SpVgg Bayern Hof Zahynailov sichert den dritten Punkt

Startelfdebüt gegen den SC Feucht: Yuma Mukoyama (rechts) im Zweikampf mit Christian Heinloth. Foto: Wolfgang Zink

Die SpVgg Bayern Hof hat beim SC Feucht zumindest die Serie der Niederlagen beendet. Dank einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei erringt die Sajaia-Elf ein 1:1-Remis. Nach dem Ausgleich durch Zahynailov greifen die Gäste sogar nach dem Dreier, werden aber nicht belohnt.

Ist das der Beginn der Trendwende? Beim SC Feucht holt die SpVgg Bayern Hof nach zuvor fünf Niederlagen immerhin mal wieder einen Punkt. Die Schwächen der Sajaia-Elf liegen auch bei den Mittelfranken im offensiven Bereich. Doch dann trifft der eingewechselte Serhii Zahynailov und zeigt, dass er gut sein kann für Bayerntore, sofern er die Gelegenheit bekommt – beziehungsweise richtig eingesetzt wird. „Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen“, sagt Bayern-Coach Mikhail Sajaia, hat seine Meinung nach dem Spiel jedoch geändert: „So wie es gelaufen ist, bin ich es natürlich nicht. Aber mit dem Auftritt der Mannschaft schon.“

Im Gastspiel beim Tabellensechsten liefern für Hof beide kurzfristig vermeldeten Neuzugänge gleich ihr Startelfdebüt. Tim Scherbaum beginnt neben Simon Kasper in der Innenverteidigung. Ein Missverständnis mit Keeper Vladyslav Vertiei bei einer Kopfballrückgabe (6.) sorgt einmal für Raunen unter den Zuschauern. Sonst überzeugt Scherbaum mit einer soliden, aufmerksamen Vorstellung. Yuma Mukoyama beginnt zunächst im Sturmzentrum und präsentiert sich mit asiatisch-fleißiger Laufarbeit. Da sich jedoch schnell abzeichnet, dass der Japaner nicht der Vollblutstürmer ist, tauscht Sajaia schnell die Position mit Hüseyin Durkan auf der linken Außenbahn. Kurz vor Schluss hätte Mukoyama dann beinahe doch zum Matchwinner avancieren können. „Beide Jungs sind ins kalte Wasser geworfen worden. Dafür haben sie es beide sehr gut gemacht“, ist Sajaia angetan vom Einstand. Mit der ersten Halbzeit seines Teams allgemein konnte er es weniger sein.

Nach zehn Minuten des Abtastens erhöhen die Gastgeber den Druck. Eine Flanke von links bekommt Vertiei per Faustabwehr nicht endgültig aus der Gefahrenzone, Feucht kann kann jedoch nicht zwingend nachsetzen. In der nächsten Szene bricht Ruhrseitz durch, umspielt Vertiei, wird aber zu weit nach rechts abgedrängt und bekommt den Ball nicht mehr aufs Tor – Glück für Hof. Nach einer Viertelstunde dann aber nicht mehr. Nach einer Ecke von rechts steht Wessner am langen Pfosten blank, kann Ball annehmen und schießt durch Freund und Feind zum 1:0 ein (16.). „Da kriegst du wieder das Scheiß-Gegentor. Wir haben geschlafen, wie immer“, ärgert sich Sajaia. „Wir sind aber in der ersten Halbzeit generell nicht da angekommen, wo ich hin wollte.“

Während Feucht immerhin noch einen weiteren Hochkaräter durch einen wuchtigen Kopfball von Ruhrseitz, den Vertiei entschärfen kann, verzeichnet, erstickt das Hofer Mühen in den ersten 45 Minuten stets im Ansatz – die Bayern gehen ohne echte Torchance in die Kabine. „Aber ich habe gewusst, die zweite Halbzeit gehört uns. Ich weiß, was meine Mannschaft kann“, wird der Bayern-Trainer auch in Feucht von seinem Team nicht enttäuscht. „Da haben wir es auch taktisch richtig gut gemacht, zurückgezogen, gepresst, es war eine gute Mischung.“

Wieder einmal können die Kicker von der Grünen Au mit körperlicher Fitness und Einsatzbereitschaft überzeugen. Defensiv haben die Gäste alles im Griff, weil Feucht sichtbar das Tempo nicht halten kann. Offensiv bleibt bei Hof noch vieles Stückwerk, wird aber immer besser. Ein Konter über Durkan sorgt das erste Mal für Gefahr (53.), dann zielt Schmidt nach schöner Aktion aus spitzem Winkel knapp übers Eck. Schließlich sorgt der eingewechselte Zahynailov für Glücksgefühle bei den Bayern. Durkan bringt einen weiten, feinen Ball von Geiler von rechts in die Mitte, wo der Ukrainer zentral aus 18 Metern den Ball an die Innenkante des linken Pfostens setzt, von wo aus dieser ins Tor findet (76.). „Ich habe zu ihm gesagt: ‚Du kommst in der zweiten Halbzeit. Da sind sie nicht mehr so nah dran und du machst es zu deinem Spiel’“, freut sich Sajaia für Zahynailov. „Ich weiß, was er kann. Aber sein Fitnessstand waren vielleicht 0,6 Liter Hubraum – jetzt mag er bei 1,3 Litern sein.“

In der Schlussphase ist Hof weiterhin das überlegene Team und Mukoyama hat gleich zweimal die Führung auf dem Fuß. Dennoch kann Sajaia mit dem 1:1 leben. „Es war wichtig für das Selbstvertrauen. Es ist ein erster Schritt und die Mannschaft hat wieder gezeigt, sie ist nicht tot, sie lebt.“

SC Feucht: Kowalewski – Lopez Guerena, Ahmed (77. Korene), Spielbuehler, Heinloth (62. Sormaz), Hering, Schäf, Ruhrseitz, Weber, Wessner (82. Rukiqi), Höhenberger (61. Kussmann).

SpVgg Bayern Hof: Vertiei – Kasper, Schmidt, Frey (66. Zahynailov), Durkan (89. Mittereder), Scherbaum, Seifert, Mukoyama, Geiler, Feulner, Schubert.

Schiedsrichter: Saif Fekih (TV Oberndorf) – Zuschauer: 180.

Tore: 1:0 Wessner (16.), 1:1 Zahynailov (76.).

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