SpVgg Bayern Hof - TSV Karlburg Verlieren verboten

Matej Kyndl (rechts – im Spiel gegen Vilzing) ist mit bisher sechs Treffern der beste Torschütze der SpVgg Bayern Hof. Foto: Mario Wiedel

Der Fußball-Bayernligist SpVgg Bayern Hof steht vor einem wegweisenden Spiel. Beim Tabellennachbarn Karlburg soll an diesem Samstag mindestens ein Punkt herausspringen.

Hof - Für Roman Pribyl steht fest: Das Spiel seiner Mannschaft beim Tabellennachbarn TSV Karlburg ist „das wichtigste in der Bayernliga-Vorrunde“. Und der Trainer des Fußball-Bayernligisten SpVgg Bayern Hof legt nach, um auch den letzten Zweifel an seiner Einschätzung zu zerstreuen: „Wir dürfen nicht verlieren.“

An diesem Samstag gibt die Pribyl-Elf also ihre Visitenkarte in Karlburg ab. Dort, in einem Stadtteil von Karlstadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart, etwa 30 Kilometer nördlich von Würzburg, geht es – Anstoß ist um 16 Uhr – für den Hofer Coach sogar noch um ein bisschen mehr als nur um Sieg und Niederlage. „Es geht in diesem Spiel auch um unsere weitere Zukunft.“ Mit anderen Worten: Hof könnte bei einem Dreier wohl den folgenden Aufgaben – auswärts in Neumarkt und zu Hause gegen Eintracht Bamberg – etwas ruhiger entgegensehen.

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Blick auf die Tabelle

Der Blick auf die Tabelle der Bayernliga Nord offenbart: Karlburg hat als 13. mit 17 Punkten nur einen Zähler weniger auf dem Konto als Hof. Beide Teams stehen aber noch über dem Strich, sprich: der Abstiegszone. Bekanntlich steigt eine Mannschaft am Ende ab, vier müssen nach Abschluss der Serie in die Abstiegsrelegation. Angesichts von nur drei (Karlburg) beziehungsweise vier Zählern (Hof) Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz zählt für beide Kontrahenten folglich jeder Punkt.

Diese heikle Situation hat Pribyl wohl vor Augen, Angst jedoch macht sie ihm nicht. „Wir haben doch keine Wahl. Wir müssen punkten, wenn wir kein Problem haben wollen. Punkt.“ Die Leistung seiner Mannschaft in den vergangenen drei Wochen mache ihm da durchaus Mut, dass selbst ein Auswärtssieg gelingen kann. Das mag angesichts der Ergebnisse fast etwas weltfremd klingen, verlor man in dieser Zeit doch zwei Mal auf eigenem Platz (gegen Ammerthal und Vilzing) und holte auswärts nur einen Zähler (Aschaffenburg), doch der Trainer bewertet eben auch Einsatz, Leidenschaft, Kampfgeist und das Kreieren von Torchancen – „alles hat eigentlich gepasst, nur die Tore haben gefehlt“. Es werde Zeit, „dass sich die Mannschaft mal wieder belohnt“, hofft Pribyl.

Unvorhergesehene Ausfälle

Allerdings weiß der Hofer Trainer um die Schwere der Aufgabe: Die letzte Niederlage, die Karlburg einstecken musste, datiert vom 2. Oktober. In den vier Partien danach holten die Unterfranken drei Remis und einen Sieg (bei Eintracht Bamberg). TSV-Trainer Markus Köhler lässt schon mal wissen: „Wir wollen unsere Serie von ungeschlagenen Spielen fortführen.“ Das Vorhaben dürfte seit vergangenem Samstag um einiges schwerer geworden sein: Kapitän Marvin Schramm zog sich beim 1:1 in Sand einen Meniskusriss zu und fällt damit aus.

Aber auch die Hofer haben zwei unvorhergesehene Ausfälle zu beklagen: Neben den langzeitverletzten David Guyon, Tomas Petracek und Fabian Krantz werden in Karlburg auch Elia Bifano (Knöchelverletzung) und der beruflich verhinderte Andreas Knoll fehlen. Trainer Pribyl will darüber aber nicht klagen. „Da müssen eben die anderen zeigen, was sie drauf haben“, sagt er.

„Allein die Punkte sind wichtig“

Zur Startelf äußerte er sich nicht, für jeden, der auflaufe, sei es aber „Pflicht, bei diesem Spiel 100 Prozent zu geben“, fordert Pribyl. Und er fügt an: „Für uns sind jetzt allein die Punkte wichtig, es geht um keinen Schönheitspreis.“

Wie er die Zähler aus Karlburg entführen will, dafür hat Pribyl auch schon einen Plan: „Wir müssen wie gegen Vilzing in der Abwehr kompakt stehen und vorne unsere Chancen auch mal in Tore ummünzen.“ Dazu sei es notwendig, „gut zu arbeiten“. Was aber keinesfalls passieren dürfe, seien individuelle Fehler. Solche würden – wie eben auch jüngst von Vilzing – von cleveren Mannschaften in der Bayernliga unweigerlich bestraft, sagt Pribyl.

Zwei Dinge sind noch bemerkenswert zu Karlburg: Erstens haben die Unterfranken in dieser Saison als einziges Team der Liga noch keines ihrer Heimspiele siegreich gestalten konnten. Sechs Remis und zwei Niederlagen lautet die TSV-Bilanz auf eigenem Platz. Und, zweitens, gibt es in der Bayernliga keine andere Mannschaft, die weniger Tore geschossen hat – erst 13 in 16 Spielen..

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