SpVgg Bayern Hof Neuer Trainer kann Niederlagen-Serie nicht stoppen

Einen ordentlichen Kampf bot das Hofer Team der DJK Gebenbach an, doch es reichte nicht zu einem Punktgewinn. Foto: Michael Ott

Die SpVgg Bayern Hof bleibt am Tabellenende der Fußball-Bayernliga. Gegen Gebenbach kassierte das Team von Interimscoach Mikhail Sajaia die vierte Niederlage in Folge.

Die Premiere von Mikhail Sajaia als Trainer des Fußball-Bayernligisten SpVgg Bayern Hof ist misslungen: Fünf Tage nach der Amtsübernahme als Interimscoach von Vorgänger Perparim Gashi konnte auch der Georgier nicht die Talfahrt stoppen. Gegen die DJK Gebenbach verloren die Hofer mit 0:3 (0:2). Das Schlimme an der vierten Niederlage in Folge: Mit etwas mehr Geschick vor dem gegnerischen Tor wäre wohl mehr drin gewesen. Andererseits musste Gebenbach keine Bäume ausreißen, um die drei Punkte aus Hof zu entführen.

Sajaia hatte vor dem Spiel von seinem Team gefordert, dass nach der Gegentorflut der letzten Spiele die Defensive wieder besser stehen muss. „Wir müssen die Defensive stabilisieren“, sagt er. Und er baute den Defensivverbund etwas um: So saß Maximilian Weiß nur auf der Bank. Dafür kehrte der zuletzt erkrankte Kapitän Tom Feulner wieder zurück in die Startelf. Er versuchte im Mittelfeldzentrum die Fäden zusammenzuhalten. Damit hatte er alle Hände voll zu tun, auch weil schon früh mit Johannes Hamann eine Defensivstütze ausscheiden musste. Der angeschlagene Innenverteidiger musste nach knapp zehn Minuten raus. Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 0:1.

Denn auch die Gäste waren mit dem Rücken zur Wand angereist: Die 1:6-Pleite vor einer Woche gegen Eltersdorf hatte ihre Spuren hinterlassen – allerdings in der Form, dass die Oberpfälzer schwungvoll ins Spiel kamen und damit Hof etwas überrumpelten. Es war dem neuen Hofer Keeper Vladyslav Vertiei zu verdanken, dass es nicht schon wenige Sekunden nach dem Anpfiff 0:1 stand. Auch danach machte der Ukrainer den Eindruck, eine Verstärkung zu sein. Er strahlte Präsenz und Sicherheit aus, was aber im Laufe des Spiels nichts an den Fehlern seiner Vorderleute änderte. Nach neun Minuten verlängert Freisinger auf Haller, der zur Führung einschieben konnte.

Wer nun dachte, dass die Hofer Spieler die Köpfe in den Sand stecken würden, sah sich getäuscht: Hof wurde immer mutiger – und hätte mindestens den Ausgleich erzielen können. In der starken Bayern-Druckphase nach einer Viertelstunde hatten Frey und Durkan jeweils freie Bahn auf den Gäste-Keeper Lindner, doch beide Hofer scheiterten. Wenn man schon kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu.

Das, was die Hofer in dieser Phase zeigten, war durchaus gefällig: Das Spiel über die Außen und die Versuche, über Pässe in die Gebenbacher Schnittstelle, wo die Gäste ihre Anfälligkeit offenbarten, hätten mit Erfolg gekrönt werden müssen. Doch es kam ganz anders: Die DJK zog einmal das Tempo an – und spielte die Hofer Abwehr mit zwei schnellen Pässen aus. Lieder legte auf für Kohler, der das 2:0 erzielte (26.). Das Tor zeigte dann schon mehr Wirkung als der erste Treffer. Hof erholte sich nur schwer. Neu-Trainer Sajaia wurde zeitweise lautstark an der Seitenlinie, sodass er sogar vom Schiedsrichter ermahnt werden musste. Vor der Pause hätte das Spiel womöglich noch eine ganz andere Richtung bekommen können, wenn Durkan oder vor allem Wich bei seinem Abschluss aufs leere Tor, der dann doch noch ins Toraus abgefälscht wurde (40.), den Anschlusstreffer erzielt hätten. Doch so ging es mit einem bitteren 0:2-Rückstand gegen ein sichtlich reiferes Team in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel wechselte Sajaia und bracht Weiß ins Spiel. Am Spielgeschehen änderte sich nicht viel: Gebenbach erzielte eine leichte Feldüberlegenheit, war damit aber mindestens so gefährlich wie Hof mit seinen Nadelstichen. Was aber den Hofer Bayern fehlt, ist ein Torjäger. Einer, der auch mal den Ball über die Linie drückt. Der stets bemühte Durkan agierte einmal mehr glücklos. Mit zunehmender Spieldauer häuften sich dann auch die Fehler im Hofer Aufbauspiele, was wohl auch der wachsenden Verzweiflung geschuldet war. Und die Messen hätten bereits nach 56 Minuten gelesen sein können, als Gebenbachs Lieder aus acht Metern die Chance zum 3:0 vergab. Es war gleichzeitig auch die erste klare Torchance, die die Gäste nicht verwandelten. So viel zum Thema Effizienz.

Als dann auch noch Hofs Frey mit einer völlig überzogenen Gelb-Roten Karte vom Platz musste, wurde die Aufholjagd zur Mammutaufgabe. Ohne Frey fehlte nach vorn ein wichtiger Faktor im Hofer Spiel, das dadurch so gut wie zum Erliegen kam. Das Bayernliga-Schlusslicht war weitgehend damit beschäftigt, nicht noch weitere Gegentreffer zu fangen, was auch über weite Strecken gelang. Die Defensive stand vergleichsweise stabil – und erfüllte damit zumindest eine Halbzeit lang die Vorgaben des neuen Trainers. Gebenbach brachte die Führung sicher über die Zeit, was den tristen Nachmittag auf der Grünen Au vervollständigte. Erst recht, als Vogl noch das 3:0 nachlegte.

Auf die SpVgg Bayern Hof wartet am nächsten Samstag das wichtige Heimspiel gegen den TSV Abtswind – und damit ein Schlüsselspiel gegen einen Gegner, der in der Liga wohl eine Schublade tiefer als die alles andere als überragenden Gebenbacher einzuschätzen sind.

SpVgg Bayern Hof: Vertiei – Zhuk, Schmidt, Frey, Seifert, Wich (46. Weiß), Feulner, Geiler (86. Mittereder), Hamann (11. Kasper), Schubert, Durkan (86. Sieber).

DJK Gebenbach: Lindner – Fischer, Hofmann, Becker (70. Eld Berd), Haller, Kohler (75. Seifert), Freisinger, Scherm, J. Lindner, Lieder (75. Geier), Vogl.

Schiedsrichter: Frank (Uttenreuth). – Zuschauer: 350. - Tore: 0:1 Haller (9.), 0:2 Kohler (23.), 0:3 Vogl (90.). – Gelb-Rote Karte: Frey (59./Hof).

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