SpVgg Bayern Hof Wieder Erfolgserlebnisse sammeln

Feiern wie gegen Großbardorf – Johann Saalfrank (links) und Fabian Krantz. Foto: /Mario Wiedel

Auch das vierte Spiel 2022 bestreitet die SpVgg Bayern Hof gegen einen direkten Kontrahenten. Nach der Niederlage in Abtswind will die Pribyl-Elf gegen den Würzburg FV zurück in die Erfolgsspur. Nur von der Bestbesetzung sind die Bayern ein weiteres Mal weit entfernt.

Am Samstag empfängt die SpVgg Bayern Hof (Platz zwölf, 25 Punkte) mit dem Würzburger FV (13., 24) ein weiteres Mal einen direkten Konkurrenten zum Bayernliga-Punktspiel auf der Grünen Au (Anpfiff 14 Uhr). Und ein weiteres Mal, nach dem Re-Start aus der Winterpause, drückt bei Bayern-Trainer Roman Pribyl schon im Vorfeld der Schuh.

„Wenn es gegen Bamberg oder eine andere Topmannschaft ginge, wäre das eigentlich scheißegal“, hadert Pribyl mit der erneut angespannten personellen Lage in seinem Team. „Aber gegen einen direkten Kontrahenten sind die Zähler doppelt wichtig. Jetzt müssen wir schauen, mit welchen Spielern wir die Punkte daheim behalten. Mit den Jugendspielern hatte ich am Mittwoch gerade einmal 13 Akteure beim Training.“

Zu den bekannten Ausfällen wegen Verletzungen fegt derzeit Corona mit voller Stärke über die Kicker von der Grünen Au. Schraps, Knoll, Kyndl, Schmidt, Renk, Zahirovic und Geiler stehen jetzt schon auf der Streichliste. „Wer weiß, wer da noch dazukommt. Aber ich bin ein positiver Mensch, ich war auch schon corona-positiv – was soll ich da jetzt negativ werden“, lacht Pribyl der Ungewissheit zum Trotz. „Ich hoffe, dass zumindest die beiden, die unter der Woche nicht dabei sein können, am Samstag mit zur Verfügung stehen.“

Die beiden sind Johann Saalfrank und Hüseyin Durkan, die wegen der Ausbildung bei der Polizei an den Wochentagen verhindert sind. Zumindest Johann Saalfrank konnte gegenüber der Frankenpost schon Grünes Licht geben. In Abtswind musste der Flügelflitzer mit Zwicken im Oberschenkel in der 72. Minute ausgewechselt werden, kann dahingehend für Würzburg aber Entwarnung geben. „Da ist alles wieder gut. Ich bin fit und freue mich auf die Jungs“, so Saalfrank, der die 2:3-Niederlage beim TSV jetzt auch schon abgehakt hat. „Natürlich war das richtig ärgerlich, zumal wir durch Yannick Frey kurz vor Schluss die Chance hatten, vielleicht doch einen Punkt mitzunehmen. Da ist die Stimmung in der Mannschaft auf der Heimfahrt natürlich nicht so toll, wie nach einem gewonnenen Spiel. Aber natürlich halten wir uns daran nicht lange auf“, richtet Saalfrank den Blick schon wieder nach vorn. „Es muss jetzt weitergehen, wir müssen wieder Erfolgserlebnisse sammeln.“

Der Ansatz, wie das gegen den Würzburger FV am besten gehen soll ist der gleiche, wie in den Spielen zuvor auch. „Es wäre schön, wenn es uns gelänge, hinten mal wieder die Null zu halten. Dafür müssen wir die individuellen Fehler vermeiden, geschlossen agieren, zeitig anlaufen, in den Zweikämpfen die letzten Prozente rausholen und dadurch natürlich auch nach vorne wieder Druck ausüben“, weiß Saalfrank, dass die Mannschaft dazu imstande ist.

Den 4:1-Erfolg im Hinspiel hatte die Nummer 18 der Bayern verletzungsbedingt nur im Stream verfolgt. Es war der erste Auswärtssieg für Hof in der aktuellen Spielzeit und mit erneut drei Punkten hätte die Pribyl-Elf den WFV, der ja auch schon drei Spiele mehr absolviert hat, wohl erst einmal distanziert.

Aber es ist nicht die gleiche Elf wie in der Hinserie, die da am Samstag auf der Grünen Au gastiert. „Die haben sich in der Winterpause mit fünf Neuzugängen verstärkt“, weiß Pribyl um das andere Gesicht des Würzburger Teams. „Da kommt eine technisch starke, kämpferische, erfahrene Mannschaft.“

Die Resultate des Würzburger FV nach der Winterpause unterstreichen diese Einschätzung. Gegen Neumarkt (5.), Don Bosco (6.) und Sand (15.) holten die Unterfranken fünf Punkte. Lediglich gegen den Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg kassierten sie eine knappe 2:3-Niederlage.

Johann Saalfrank misst dem Aufschwung beim direkten Verfolger jedoch keine größere Bedeutung bei. „Ich, die Jungs, die Trainer – wir sind alle heiß auf Samstag. Und wir schauen nicht auf deren Ergebnisse, sondern nur auf unser eigenes Spiel.“

Besonders darauf schaut dann gegen den WFV auch wieder Opa Erwin Saalfrank. Der ehemalige Top-Verteidiger, der Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre für die Hofer Bayern die Töppen schnürte, drückt jetzt immer seinem Enkel im Hofer Trikot die Daumen.

Nur allein durch Daumendrücken wird Würzburg natürlich nicht geschlagen. „Wir müssen betonstark nach hinten arbeiten – und zwar alle“, fordert Pribyl. „So wie in Seligenporten, da war das richtig gut. Wenn uns die Zuschauer unterstützen, hilft das auch enorm, das haben wir gegen Großbardorf gemerkt. Und die Spieler, die fit sind, müssen eben 150 Prozent geben.“

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