Fußball-Livestream ASV Cham - SpVgg Bayern Hof

Hofs Tim Scherbaum hat Nehmerqualitäten. Im Spiel beim ASV Cham steht der Innenverteidiger trotz gebrochener Hand mit Spezialschiene zur Verfügung. Foto: /Mario Wiedel

Im Vergleich beim ASV Cham strebt die SpVgg Bayern Hof nach dem vierten Sieg in Serie. Sollte dieser gelingen, ist der Anschluss ans Mittelfeld endgültig geschafft.

Wenn die SpVgg Bayern Hof am Samstag um 16 Uhr beim ASV Cham gastiert, besteht die große Chance, den verpatzten Saisonstart zu korrigieren. Zwar stünde die Mannschaft von Trainer Mikhail Sajaia auch im Falle des vierten Dreiers in Folge noch im unteren Tabellendrittel, doch nach Punkten wäre dann der Anschluss ans dicht gestaffelte Mittelfeld der Liga hergestellt. Wir zeigen das Spiel hier im Livestream:

„Das wäre fast wie ein Jackpot, wenn uns das gelänge“, weiß Sajaia um die enorme Bedeutung des Spiels. Sein Team fährt mit der breiten Brust von vier ungeschlagenen Spielen, zuletzt drei Siegen gen Süden. Doch auch die Gastgeber haben in den jüngsten beiden Spielen Selbstvertrauen getankt. Mit Siegen gegen den ATSV Erlangen (2:0) und bei Don Bosco Bamberg (3:2) schob sich der ASV etwas weg vom Gefahrenbereich auf derzeit Platz neun. Der Vorsprung auf Hof (16.) beträgt dabei jedoch nur fünf Punkte, was die Bayern im Erfolgsfall wieder mitten ins Geschehen brächte. Der Umstand das Cham nicht unbedingt heimstark ist – nur sieben der bislang 17 Punkte holten die Oberpfälzer auf eigenem Platz – ist dabei jedoch kein Argument für die Gäste. Hof konnte bei lediglich fünf Auswärtszählern erst einmal die ganzen Punkte aus der Fremde mit auf die Grüne Au bringen – dies jedoch ausgerechnet beim letzten Gastspiel beim aktuellen Vierten Ammerthal. Also auch das spiegelt den Aufwärtstrend der Hochfranken wider. Hof dürfte zusätzlich in die Karten spielen, dass die Defensive des ASV (26 Gegentore) auch längst nicht die sattelfesteste ist. Dass die Sajaia-Elf in den letzten vier Spielen sechs verschiedene Torschützen stellte, sollte das eigene Angriffsbemühen ebenso weniger berechenbar machen. Allerdings wird der zuletzt formstarke Yannick Frey, der sich gegen die SpVgg Weiden einen Kreuzbandriss zuzog, jetzt auf Dauer schmerzlich nicht zur Verfügung stehen. „Unser flexibelster Stürmer ist verletzt und fehlt uns jetzt. Besonders, weil er zuletzt richtig gut drauf war. Yannick zu ersetzen ist nicht möglich. Aber das ist jetzt so. Ändern können wir es ohnehin nicht“, ist der Ausfall für Sajaia trotzdem keine Ausrede im Vorab. „Aber natürlich fahren wir nach Cham, um das Spiel zu gewinnen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Egal ob der Gegner Cham, Weiden oder Bamberg heißt.“

Immerhin kann der Bayern-Coach in Cham höchstwahrscheinlich auf Tim Scherbaum zurückgreifen, der sich ebenfalls gegen Weiden einen Bruch der Hand zugezogen hatte. „Er hat im letzten Spiel 75 Minuten mit gebrochener Hand ohne Schiene gespielt. Da kann er es mit Schiene sicherlich auch“, ist der Trainer optimistisch, was den Einsatz seines Innenverteidigers betrifft. „Er hat diese Woche mittrainiert, also sieht es gut aus. Generell hat uns die eine Woche Pause sehr gut getan, denn die Zeit davor war sehr intensiv für uns.“

So sind Fabian Krantz, Vadym Zhuk und Maximilian Weiß seit einiger Zeit wieder im Training und wohl auch eine Option für das Spiel in Cham. „In Sachen Startelf weiß ich noch nicht, aber auf jeden Fall sind sie dabei“, will Sajaia auch abwarten, wie sich das Fragezeichen hinter dem angeschlagenen Nico Schmidt entwickelt, bei dem sich eine ältere Verletzung wieder bemerkbar macht. Definitiv ausfallen wird Noah Wich, der sich im letzten Spiel mit der A-Jugend der Hofer eine Muskelverletzung zuzog.

Mit der Trainingsleistung der letzten Tage ist der Bayerntrainer sehr zufrieden, sieht sein Team gerüstet für das Gastspiel auf engem Platz. Gegner Cham sieht er als sehr unangenehm, weil kompakt, sehr lauf- und zweikampfstark und ebenso mit guten Individualisten durchsetzt. „Die haben mit Ilhami Medineli einen richtig guten Stürmer vorn drin. Der ist richtig kalt vorm Tor und imstande, auch mal aus dem berühmten Nichts einen Treffer zu erzielen. Auch auf ihren Siebener Andreas Kalteis müssen wir aufpassen. Also die haben schon eine gute Mannschaft. Zudem haben sie mehrere Gesichter. Mal ziehen sie sich zurück, mal gehen sie drauf – sie spielen da sehr flexibel“, sieht Sajaia sein Team dennoch gut vorbereitet. „Aber wir können das auch. Wir können in unserem Spiel auch variieren. Wir werden es ihnen auf jeden Fall auch schwer machen uns auszurechnen. Ich habe bei ihnen einige Baustellen ausgemacht. Da wollen wir den Hebel ansetzen.“

Auf Nachfrage welche Baustellen das wären, gibt sich der Trainer lachend geheimnisvoll. Das könne er natürlich nicht verraten, weil sich natürlich auch Cham entsprechend vorinformiere. Deswegen müsse man in Sachen Standards, dergleichen, immer mal etwas Neues ausprobieren. Neben wie immer etwas Glück, wären aber die zuletzt gezeigten Grundtugenden unabdingbar. Gerade in dieser erwartet engen Partie, würden laut dem Hofer Trainer wohl Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. „Bei unserer Serie dürfen wir nicht denken, dass das jetzt zum Selbstläufer wird. Wir müssen an jedem Spieltag hundert Prozent, oder sogar noch etwas mehr abrufen. Wenn wir nicht Vollgas geben, haben wir keine Chance. Wir leben von unserem Einsatz, Kampf und Laufbereitschaft“, will Sajaia vor allem wieder Einsatz sehen. „Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, aggressiver spielt, der setzt sich durch. Wenn wir dabei die gleiche Leidenschaft an den Tag legen, wie in den Spielen zuletzt, nehmen wir auch aus Cham die Punkte mit.“

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