Mit Skepsis und Begeisterung Hofer Eistech: Bürger schauen sich Baustelle an

Über 60 Bürger haben am Freitagnachmittag die Baustelle der Freizeitanlage am Eisteich besichtigt. Die Skateranlage stößt bei manchen auf Skepsis.

Hof - Die Gelegenheit, mit Oberbürgermeisterin Eva Döhla die Baustelle für das generationenübergreifende Sport- und Freizeitareal am Eisteich zu begehen, haben am Freitag über 60 Anwohner und Interessierte genutzt. Bei zwei Terminen hintereinander konnten sich die Besucher auf dem Areal nach Lust und Laune umschauen; außerdem konnten sie die Pläne für das Projekt studieren und sich von den beteiligten Experten informieren lassen. Da das Vorhaben, wie berichtet, von Anwohnern nicht unbedingt mit Begeisterung aufgenommen wird, waren auch kritische Stimmen zu hören, die teils recht emotional vorgebracht wurden.

In ihrer Begrüßungsrede sagte Oberbürgermeisterin Eva Döhla, das Projekt sei auch der Versuch, verschiedene Teile der Stadt zu verbinden. Es solle ein kleines Zentrum im Grünen entstehen, das nicht nur für Skater gedacht sei, sondern für alle Besucher „von null bis 99“, die hier Sport treiben, aber auch einfach nur verweilen und zusehen könnten.

Ulf Glänzer, Landschaftsarchitekt der Firma Landskate GmbH in Köln, erläuterte den Plan für die Gesamtanlage. Neben der Skateranlage, die das zentrale Element darstelle, gebe es zwei Fahrrad-Parcours: einen großen für erfahrene Radler und einen kleinen für Anfänger. Die Skateranlage sei so aufgebaut, dass sie verschiedene Arten des Skatens ermögliche. Auch hier gebe es einen Teilbereich für Anfänger. Da die Anlage die Schwerpunkte Sport und Gemeinschaft verkörpere, sei sie umgeben von verschiedenen Aufenthaltsbereichen, zum Beispiel für Eltern, die ihren Kindern zuschauen wollen.

Diplom-Ingenieur Sören Gau von der Firma Seecon Ingenieure GmbH Erfurt ging auf den Bereich zwischen Skateranlage und Saale ein. Hier führe künftig eine Promenade entlang, die Teil eines Rundweges um die gesamte Anlage sein werde. An der Saale werde man Sitzgelegenheiten einrichten und einen barrierefreien Zugang zum Wasser bauen. Auch an einen Multifunktionsbereich mit Basketball und Eisstockschießen sei gedacht. Wichtig sei es den Planern, dass alles offen und gut erreichbar werde und zum Wohlfühlen und Kommunizieren einlade.

Naturnaher Teich

Der Eisteich werde komplett erneuert und zu einem naturnahen Teich mit Strand und Sitzgelegenheiten umgebaut. Auch auf den Rasenflächen solle es Sitzgelegenheiten geben.

Wesentlich weniger harmonisch klang es dann, als erste Anwohner das Wort ergriffen. „Diese ganzen Ausführungen interessieren uns nicht“, rief ein Mann. Es wäre besser gewesen, einen Lautsprecher aufzustellen und damit vorzuführen, wie eine Skateranlage in Aktion klinge. Ein anderer fragte ironisch, was passiere, wenn die Anlage einfach zu laut werde: „Reißen wir sie dann wieder ab?“ Auch die Frage nach einer Beleuchtung wurde gestellt, die bejaht wurde. Die darauf folgende Befürchtung des Anwohners: „Also kommt es zur Dauerbeschallung Tag und Nacht.“

Große Sorge, dass sie sogar wegziehen muss, weil es einfach zu laut wird, macht sich die Anwohnerin Corina Konrad im Gespräch mit der Frankenpost. Aus Erfahrung wisse sie, wie weit und laut die Fahrgeräusche von Skatern schallen. „Sogar bis hoch zum Labyrinthturm habe ich das mal gehört“, erzählt sie und spricht von Skatern im östlichen Bereich des Lettenbachsees. Corina Konrad rechnet damit, dass wegen der Skateranlage auch regelmäßig die Polizei wird anrücken müssen. „Aber man ist dem halt mehr oder weniger ausgeliefert“, resigniert sie. Die Anwohner, die sie kenne, ließen es daher einfach auf sich zukommen.

Feste Öffnungszeiten

Oberbürgermeisterin Eva Döhla und die Planer bemühten sich, die Bedenken der Anwesenden zu zerstreuen. Es gebe feste Öffnungszeiten und einen Plan, wie alles reguliert werde – im Fall der Fälle, zum Beispiel bei Partys, auch mit der Polizei. Wie es wirklich einmal sein werde, könne man jetzt aber noch nicht wissen und folglich auch nicht simulieren. Sogenannte Smooth-Übergänge der Anlage würden aber verhindern, dass es zu laut werde.

Eva Döhla machte auch deutlich, dass das Projekt Folgen haben werde, die sich nicht abmildern ließen, zum Beispiel beim Verkehrsaufkommen. „Es wird hier bestimmt nicht mehr so sein wie jetzt“, sagte sie. „Wo mehr los ist, ist auch mehr Verkehr.“ Sollte dann auch mehr gerast werden, was Anwohner befürchten, wolle man dem unter anderem mit mehr Messgeräten entgegentreten. „Probleme entstehen dann, wenn Leute sich nicht an die Regeln halten“, betonte sie. Die Oberbürgermeisterin schloss mit einem positiven Aspekt: „Wenn alles fertig ist, wird es auf dem ganzen Areal nicht eine schäbige Ecke mehr geben.“

 

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