Livestream SpVgg Bayern Hof vs. ATSV Erlangen

Bayern-Taktgeber Tom Feulner (links) ist gegen Erlangen wieder einsatzbereit. Foto: Mario Wiedel

Nach zuletzt zwei Siegen in Gebenbach und gegen Sand könnte die SpVgg Bayern Hof jetzt richtige Bigpoints sammeln. Gegen Topteam ATSV Erlangen ist die Pribyl-Elf zwar klarer Außenseiter, hat zuletzt aber bewiesen, dass ihr ­dieses Rolle durchaus liegt.

Am Samstag gastiert mit dem ATSV Erlangen ab 15 Uhr der aktuelle Tabellendritte der Bayernliga Nord auf der Grünen Au beim Zwölften SpVgg Bayern Hof. Beide Teams trennen im Klassement stolze 28 Punkte, womit die Favoritenrolle klar an die Gäste vergeben ist. Dennoch sind die Bayern weit davon entfernt, die drei Zähler mit Schleifchen bereitwillig in den Mannschaftsbus des ATSV zu legen, sondern rechnen sich mit dem Selbstvertrauen aus den zuletzt zwei Siegen selbst etwas aus.

In Erlangen war Hof Ende September des letzten Jahres mit 0:6 böse unter die Räder geraten. „Im Hinspiel haben wir ordentlich auf den Sack bekommen. Aber zuhause wird das anders. Ich glaube nicht, dass wir da keine Chance haben“, ist Bayern- Vizekapitän Tom Feulner durchaus zuversichtlich. „Auch wenn wir gegen Vilzing und Bamberg unglücklich nichts mitgenommen haben, hat man durchaus gesehen, dass wir auf eigenen Platz auch gegen solche Topteams das Spiel auf Augenhöhe gestalten können.“

Feulner selbst hatte im letzten Heimspiel gegen Sand (2:0) wegen einer allergischen Reaktion ja passen müssen und das Spiel aus dem Krankenhaus nur via Internet-Stream gesehen. „Eigentlich wollte ich wenigstens noch auf die Au kommen, aber die Medikamente hatten mich komplett außer Gefecht gesetzt. Wenn man das Spiel so von außen über den Bildschirm verfolgt, sieht das alles so einfach aus, als hätte man richtig viel Platz. Aber das täuscht. Wenn man selbst auf dem Feld steht, ist das alles viel enger“, weiß Feulner die andere Perspektive richtig einzuordnen. „Ich habe mich natürlich wahnsinnig über den Sieg gefreut. Das waren ganz wichtige drei Punkte für uns Richtung Klassenerhalt.“

Schon ein weiterer Punkt gegen Erlangen wäre für den Mittelfeldspieler ein Bonus. Die Gäste kommen mit zuletzt drei Siegen im Gepäck. Dabei wurde der FC Sand letzte Woche mit 5:0 abgeschossen. Der Angriff ist wohl auch das Prunkstück der Mittelfranken. Hinter Bamberg und Vilzing hat der ATSV die drittstärkste Offensive der Liga. Im Durchschnitt erzielt die Mannschaft von Coach Christopher Hofbauer 2,3 Tore pro Spiel. „Das haben wir in Erlangen bitter erfahren. Sie spielen vor allem sehr genaue Diagonalbälle hinter die Viererkette und machen sehr viel Druck über die Flügel“, weiß Feulner, dass es am Samstag vor allem darauf ankommen wird, in der Verteidigung stabil zu stehen. Gegen Sand stand zuletzt ja die Null, weil die Bayern kaum etwas zuließen, dafür aber selbst immer schnell den Weg in die Spitze suchten. Natürlich kommt am Samstag ein anderes Kaliber auf die Au, doch für Hof sollte das Vertrauen in die eigene Torgefahr der zweite Ansatzpunkt sein. Denn defensiv steht der Tabellendritte nicht immer sattelfest. So kassierte Erlangen vor den letzten drei Siegen zwei Pleiten mit jeweils drei Gegentreffern (0:3 in Neumarkt, 1:3 in Vilzing).

Dennoch kommt da eine gestandene Mannschaft auf die Grüne Au, die vor dieser Saison mit viel Qualität aufgerüstet hat. So wechselte mit beispielsweise Verteidiger Philip Messingschlager, Flügelflitzer Alexander Piller und Standardspezialist Christopher Kracun ein regionalligaerfahrenes Trio von der Altstadt zum ATSV. „Die haben natürlich enorme Qualität in der Mannschaft. Das merkt man auch in den Zweikämpfen. Da sind sie oft ruhiger, abgewichster – da müssen wir darauf eingestellt sein und immer hoch konzentriert bleiben, wie es uns zuletzt ja gegen Bamberg auch richtig gut gelungen ist“, so Feulner.

Der FC Eintracht Bamberg ist auch das Stichwort für Erlangen. Denn wo die Reise beim ATSV hingehen soll, liegt auf der Hand, wurde er doch vor der Saison von den meisten als Aufstiegsaspirant Nummer eins gehandelt. In der Tat sind die Mittelfranken aktuell auch noch im Rennen um den Regionalligaaufstieg. Allerdings stehen eben Bamberg und Vilzing in der Tabelle noch um fünf, beziehungsweise drei Zähler besser da. Erlangen ist somit zum Punkten verdammt, um den Kontakt zur Spitze nicht abreißen zu lassen. Der Druck liegt bei den Gästen – Hof kann dagegen befreit aufspielen, kann nur gewinnen. In Sachen Personal bleibt die Situation bei der Elf von Roman Pribyl allerdings angespannt. Tom Feulner ist der einzige Spieler, der aus dem Lazarett wieder zur Mannschaft stößt – immerhin aber ein Leistungsträger, der dem Team defensiv mehr Stabilität und offensiv zusätzliche Impulse geben kann.

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