„Selb Step by Step“ Europan-Sieger liefern Ideen für Brauerei-Areal

Wie sich der Bereich zwischen der Oberen Bergstraße mit dem Gelände der früheren „Bürgerbräu“ (Bildmitte) und der sich anschließenden Lorenz-Hutschenreuther-Straße entwickeln könnte, haben die Architekten Inigo Cornago Bonal und Claudia Sánchez Fernández untersucht. Foto:  

Zwei spanische Architekten entwickeln Anregungen für den Bereich Oberere Berg- und Lorenz-Hutschenreuther-Straße. Daraus sollen nun Grundlagen für eine Realisierung entstehen.

Selb - Auch die fünfte Teilnahme an einem Europan-Wettbewerb hat sich für die Stadt Selb gelohnt. Wie Bauamtsleiter Helmut Resch in der Stadtratssitzung mitteilte, gingen bei dem Wettbewerb, der 2021 unter dem Motto „Living Cities – Lebendige Städte“ stand, zwölf Arbeiten von Teilnehmern aus Italien, Spanien, Deutschland und den Niederlanden ein. Sie hatten Ideen für den Bereich entlang der Lorenz-Hutschenreuther- und der Oberen Bergstraße inklusive des Geländes der früheren „Bürgerbräu“ entwickelt. Gewonnen hat das spanische Architekten-Team Iñigo Cornago Bonal und Claudia Sánchez Fernández. Auf Grundlage ihres Siegerentwurfes „Selb Step by Step“ soll nun ihm Frühjahr ein Workshop stattfinden, in dem Grundlagen für eine spätere Realisierung geschaffen werden sollen.

Bereits 2007, 2011, 2015 und 2019 hatte sich Selb an dem Europan-Wettbewerb beteiligt. Das Jugend- und Kulturzentrum und auch das Haus der Tagesmütter gehen auf diese Wettbewerbe zurück. Ziel des aktuellen Wettbewerbs Europan 16 war es, Ideen für vernachlässigte, brachliegende, leere oder monofunktionale Standorte, Quartiere oder Viertel zu finden und sie wieder zu lebendigen, integrativen und durchmischten Vierteln zu machen. Im April 2020 hatte der Ferienausschuss die fünfte Teilnahme beschlossen. Laut Resch war Selb eine von fünf deutschen Städten, die sich beteiligten. Insgesamt 126 Teilnehmer aus 18 Ländern reichten für die fünf deutschen Standorte Arbeiten ein.

Zwölf Arbeiten

Über die zwölf für Selb eingereichten Arbeiten entschied Ende November eine hochkarätig besetzte Experten-Jury, berichtete der Bauamtsleiter. Die Arbeit „Selb Step by Step“ habe mit ihren Vorschlägen für eine bessere Anbindung des Wettbewerbsgebietes an die Innenstadt und einer gleichzeitigen Erhöhung der ökologischen Nachhaltigkeit überzeugt. Demnach stelle der Siegerentwurf ein schlüssiges städtebauliches Konzept dar, das eine überzeugende Antwort für die innerstädtische Entwicklung von Kleinstädten im Strukturwandel liefere.

Dem Vorschlag, eine Workshop-Reihe mit den Gewinnern zu organisieren, stimmte der Stadtrat zu. Die Kosten dafür werden von Europan Deutschland übernommen.

Wohnbebauung

Zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel (CSU) lobte den Entwurf: Es sei wichtig, an dieser Stelle städtebaulich einzugreifen und eine Wohnbebauung auf dem Brauerei-Gelände zu etablieren. Zu Hentschels Frage nach dem zeitlichen Ablauf sagte Resch, dass in den Workshops innerhalb eines halben Jahres ein Konzept mit konkreten Projekten vorbereitet werden soll, das dann wieder dem Stadtrat vorgelegt wird. Dann komme es darauf an, wie schnell die Gebäude verfügbar sind und wer eine mögliche Bebauung realisiert. Ähnlich wie im Paul-Müller-Weg könnten dies durchaus private Investoren angehen.

Walter Wejmelka (SPD) merkte an, dass auch die Luitpoldschule zu dem Gebiet gehöre und es damit einen direkten Bezug zum Schulgarten und dessen maroder Stützmauer zur Pfaffenleithe hin gebe. Er fragte, ob dort Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Europan-Umsetzung möglich seien. Resch antwortete, dass das noch zu erarbeitende Konzept die Grundlage für Förderungen sei. Deswegen könne es durchaus ein Türöffner für eine Bezuschussung sein.

Autor

 

Bilder