Spektakuläre Aktion Umweltschützer in den Seilen

Sandra Hüttner

Geocacher treffen sich in Lichtenberg zu einer Müllsammelaktion – und leisten auch einen Beitrag zum Erhalt des Burgturms: Sie erklimmen das Gemäuer und untersuchen es auf Schadstellen.

 
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Spektakuläre Bilder an einem sonnigen Tag: Am Lichtenberger Burgturm hingen Kletterer in den Seilen, um die Mauern von Gräsern, heranwachsenden Büschen und Bäumen zu befreien und zugleich die Mauern auf Festigkeit zu überprüfen. Dabei handelte es sich um Geocacher: In Lichtenberg fand unter der Regie von Kathrin Findeis aus Naila ein „CITO-Event“ statt. „Cache In Trash Out“ (CITO) ist eine von der Geocaching-Community unterstützte Umweltinitiative. Geocaching wiederum, auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art moderne Schatzsuche, ein beliebtes Hobby.

Umweltbewusste Geocacher aus allen Himmelsrichtungen trafen sich in Lichtenberg, um rund um die Burgruine, den Bahnhof Blechschmidtenhammer, den Frankenwaldsee und am Felsenpfad im Höllental den weggeworfenen Müller wegzuräumen. Seit 2002 helfen CITO-Teilnehmer, Natur und städtische Umgebungen zu verschönern und wiederherzustellen. In dieser Zeit haben mehr als 536 000 Menschen bei 29 000 CITO-Events geholfen. Nach Lichtenberg reisten Frauen und Männer beispielsweise aus Schwabach, Zwickau, Bayreuth, Leipzig, Frankfurt und Coburg; aus der näheren Umgebung waren Geocacher aus Naila und Selbitz vertreten. 45 Helfer streiften mit Müllsäcken, Handschuhen und Greifern ausgerüstet durch die Umgebung.

„Zweimal im Jahr findet diese Umweltinitiative statt“, erklärte Kathrin Findeis. Diesmal stehe nicht nur normales Müllsammeln auf dem Programm, sondern eben auch das Klettern. „An den heute ausgewählten Orten war es relativ sauber, da haben wir schon weitaus schlimmere Flecken vorgefunden. Gelohnt hat es sich aber trotzdem“, bilanzierte die Organisatorin.

Bürgermeister Kristan von Waldenfels dankte den Umweltschützern und meinte schmunzelnd, man hätte angesichts der Kletteraktion fast vermuten können, Lichtenberg solle durch das Erklimmen der Burgmauern eingenommen werden. Er erinnerte an den erfolgloser Kriegszug der Reichsstädte Nürnberg, Rothenburg und Windsheim 1444. Ebenso erfolgreich wie spektakulär sei indes die Umweltaktion der Geocacher, sagte von Waldenfels, der allen Akteuren dankte. Nach getaner Arbeit gab es eine von der Stadt spendierte Brotzeit. Dank richtete der Bürgermeister auch an den TSV für die Überlassung der Räumlichkeiten und den Service.

Drei Stunden waren die Geocacher im Einsatz – und leisteten damit auch einen Beitrag zum Erhalt der Burgruine. Sie überprüften die Mauern auch nach lockerem Gestein und wurden fündig. Einige lockere Steine wurden aus Sicherheitsgründen entfernt.

Taten sprechen oft lauter als Worte“, bilanzierte Kathrin Findeis. Durch die Teilnahme an einem CITO – sei es beim Müllsammeln, Bäumepflanzen oder beim Basteln von Wohnungen für Insekten – werde die Welt zu einem besseren Ort. „Jeder CITO, an dem wir teilnehmen, ist ein Beweis für unsere Fürsorge, die Fürsorge für andere, unsere Community und unseren Planeten.“

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