Stadt Hof Mehr Personal betreut Ukraine-Flüchtlinge

red
Der Weg der Flüchtlinge aus der Ukraine führt ins Sozialamt; dort sind viele Fragen zu klären, hier können sie Asylbewerberleistungen beantragen. Foto: picture alliance/dpa/Marijan Murat

Das Sozialamt wird nun unterstützt durch Personal anderer Fachbereiche der Stadtverwaltung. Zudem stellt die Stadt neue Mitarbeiter ein und aktiviert Pensionäre.

Wie alle Kommunen in ganz Deutschland muss auch die Stadt Hof die Aufnahme und Versorgung der Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet und in die Stadt gekommen sind, koordinieren. Wie die Stadt Hof am Freitagabend mitteilt, ist die gesamte Stadtverwaltung im Einsatz, um diese Ausnahmesituation bestmöglich aufzufangen. Durch die Einführung einer Terminvergabe haben sich die Schlangen vor dem Hofer Sozialamt aufgelöst, sodass niemand mehr lange warten muss. Allerdings macht der coronabedingte Personalengpass der Stadt schwer zu schaffen.

700-750 Geflüchtete in Hof

Derzeit halten sich nach Schätzungen zwischen 700 und 750 ukrainische Flüchtlinge in der Stadt Hof auf. Davon sind 134 Menschen mit Bussen über das Anker-Zentrum angekommen und 494 im Hofer Einwohneramt gemeldet. Das Sozialamt meldet 583 Personen, die Asylbewerberleistungen beantragt haben, (Stand 7. April 2022). Grundsätzlich können sich diese bis zu 180 Tage visumsfrei in der EU aufhalten. Für einen längeren Aufenthalt ist ein Aufenthaltstitel notwendig. Dazu sollen sich die ukrainischen Geflüchteten zunächst im Einwohnermeldeamt der Stadt Hof anmelden und anschließend einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel stellen. Nachdem Hof deutschlandweit den fünftgrößten Anteil an ukrainischen Staatsangehörigen hat, gemessen an der Wohnbevölkerung, geht die Stadt davon aus, dass sich viele zu Verwandten und Bekannten geflüchtet haben.

Situation im Sozialamt

Viele Familien sprechen bereits mit einer gefundenen Wohnung im Sozialamt vor. Dies zieht eine umfangreiche Sachbearbeitung nach sich. Unter anderem muss die Angemessenheit der Mieten überprüft werden, und es müssen Vereinbarungen hinsichtlich der Übernahme von Kautionen geschlossen werden. Voraussetzung für eine mögliche Übernahme der Mietkosten ist, dass die Personen sich im Einwohnermeldeamt angemeldet haben und einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel gestellt haben. Das Sozialamt kann nur angemessene Mietkosten für Personen ohne eigenes Einkommen und Vermögen übernehmen. Die Öffnungszeiten im Sozialamt der Stadt Hof sind auf die Vormittage beschränkt, da die eigentliche Sachbearbeitung erst im Anschluss erfolgen kann. Auf die Nachmittage werden insbesondere Termine von Flüchtenden aus den Unterkünften wie der Jugendherberge oder aus der Notunterkunft gelegt. Derzeit wohnen etwa 20 Geflüchtete in der Notunterkunft Hofecker Schule. Die Stadt Hof ist bestrebt, diese noch vor Ostern auf andere Unterkünfte zu verteilen.

Personal aufgestockt

Die Koordination der Ukraine-Krise bedeutet für die Stadtverwaltung eine Bündelung der vorhandenen Kräfte, um die Anliegen der Geflüchteten bestmöglich zu bearbeiten. Daher wurde das Personal in den betroffenen Fachbereichen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Fachbereiche ergänzt, um diese zu unterstützen. „Zeitgleich werden neue Mitarbeitende eingestellt und Pensionäre reaktiviert, um einen Personalpool zu bilden, auf den im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Außerdem ist der Zeitraum, in dem die betroffenen Fachbereiche arbeiten, erweitert worden, und somit kann auch ein Einsatz am Wochenende erfolgen“, erklärt Oberbürgermeisterin Eva Döhla.

Das Sozialamt ist telefonisch unter 09281/8157990 oder per E-Mail an soziales@stadt-hof.de zu erreichen. Diese Information ist an der Eingangstür des Amtsgebäudes Klosterstraße 23 sowie auf der Homepage der Stadt Hof zu finden. Die Informationen zur Leistungsgewährung wurden ergänzt hinsichtlich mitzubringender Unterlagen, Antragsformularen für Asylbewerberleistungen und Hinweisen zur ersten Vorsprache. Des Weiteren gibt es dort Hinweise zum Impfen, Testen, Kontaktmöglichkeiten der Agentur für Arbeit und vieles mehr.

Den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis erhalten die Flüchtenden bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt. In der Abteilung Asylbewerberleistungen und im Einwohnermeldeamt sind ehrenamtliche Dolmetscher vor Ort. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt informieren über die Themen Integrationskurse, Sprachkurse und Kita-Einstieg. Das Projekt Kita-Einstieg steht als Anlaufstelle für ukrainische Familien zur Verfügung und hat zusätzliche Angebote entwickelt. Ziel ist es, jedem Kind einen Platz bieten zu können. Die Projektmitarbeiterinnen unterstützen auch bei der Suche nach einem Kita-Platz. Die Stadt Hof hat zusammen mit dem Landkreis Hof zahlreiche Informationen wie eine Wohnraumbörse auch in der Integreat-App eingestellt.

 

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