info-Messe sollen verschiedene Akteure aus Bayern und Tschechien Aktionen zum Thema anbieten.

Eine „ Freundschaftstafel“ ist dann in der Woche vom 24. bis 30. Juli vorgesehen: Die gesamte Bevölkerung ist dabei eingeladen, an einer großen Tafel Platz zu nehmen. Beschlossen werden die BTFW dann mit der Sommerlounge Fichtelgebirge.

Grundsätzlich, so Leurs, lebten die Freundschaftswochen von der Beteiligung der Bevölkerung. „Mobilisieren und begeistern wir gemeinsam alle Bürgerinnen und Bürger“, lautet ihr Aufruf. Die Freundschaftswochen machten Selb modern und attraktiv, sagte die Geschäftsführerin weiter. Bislang seien schon über acht Millionen Euro Fördermittel geflossen. Mit den umgesetzten Maßnahmen habe die Stadt enorm an Attraktivität gewonnen – nicht nur als Gastgeber, sondern auch längerfristig.

Zudem müsse Selb – im Gegensatz zu Austragungsorten von Landesgartenschauen – die finanziellen Verlustrisiken nicht alleine stemmen. Beispielsweise sei Schweinfurt aus der Landesgartenschau 2026 ausgestiegen. Bei den Freundschaftswochen in Selb trage dagegen der Freistaat 90 Prozent der Kosten. „Selb kann daher optimistisch und sorglos in die Freundschaftswochen starten.“ Dazu gäben die BTFW dem gemeinsamen Oberzentrum Selb/Asch Perspektive und Kontur.

Besseres Miteinander

Klaus von Stetten, Sprecher der Aktiven Bürger, dankte Leurs und nannte die Freundschaftswochen den „Kick-Off für ein noch besseres Miteinander“. Daneben sei man dem Freistaat natürlich dankbar für die Unterstützung, gerade vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen.

Kai Hammerschmidt (SPD) lobte die „gemeinsame Mission“, fragte aber nach, was genau sich hinter der angekündigten Illuminationen verberge. Leurs antwortete, dass man bei der Ausschreibung bestimmten Regeln unterworfen sei, die Planungen liefen aber auf Hochtouren. Bei der Nachhaltigkeitswoche könne sie sich eine Ausstellung am Grafenmühlweiher vorstellen, wobei man durchaus den Wochenmarkt einbeziehen könne.

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