Sieg gegen Landshut Wölfe-Party zum Jahresausklang

Die Selber feiern in der DEL2 am Freitagabend vor 2600 Zuschauern einen wichtigen 5:2-Sieg über den EV Landshut. Torwart Michel Weidekamp überragt nicht nur zwischen den Pfosten, sondern holt sich auch noch einen Assist.

Erfolgreicher Jahresabschluss für die Wölfe: Mit einem 5:2 (3:0, 0:1, 2:1)-Sieg über den EV Landshut sicherten sich die Wölfe am Freitagabend nicht nur drei ganz wichtige Punkte im Kampf um die (Pre-)Playoffs, auch die Zuschauerzahl dürfte den Verantwortlichen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Nach zuletzt doch einigen enttäuschenden Kulissen waren es einen Tag vor Silvester 2600 Besucher, die in die Netzsch-Arena gepilgert sind. Und die sahen ein furioses erstes Drittel, in denen die Wölfe den Grundstein zum späteren Erfolg legten. „Wir haben heute den unbedingten Willen der Mannschaft gesehen“, lobte Trainer Sergej Waßmiller. „Wir wollten auch den Fans etwas zurückgeben nach dem Ravensburg-Spiel.“

Während bei den Wölfen erneut Michel Weidekamp im Tor stand – Bitzer soll nach seiner Verletzung wohl nächste Woche wieder ins Training einsteigen können –, nahm Gästetrainer Heiko Vogler eine überraschende Änderung vor. Er verzichtete zugunsten eines vierten Kontingentstürmers auf den erst vor zwei Wochen verpflichteten slowenischen Nationaltorhüter Lukas Gracnar. Für ihn stand der langjährige Straubinger DEL-Keeper Sebastian Vogl wieder zwischen den Pfosten. Und der hätte sich sein Comeback in den ersten 20 Minuten wohl anders vorgestellt. Nach einem munteren Auftakt mit Möglichkeiten auf beiden Seiten fiel in eine kleine Drangphase der Gäste die Selber Führung. Wölfe-Topscorer Nick Miglio „klaute“ an der blauen Linie des eigenen Drittels dem Landshuter Samir Kharboutli – er wird schon längere Zeit nach Selb gerüchtet – die Scheibe, zündete den Turbo und tunnelte Vogl (5.).

Nur zwei Minuten später behielt Lukas Vantuch hinter dem Tor die Übersicht, bediente Daniel Schwamberger – 2:0. Und erneut Schwamberger hatte nur 60 Sekunden später sogar den dritten Treffer auf dem Schläger, konnte sich aber nicht zwischen einem Schuss und einem Abspiel entscheiden. Die viel gescholtene Landshuter Defensive schwamm auch an diesem Freitag beträchtlich. Offensiv ließen die Niederbayern ihre Stärken immer wieder mal aufblitzen. Effektiver blieben aber die Wölfe. Im zweiten Powerplay war es Peter Trska, der die Scheibe zum 3:0 ins Netz hämmerte (14.).

Dass es bis zur ersten Pause bei diesem Spielstand blieb, war vor allem Weidekamp zu verdanken, der in der 18. Minute mit viel Geschick und auch etwas Glück bei vier Landshuter Abschlüssen kurz hintereinander einen Gegentreffer vereitelte. Dass aber ein 3:0 kein Ruhekissen gegen Landshut ist, diese Erfahrung mussten die Wölfe in dieser Saison schon zweimal machen, einmal reichte selbst ein 4:0 nicht.

Die Gäste arbeiteten im zweiten Drittel weiter vehement am Anschlusstreffer. Lange hielt das Selber Bollwerk dem Druck stand, in der 35. Minute musste sich der bis dahin überragende Weidekamp aber doch geschlagen geben. Die Schiedsrichter bemühten zwar zunächst den Videobeweis, dann aber stand das 3:1 auch offiziell am Würfel. Die Wölfe taten sich während der gesamten zweiten 20 Minuten schwer, selbst konstruktive Offensivaktionen zu fahren und durften sich über die Zwei-Tore-Führung zur zweiten Pause recht glücklich schätzen.

Die Hausherren wussten natürlich aus den ersten beiden Saisonvergleichen, dass ihnen noch 20 schwere Minuten bevorstehen würden. Sie hielten die Landshuter aber mit großem Kämpferherz weitgehend in Schach, überzeugten in der Defensive, hatten Glück bei einem Lattentreffer, setzten aber auch selbst wieder einige Nadelstiche. Wie den von Mark McNeill in der 49. Minute, als sich der Kanadier nach erneuter Vantuch-Vorarbeit klasse durchgesetzt und mit dem 4:1 die Nerven der Anhänger wieder etwas beruhigt hat. Doch Landshut wollte sich noch lange nicht geschlagen geben und kam vier Minuten später wieder auf 4:2 heran. Die Niederbayern versuchten noch einmal alles, Selb ließ aber nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil: 100 Sekunden vor der Schlusssirene traf erneut McNeill aus dem eigenen Drittel ins mittlerweile verwaiste Landshuter Tor zum 5:2. Und bei diesem Treffer durfte der überragende Weidekamp auch noch über einen Assistpunkt jubeln.

Selber Wölfe: Weidekamp (Spiewok) – Trska, Lavallée, Kania, Reddick, Fern, Flade, Schaaf – Schwamberger, Vantuch, McNeill, Miglio, Kruminsch, Naumann, Woltmann, Deeg, Hammerbauer, Silbermann, Noack, Klughardt.

EV Landshut: Vogl (Engler) – Schwarz, Eberhardt, Pageau, Pavlu, Brückner, Stowasser; Cameron, McLellan, Pfleger, Mayenschein, Doremus, Valenti, Mühlbauer, Forster, Kornelli, Kharboutli, Baßler.

Schiedsrichter: Haupt/Steinecke. – Zuschauer: 2589. – Tore: 5. Min. Miglio 1:0, 7. Min. Schwamberger (Vantuch, Trska), 14. Min. Trksa (Vantuch, Schwamberger; 5-4) 3:0, 35. Min. Doremus ( Schwarz, Pageau) 3:1, 49. Min. McNeill (Vantuch) 4:1, 53. Min. Mühlbauer (Baßler) 4:2, 59. Min. McNeill (Weidekamp; eng) 5:2. – Strafminuten: Selb 8, Landshut 8.

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