Sie sind gefragt Die Sportflops des Jahres 2022

Nicht für alle lief das vergangene Sportjahr erfolgreich, einige hatten mit Fehlschlägen zu kämpfen. Nicht überall passte Anspruch und Wirklichkeit zusammen. Wer hat Sie in 2022 am meisten enttäuscht? Stimmen Sie ab.

Die Frankenpost-Sportredaktion hat sich nach langen Debatten auf vier Verlierer des Sportjahres einigen können. Aus diesen können Sie Ihren persönlichen Sportflop des Jahres wählen. Unterhalb der Abstimmung finden Sie eine Einordnung zu jedem Verlierer. 

Nach der Werbung weiterlesen

 

SpVgg Bayern Hof: Der schleichende Niedergang der Hofer Bayern setzt  sich unaufhaltsam fort. Nachdem die SpVgg in der im Sommer endenden Spielzeit 2021/2022 noch über dem ominösen Strich ins Ziel kam, schien ihr anfangs der laufenden Runde völlig die Puste zu fehlen. Nach zehn Spieltagen war der Traditionsverein noch immer ohne einen einzigen Sieg in der Bayernliga. Das Rennen schien schon vorbei, bevor es richtig los ging.  Am achten Spieltag wurde Perparim Gashi von Mikhail Sajaia als Cheftrainer ersetzt, der sportliche Leiter Fulvio Bifano trat nach großer Kritik an seiner Personalpolitik zurück. Dass der Kader  definitiv Qualität hat, zeigte  er mit vier Siegen bis zur Winterpause. „Mika hat dem Team schnell Struktur verliehen und es gefestigt. Der Trainerwechsel war der richtige Schritt“, sagt Schubert. Die Relegation droht trotzdem.

Auch abseits des Platzes gehört Hof zu den Verlierern: Nur 333 Zuschauer besuchten im Schnitt die Grüne Au, der bisherige Tiefstwert aus der Vorserie (374) wird damit nochmals unterboten. Immerhin: Hofs Heimspielstätte soll aufwendig saniert werden. Die Stadt bekommt als Eigentümerin rund 4,6 Millionen Euro vom Bund gefördert, muss aber selbst etwa 1,5 Millionen Euro aufbringen. 

Kickers Selb: Wer hoch steigt, fällt tief. Das haben auch die Kickers Selb im Jahr 2022 schmerzlich erfahren müssen. Nach dem rasanten Aufstieg des erst vor sieben Jahren gegründeten Vereins, geht es nun mindestens eben so steil wieder hinab. In nur vier Spielzeiten hatten es die Kickers  bis in die Landesliga geschafft, wurden in jeder dieser Spielzeiten Meister.

Am anderen Ende der Tabelle fand sich der Verein allerdings in der laufenden Saison wieder. Als abgeschlagener Tabellenletzter –  Martin Damrot schmiss nach dem 0:4-Derbydebakel in Münchberg schon früh das Handtuch –  schrieben die Kickers sportlich schon nur Negativschlagzeilen. Spätestens nach dem unerwarteten Rückzug aus der Landesliga dann auch abseits des Platzes. Wettbewerbsverzerrung wirft  ihnen beispielsweise Andreas Lang vom nun ehemaligen Ligakonkurrenten FC Vorwärts Röslau vor.  Ein finanzieller Engpass habe letztlich für den Kollaps gesorgt. Die Verantwortung dafür wollen weder die aktuelle Vorstandschaft noch die frühere Führungsriege um Stefan Specht und Jakob Schleicher übernehmen. 
Ob die geplante Fusion mit der SpVgg Selb 13 eintritt, bleibt im Moment ebenso fraglich. 

Hof Jokers: Das Jubiläumsjahr hatten sie sich  sicher anders vorgestellt – zumindest aus sportlicher Sicht. Seit 30 Jahren gibt es die Jokers nun in Hof. Ob eine weitere Saison in der Bayernliga dazukommt, ist jedoch derzeit noch völlig offen. Fest steht nur: Die Violetten sind nach Ende der Saison als Tabellenletzter abgestiegen. Im  finalen Showdown in Bamberg führten die Hofer zwar sogar in der Verlängerung –  ein Sieg hätten den Klassenerhalt bedeutet –  verloren dann aber doch noch. Da der Verband eine Umstrukturierung der Ligen plant, ist allerdings nicht  sicher, dass die Jokers auch wirklich den bitteren Gang in die Landesliga antreten müssen. 

Trotzdem zählen die Hofer zu den Verlierern. Kein einziges Spiel gewannen sie in einer mehr als verkorksten Spielzeit, erzielten dabei nur mickrige 39 Punkte (weniger als fünf pro Partie). Die Offensive kam nach dem Abgang des langjährigen Quarterbacks Emir Dzenanovic  nie wirklich in Tritt. In der Hälfte aller Matches blieben die Hofer sogar gänzlich ohne eigene Punkte (zu einem Spiel sind sie nicht angetreten) – die Höchststrafe  im Football. Hoffnung gibt wenigstens der Blick in die Zukunft: Die Nachwuchsabteilung der Jokers sorgte beim Finale der American-Football-Verbandsliga als Drittplatzierte für Furore.

Der Hallenfußball: Satte 25 Prozent weniger Anmeldungen bei der Hallenkreismeisterschaft im Spielkreis Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel im Vergleich zum Jahr 2020. Davon berichtete der zuständige Spielleiter Stefan Wühr schon im November. Auch beim prestigeträchtigen Hochfrankenturnier gehen nicht wie üblich zwölf Mannschaften, sondern derer nur acht an den Start. Zwei Jahre coronabedingte Pause fordern nun ihren Tribut.

Auch in anderen Spielkreisen ist dieser Abwärtstrend des Hallenfußballs eindeutig zu erkennen. Beliebt war er auch schon vor der Pandemie nicht bei allen. Viele Spieler  gönnen sich und ihren Familien zum Jahreswechsel gerne ein wenig fußballfreie Zeit, von der es im restlichen Jahr ja nicht allzu viel gibt. Trainer und Verantwortliche fürchten bei jedem Zweikampf um die Gesundheit jener Kicker, die dort im Einsatz sind. Schließlich wird der Erfolg einer Spielzeit am Resultat auf dem grünen Rasen gemessen und nicht nach Turniersiegen auf dem harten Hallenboden. Einen gewissen Charme hat der Hallenfußball, ob nun in seiner klassischen Form oder als Futsalvariante, natürlich trotzdem. Nach der zweijährigen Zwangspause lässt sich aber festhalten: Der Hallenfußball gehört zu den Verlierern. 

Sie hat ein anderes Team/ein anderer Sportler/eine Sportart mehr enttäuscht? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an sportredaktion@frankenpost.de.