Selbitz - Mit dem Schulbeginn sind die Abc-Schützen an den Grundschulen im Altlandkreis Naila nicht nur in einen neuen Lebensabschnitt gestartet: Mit dem ersten Schultag beginnt auch die aktive und regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr. Was Erwachsene längst verinnerlicht haben, müssen Kinder erst durch viel Übung erlernen: sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Deshalb stattete in den ersten Schultagen Verkehrserzieher Udo Mertens von der Polizeiinspektion Naila den Erstklässlern an allen Grundschulen im Altlandkreis Naila zum praxisbezogenen Schulwegtraining einen Besuch ab, da an jedem Schulstandort die Situation im realen Verkehr für die Kinder anders ist. Ganz neu sind die Verkehrsregeln und Verhaltensweisen den Mädchen und Jungen nicht, denn der Verkehrserzieher besuchte bereits im zu Ende gegangenen Kita-Jahr die Vorschulkinder, erklärte und übte mit ihnen im Gruppenzimmer die wichtigen Regeln für den Schulweg. Nun also stand das Wiedersehen mit Wiederholen und Üben im "echten" Straßenverkehr auf dem Plan. Nach einer Übung ging es in den "Realverkehr". Die Selbitzer Grundschüler können nicht nur eine Fußgängerampel und einen Übergang nutzen, ihnen stehen Schulweghelfer zur Seite - für die Querung der vielbefahrenen Bahnhofsstraße auf Höhe der Apotheke. Mit der Dienstausrüstung - leuchtend gelber Jacke und Warnkelle - erwarteten Petra Burkel und Iris Fischer die Erstklässler, um sie über die Straße zu führen. Das Überqueren erfolgt in drei Etappen. Eine der Schulweghelferinnen steht auch jeden Morgen in der Zeit von 7.45 Uhr bis 8.10 Uhr am Übergang und begleitet die Kinder über die stark frequentierte Durchgangsstraße. Udo Mertens schärft den Kinder ein, immer "links, rechts, links" zu schauen, bevor sie die Straße betreten und diese unbedingt auf den kürzesten Weg zu überqueren, zügig, aber ohne zu rennen. Das klappt gut, also marschiert die Klasse hinauf zum Übergang. Noch einmal erklärende und mahnende Worte vom Verkehrserzieher: Dann übernehmen die Schulweghelfer Petra Burkel und Iris Fischer das Zepter und führen die Gruppen. Sie betreten die Straße und stellen sich mit den Rücken zum Übergang, die Warnkelle heben sie nicht wie die Polizisten nach oben, sondern seitwärts. Die Kellen haben die Aufschrift "Halt Kinder". Die knallgelbe Jacke hat Signalwirkung. Die Autos fahren langsam heran und erst wenn diese halten, führt die Schulweghelferin die Kinder sicher über die Straße. Dabei warten die Kinder immer auf den sicheren Verkehrsinseln bis die Gruppe aufgeschlossen hat. Erst dann geht es gemeinsam weiter. Auch hier zügig, aber ohne zu rennen. Schulweghelfer werden immer gesucht. Auch die Selbitzer Schulweghelferinnen Petra Burkel und Iris Fischer könnten Verstärkung brauchen. Diese Aufgabe können Eltern, Großeltern oder andere Erwachsene übernehmen, die sich als Schulweghelfer engagieren wollen. Sie müssen zuverlässig sein, also auch bei Regen und Schnee raus und das immer in der Zeit vor dem Unterrichtsbeginn und je nach Unterrichtsschluss, um die Mittagszeit nochmal. Es gibt eine Ausstattung von der Polizei sowie von der Stadt oder Gemeinde eine Aufwandsentschädigung.
Selbitz Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Sandra Hüttner 14.09.2017 - 19:15 Uhr