„Sie predigen. Sie verurteilen andere. Sie demonstrieren moralische Überlegenheit. Doch sie tun genau das Gegenteil“, wetterte die „Bangkok Post“. Stattdessen sollten sich die Geistlichen fragen, warum sie ins Kloster gegangen sind: „War es für spirituelles Training oder um die soziale Leiter zu erklimmen und durch die safranfarbene Robe Reichtum und Macht zu erlangen?“
König schaltet sich ein
Landesweit gibt es mehr als 40.000 buddhistische Tempel. Ranghohe Mönche erhalten von der Regierung ein monatliches Gehalt, Nittayaphat genannt. Die Summe richtet sich nach dem Dienstalter und dem Rang im Kloster und liegt zwischen etwa 65 und 900 Euro. Die tief gläubigen Thais spenden aber zusätzlich jährlich Milliarden Euro an die Tempel. Was damit geschieht, ist wegen ziemlich mangelhafter Buchführung kaum nachzuvollziehen.
In den Skandal hat sich mittlerweile auch König Maha Vajiralongkorn eingeschaltet. Anlässlich seines Geburtstags am 28. Juli werde er dieses Mal keine neuen monastischen Titel verleihen, teilte er mit. Auch werde er insgesamt 81 monastische Titel, die bereits an Geistliche verliehen wurden, widerrufen.
Regierung kündigt Maßnahmen an
Ob die betroffenen Mönche direkt in den Fall verwickelt sind, war zunächst unklar. Der König sprach von Straftaten, „die schwere Verstöße gegen die klösterliche Disziplin darstellen“ und betonte: „Ihre Handlungen haben in der buddhistischen Gemeinschaft weit verbreitete Bestürzung und seelische Belastung ausgelöst“.
Auch die Regierung hat Maßnahmen angekündigt. Regierungssprecher Jirayu Houngsub erklärte, dass die bestehenden Gesetze, insbesondere was die Transparenz von Tempelfinanzen betrifft, überprüft und verschärft werden sollen, um das Vertrauen in den Buddhismus wiederherzustellen. „Wir werden Mönche im ganzen Land überprüfen“, sagte er. Er sei überzeugt, dass die Untersuchungen einen Welleneffekt auslösen und letztlich zu dringend nötigen Veränderungen führen werden.