Selber Wirtschaftsförderer Rainer Rädel: Standort Selb bleibt weiter stark

Premiere bei der Bürgerversammlung im Rosenthal-Theater : Wirtschaftsförderer Rainer Rädel. Foto: /Florian Miedl

Wirtschaftsförderer Rainer Rädel und Marketing-Chefin Nadja Hochmuth stellen die Chancen in Wirtschaft und Tourismus vor. Die Aussichten sind weiterhin gut.

Selb - Eine Premiere mit sehr erfreulichen Zahlen hat der neue Wirtschaftsförderer der Stadt Selb, Rainer Rädel, bei der Bürgerversammlung hingelegt: Rein statistisch gesehen, steht der Wirtschaftsstandort Selb momentan besser da als im vergangenen Jahr.

Rädel, der im Juni die Wirtschaftsförderung der Stadt übernommen hat, kann auf reichlich Erfahrung setzen. Fünf Jahre war er beim Landkreis in gleicher Funktion tätig. Unerlässlich ist für ihn nach eigener Aussage der enge Kontakt zu Firmen und Verbänden, zu Existenzgründern, Ansiedlungswilligen und alteingesessenen Unternehmen.

Natürlich habe Corona große Auswirkungen auch und gerade auf die Wirtschaft. So habe er viele Anfragen in Sachen Corona-Hilfen, Entschädigungen oder Testmöglichkeiten bearbeitet. „Nichtsdestotrotz richtet die Wirtschaft den Blick nach vorne“, sagte Rädel. So stimme die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen durchaus optimistisch. Im Oktober 2021 lag die Arbeitslosenquote nach seinen Worten bei 4,6 Prozent, im September bei 5,0 Prozent. Zum Vergleich: Im Oktober 2020 betrug die Arbeitslosenquote 5,3 Prozent, im Oktober 2019 bei 5,0 Prozent. „Wir sind also trotz Corona wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie.“

315 freie Stellen

In nackten Zahlen bedeutet das: Zurzeit sind 575 Menschen ohne Arbeit, gleichzeitig gibt es 315 freie Arbeitsplätze. „Und der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften ist da“, bilanziert Rädel.

Das zeige sich auch an der Pendlerstatistik: Aktuell kommen jeden Tag 4638 Arbeitnehmer nach Selb, gleichzeitig pendeln 2684 Selber in andere Städte zur Arbeit. Das ergibt ein positives Saldo von 1954 Frauen und Männern, die jeden Tag zur Arbeit in die Porzellanstadt fahren. Diese Entwicklung habe sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich fortgesetzt: „Der Wirtschaftsstandort Selb ist attraktiv.“

Große Investitionen

Und es habe in der jüngeren Vergangenheit große Investitionen gegeben, sagte Rädel: So die neue Logistikhalle der Netzsch-Gruppe in der Breslauer Straße oder die anstehende Erweiterung des Europäischen Zentrums für Dispersionstechnologien (EZD), aber auch neue Entwicklungen in der Innenstadt. Der Wirtschaftsförderer erwähnte als Beispiel das neue Café „S’ Hatzel“, das Kerstin und Jörg Schmidling gerade mit großem Engagement umbauten. Laut Rädel ist die Eröffnung für das erste Adventswochenende geplant.

Im Bereich Investitions- und Regionalförderung seien zusätzlich zurzeit fünf Förderanträge in Bearbeitung. Zusammen haben sie nach Angaben Rädels ein Investitionsvolumen von 18,2 Millionen Euro – und dies bei einem beantragten Investitionszuschuss von 5,13 Millionen Euro.

54 Firmenbesuche

Daneben habe die Wirtschaftsförderung 54 Firmenbesuche und -kontakte zu verbuchen, dazu zehn Existenzgründerberatungen und 26 Immobilienanfragen. Grundsätzlich gebe es ein verstärktes Interesse an Existenzgründungen, bei denen man natürlich gerne helfe. Auch mit dem Landkreis arbeite die Selber Wirtschaftsförderung eng mit dem Landkreis zusammen. So werde die Leerstandsdatenbank gerade überarbeitet.

Für das seit Juni eigenständige Amt für Stadtmarketing und Tourismus legte Nadja Hochmuth die Bilanz vor. Im Mittelpunkt stünden natürlich die zielgerichtete Vermarktung und Attraktivitätssteigerung der Stadt. Und da Selb jetzt Hochschulstadt sei, ergäben sich ganz neue Bedingungen. So könne man die Designkompetenz weiter entwickeln und vermarkten, zumal auf dem Gelände des früheren Hutschenreuther-Werkes B ein De-signkampus entstehen werde.

Daneben gewinne der Radtourismus immer mehr an Bedeutung. Und dabei wolle sich die Radregion Fichtelgebirge natürlich vielseitig präsentieren, so etwa mit den neuen Hinweisschildern oder der neuen Radkarte. Immerhin gebe es mit dem Brücken- und dem Perlenradweg, der Anbindung an den Egerradweg und der Verbindung nach Silberbach sehr gute Möglichkeiten. Hochmuth verwies auch auf die Radboxen mit Ladestationen für E-Bikes. Im Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale Fichtelgebirge habe man auch das Gastgeberverzeichnis angepasst und aktualisiert. Zudem vermarkte sich die Stadt über eigene Werbeartikel, wie etwa die neuen Caps, die in der Tourist-Info im „Goldenen Löwen“ angeboten würden.

Gastgeberverzeichnis

Zwar hätten im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen corona-bedingt abgesagt werden müssen, dennoch habe es erfolgreiche Events gegeben. So etwa die virtuelle Ausbildungsmesse, das Selber Sommer-Wochenende, das Benefiz-Konzert, bei dem 15 000 Euro für die Flutopfer zusammenkamen, sowie jüngst der Wintermarkt samt verkaufsoffenem Sonntag. Gut angenommen werde auch der Selber Wochenmarkt, sowohl von den Besuchern als auch von den Anbietern.

Ganz besonders hob Nadja Hochmuth die gute Zusammenarbeit mit dem Forum „Selb erleben“ bei Aktionen und Werbung hervor. So seien jetzt zum Weihnachtsmarkt wieder die Aktion „Selber helfen Selbern“, ein Kinderkino und ein Weihnachtsquiz geplant.

Auch engagiere sich die Stadt Selb in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, so etwa mit der Einführung eines Recup-Systems und als Fair-Trade-Stadt. Foto: Florian Miedl

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