Sonderaktion Vor der Disco ab zum Impfen

Gut 20 junge Leute nutzen das Angebot vor der „Susi“ in Weißenstadt. Das BRK hat viele Dosen Impfstoff dabei. Im Club herrscht Spitzen-Stimmung.

Weißenstadt - Nach knapp eineinhalb Jahren coronabedingter Zwangspause darf seit vergangenem Freitag in der Diskothek „Susi“ wieder gefeiert werden – und zwar ohne Abstand und Maske. Zu dieser Gelegenheit startete das Impfzentrum, betrieben vom BRK-Kreisverband Wunsiedel, eine Sonderimpfaktion vor dem Club in Weißenstadt.

Um 20.30 Uhr ist das Impfteam des BRK bereit, auf dem Parkplatz vor der Diskothek Impfdosen zu verteilen. Regina Erdmann, Leiterin des Impfzentrums Wunsiedel, erklärt den Hintergrund der Sonderimpfaktion: „Wir wollten ausprobieren, ob sich die jüngere Generation bei einem solchen Angebot außerhalb der Betriebszeit mehr angesprochen fühlt. Außerdem ist es bei dem ,Shake that Opening’ der Susi möglich, viele Zielgruppen auf einmal zu erreichen. Denn die meisten Ungeimpften sind zwischen     25 ­­       und     40     Jahre     alt.“

15 Leute in erster halben Stunde

Schon eine halbe Stunde nach Start haben sich laut der Leiterin 15 Personen impfen lassen. „Es können aber gerne auch noch mehr Leute werden. Wir sind hier auf alles vorbereitet“, sagt sie.

Insgesamt hat das Impfteam 150 Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson, 350 Dosen von Biontech und 120 Dosen von Moderna parat. Dabei kann jeder selbst entscheiden, welchen Impfstoff er am liebsten will. Regina Erdmann ist sich allerdings ziemlich sicher, dass nicht alle Dosen an diesem Abend gebraucht werden.

Arztgespräch

Der Ablauf der Impfung ist dabei recht simpel. Zuerst füllt man einen Bogen zu personenbezogenen Daten aus. Danach werden diese übertragen und eventuelle Risiken festgestellt. Nach einem aufklärenden Arztgespräch wird die Impfung verabreicht. Dies übernimmt an diesem Abend der Arzt Dr. Peter Schöllhammer. Die Frage, ob das Impfteam auch alkoholisierte Leute impft, verneint Erdmann: „Um dies zu vermeiden, endet unsere Aktion um 23.30 Uhr.“

Lieber bis morgen warten

Lena Bartelsen ist eine Frau, die sich bei dieser Sonderaktion impfen lässt. Sie ist 18 Jahre alt und findet es ziemlich cool, „dass so was vor Ort angeboten wird“. Wie die meisten an diesem Abend geht sie allerdings nach der Impfung nicht mehr in die Diskothek: „Ich will erst mal abwarten, ob ich Nebenwirkungen zu spüren bekomme. Wenn nicht, gehe ich morgen, am Samstag, zu dem Big Re-Opening in die Susi.“

Drinnen steppt der Bär

In der Diskothek herrscht ziemlich großer Ansturm. Vor dem Eingang bildet sich eine meterlange Schlange, die teilweise bis zum Weißenstädter See reicht. Während der Wartezeit werden einige Partygänger von unserer Zeitung zu der Impfaktion befragt: Der achtzehnjährige Chris Horn findet, dass die Impfaktion eine einzigartige Idee ist: „Die Aktion ist echt cool. Da so was nicht überall angeboten wird, macht es die Sonderimpfaktion zu etwas ganz Besonderem. Und weil die Aktion zu so einem Event stattfindet, lassen sich bestimmt viele Jugendlichen impfen“, meint er. Anders als Chris denkt die 16-jährige Nena Tröger, dass nicht viele Leute das Impfangebot annehmen werden: „Die Aktion ist zwar cool, aber wenn man die Susi besuchen will, muss man ja schon geimpft, genesen oder getestet sein. Da bringt es nichts, wenn man sich vorher impfen lässt. Außerdem sind die meisten in meinem Alter sowieso schon geimpft.“

„Super Aktion“

Michael Kögler, der Leiter der Weißenstädter Diskothek Susi, freut sich über diese Sonderimpfaktion: „Ich finde die Aktion super. Bevor wir wieder öffnen durften, habe ich dem BRK denselben Vorschlag gemacht. Jetzt bin ich einmal gespannt, wie viele Leute das Angebot annehmen. Denn letztendlich müsste man sich schon impfen lassen, um nicht jedes Mal, wenn die 3G+ Reglung eintritt, sehr viel Geld für einen Test zahlen zu müssen.“

Am Ende haben sich um die 20 Leute impfen lassen. Denn umso später es wurde, desto weniger Leute haben das Angebot wahrgenommen.

„Nice, wieder hier zu sein“

Währenddessen steigt die Stimmung in der Susi. Schon am Eingang ist die Feierlaune der jungen Erwachsenen regelrecht spürbar. Die 18-jährige Luisa Dreßler erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie alles am Feierngehen vermisst habe. „Das Gefühl, ohne Maske unter so vielen Leuten zu sein, ist richtig ungewohnt.“ Die 21-jährige Marie Williams kann es nicht erwarten, endlich wieder in den Club zu kommen: „Es ist nice, wieder hier zu sein, aber auch gleichzeitig ungewohnt, nach 19 Monaten wieder hier zu stehen. Ich habe es vermisst, mit Freunden wegzugehen und neue Leute kennenzulernen.“

„Unfassbar schönes Gefühl“

Für Michael Kögler ist es ein „unfassbar schönes Gefühl, den Club ohne Einschränkungen wieder öffnen zu dürfen“. Denn die Coronazeit war für ihn als Betreiber keineswegs leicht: „Die Zeit war sehr ungewiss und finanziell gesehen miserabel.“ Nun freut er sich auf die Wiedereröffnungs-Party: „Es fühlt sich gerade noch etwas unwirklich an, aber ich hoffe auf jeden Fall, dass die Partys wieder wie früher werden.“

Doch darüber braucht er sich keine Sorgen zu machen. Der Ansturm an diesem Abend und am darauffolgenden Samstagabend ist enorm.

 

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