Spatenstich Hohenberg erweitert Kinderhaus

Mit dem symbolischen Spatenstich gaben Bürgermeister, Vertreter des Elisabeth Kinderhauses, der Planungs- und Architekturbüros, der Baufirma und Mitglieder des Stadtrats den Startschuss für die Erweiterung des Kinderhauses in Hohenberg. Foto: Gerd Pöhlmann

Es fehlen Hortplätze. Nach einer langen Planungs- und Umplanungsphase ist in Hohenberg jetzt Spatenstich. Die Kinder sind während der Bauphase gut untergebracht – Container kamen nicht infrage.

 
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Die Kinder sind umgezogen, jetzt können die Bagger rollen am Elisabeth-Kinderhaus in Hohenberg. Und die Bagger rollen flott. So flott, dass sie Bürgermeister Jürgen Hoffmann, wie er beim Spatenstich am Donnerstag sagte, fast ein bisschen einbremsen musste, damit nicht die erste Baustelle schon fertig ist, bevor die Arbeiten offiziell beginnen.

Umplanungen notwendig

Die Stadt Hohenberg saniert das Elisabeth-Kinderhaus und erweitert den Hort. Der bietet, sobald die Arbeiten Ende 2024 abgeschlossen sind, Platz für zehn Krippenkinder, 47 Kindergartenkinder und 25 Hortkinder. Bislang stehen für Kindergarten und Hort zusammen 53 Plätze, inklusive sechs Notplätze, bereit. Unberührt von den Arbeiten bleibt die Krippe, sie wurde erst 2008 angebaut.

„Es ist ein besonderes Ereignis, ein weiteres Millionen-Projekt in Hohenberg“, sagte Hoffmann. Doch dem Spatenstich waren lange Jahre der Planung und Umplanung vorausgegangen. Ausschlaggebend war das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG), nach dem jedes Grundschulkind ab 2026 Anspruch auf eine ganztägige Betreuung hat. „Nach dem Motto ,Kommunen macht mal’ schießen jetzt überall neue Kindergärten oder Anbauten aus dem Boden“, sagte der Bürgermeister. „Wie wir das alles leisten sollen, weiß keiner.“

Claudia Decker-Hofmann, die Leiterin des Elisabeth-Kinderhauses, war bereits 2018 auf die Stadt zugekommen mit der Bitte, sich Gedanken über eine Sanierung zu machen. Damals war der Kindergarten 25 Jahre alt – und damit eine Förderung der Maßnahme möglich. Die erste Kostenberechnung, die das Büro Stiefler + Seiler im Juli 2021 vorgelegt hatte, ergab etwas mehr als 1,9 Millionen Euro bei einem Eigenanteil von rund 603 000 Euro. Ein Betrag, der der Regierung von Oberfranken zu hoch erschien. So plante die Stadt um, verringerte beispielsweise die nicht-förderfähigen Flächen, und reichte einen neuen Förderantrag ein.

In der Zwischenzeit hatten Ukrainekrieg und Energiekrise die Wirtschaft in der Hand und die Baukosten in die Höhe getrieben. Das Ende vom Lied: „Die aktuellen Planungskosten liegen jetzt bei 2,4 Millionen Euro und unser Eigenanteil bei rund 700 000 Euro“, sagte Jürgen Hoffmann. „Es sind also knapp 100 000 Euro mehr als beim ersten Förderantrag.“ Nur zum Vergleich: Der Bau des Kinderhauses hatte 1993 mit 233 300 Euro zu Buche geschlagen, wovon die Stadt Hohenberg 96 700 Euro zu leisten hatte.

Kinder ziehen ins Gemeinschaftshaus

Fünf Jahre waren von den ersten Überlegungen bis zum Spatenstich ins Land gezogen. Eine lange Zeit, die der Stadt Hohenberg und vor allem den Kindern und Erzieherinnen nun zum Vorteil gereicht. Denn zwischenzeitlich hat die Stadt das ehemalige Rathaus saniert und zum Gemeinschaftshaus ausgebaut. „Dort ist während der Bauphase der Kindergarten untergebracht“, sagte Jürgen Hoffmann. „Und wir erhalten nur gute Rückmeldungen.“ Die andere Möglichkeit wären Container gewesen. „Auch darüber haben wir kurz im Stadtrat gesprochen, das aber ratzfatz wieder verworfen“, erinnerte sich der Bürgermeister. Eine Containerlösung wäre der Stadt wesentlich teurer gekommen. Zudem hätte erst ein geeigneter Platz für die Container gefunden werden und eine Infrastruktur eingerichtet werden müssen.

„Diese Interimslösung sucht ihresgleichen“, sagte Claudia Decker-Hofmann. „Wir werden mal mit einem weinenden Auge aus dem Gemeinschaftshaus ziehen.“ Alle, Kinder und Mitarbeiter, die zudem den Wiesenfestplatz nutzen können, fühlten sich im Gemeinschaftshaus pudelwohl. „Was vermittelt man denn Kindern, die man mehr als ein Jahr in Containern unterbringt?“ Einer Wertschätzung komme dagegen der von der Stadt Hohenberg eingeschlagene Weg mit der Unterbringung im ehemaligen Gemeinschaftshaus gleich. Beim Umzug hätten alle mit angepackt, sagte Claudia Decker-Hofmann. „Das klappt gut in Hohenberg.“ Überhaupt sei es ein ganz tolles Miteinander mit Stadtrat und Verwaltung, den Planern und Architekten sowie nun auch mit der Baufirma Roth aus Wunsiedel gewesen, sagte die Kindergartenleiterin. „Wir freuen uns auf das, was kommt, und sind zufrieden mit dem, was wir haben.“

Erzieher sind Mangelware

Allerdings musste die Kindergartenleiterin mit Blick auf das Ganztagsförderungsgesetz dann doch noch ein wenig Wasser in den Wein gießen. „Ich frage mich, wo wir in zwei Jahren das Personal herbekommen sollen.“ Erzieherinnen und Erzieher seien Mangelware, Kindergärten stünden miteinander in Konkurrenz. Aufgrund der hohen Spritkosten suchten nicht wenige nach einem wohnortnahen Arbeitsplatz. „Wir müssen also Rahmenbedingungen schaffen, dass es den Mitarbeitern wert ist, nach Hohenberg in die Arbeit zu fahren“, sagte Kindergartenleiterin Cladia Decker-Hoffmann.

Auch Christian Paulus, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich, dass die Horterweiterung und die Sanierung nun in Angriff genommen werden. Der Förderverein habe bereits eine 5000-Euro-Spende für den Außenbereich geleistet. „Für schöne Sachen, für die sonst das Geld fehlt“, sagte Paulus.

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