König Felipe VI. und seine Frau, Königin Letizia, sprachen von Griechenland aus den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und wünschten allen Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. Sie kündigten an, dass sie nach der Beisetzung von Irene von Griechenland, der Schwester von Altkönigin Sofía, vorzeitig in die Heimat zurückkehren. Felipe wurde am Dienstag in Adamuz erwartet.
Beileidsbekundungen trafen aus aller Welt ein. "Der Bundeskanzler und mit ihm die ganze Bundesregierung sind erschüttert angesichts der Nachricht vom schweren Zugunglück. Unsere Gedanken sind bei den Familien und den Angehörigen der Opfer. Ihnen gilt unser aufrichtiges Beileid", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, andere EU-Spitzen, Papst Leo XIV., Spaniens Tennis-Ikone Rafael Nadal und sogar die Regierung Thailands, wo sich vergangene Woche ebenfalls ein schweres Zugunglück ereignet hatte, drückten ihr Mitgefühl aus.
Tragödie wirft Fragen auf
Die Ursache des Unfalls gibt Rätsel auf. "Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall", sagte Minister Puente. "Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil." Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Der Iryo-Zug war 2022 in Dienst gestellt worden und erst am Donnerstag einer technischen Prüfung unterzogen worden, wie RTVE unter Berufung auf die Bahngesellschaft berichtete.
Der Bahn-Experte Joan Carlos Salmerón betonte im Fernsehen, es könne einen Schaden am Gleis, einen Gegenstand auf den Schienen oder einen Fehler beim Zug selbst gegeben haben. Auf Luftaufnahmen waren die beiden verunglückten Züge zu sehen, die etwa 500 Meter voneinander entfernt zum Stehen gekommen waren.
Menschliches Versagen wurde ausgeschlossen. Auf dem Streckenabschnitt sei eine Höchstgeschwindigkeit von 250 erlaubt gewesen. Die Zugführer hätten bei mehr als 200 Kilometern pro Stunde keine Möglichkeit gehabt, rechtzeitig zu reagieren. Nur etwa 20 Sekunden nach dem Entgleisen der beiden Waggons sei der entgegenkommende Zug bereits in die Wagen gekracht. Im Fernsehen waren Unfallexperten zu sehen, die jedes Detail der Trümmer und der Gleise fotografierten und markierten.
Erinnerungen an ein anderes schweres Zugunglück
In ganz Spanien, vor allem aber in Galicien wurden Erinnerungen an ein anderes schlimmes Unglück vom 24. Juli 2013 wach. Ein Zug entgleiste damals in Angrois wenige Kilometer vor Santiago de Compostela mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an einer Kurve. 80 Menschen kamen ums Leben.