Was müssen Betroffene beachten?
"Für Menschen mit Zöliakie ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung die zentrale Maßnahme", erklärt Mai. Dabei kommt es laut DZG nicht nur auf die Auswahl der Lebensmittel an, sondern auch auf den Umgang mit möglichen Kontaminationsquellen im Alltag. Leben Menschen mit im Haushalt, die glutenhaltige Lebensmittel essen, müssen etwa Küchengeräte, Bretter oder andere Utensilien gründlich von Krümeln oder anderen Rückständen gereinigt werden.
Was ist mit Körperkontakt?
Menschen mit Zöliakie müssen sich einer Studie der Fachgesellschaft American Gastroenterological Association zufolge jedoch keine Sorgen machen, wenn sie jemanden küssen, der zuvor glutenhaltige Lebensmittel gegessen hat. Das Forschungsteam führte ein Experiment mit zehn Paaren durch, bei denen jeweils ein Partner oder eine Partnerin an Zöliakie erkrankt war und die andere Person nicht. In allen Fällen war die Konzentration dem Team zufolge so gering, dass man sie als vernachlässigbar einstufen könne, hieß es im Fachblatt "Gastroenterology".
Wie bekannt ist die Erkrankung?
Aus Sicht der DZG ist Zöliakie grundsätzlich bekannt - trotzdem bestehen deutliche Wissenslücken. "So wird die Erkrankung in ihrer Schwere häufig unterschätzt oder mit freiwilligen Ernährungstrends verwechselt", sagt Mai.
Allerdings ist die Unschärfe in der Terminologie ein Problem. So gebe es viele Menschen, "die sagen, sie haben eine Zöliakie", obwohl sie gar keine hätten, sagt Expertin Terjung. Das führe zu unnötigen Diäten. "Da gibt es ganz, ganz viel Unsicherheit", sagt sie. Schulungsbedarf sieht sie deswegen bei Ärzten sowie Ernährungsberatern.