Stadtrat Arzberg Viel weniger Badegäste wegen Corona

Christl Schemm
Im Anbau des neuen Bürgerhauses auf dem Arzberger Kirchberg können sich künftig Hochzeitspaare standesamtlich trauen lassen. Foto: /pr.

Die Pandemie wirkt sich auch auf die Bilanz des Arzberger Freibads aus. Der Stadtrat ermöglicht künftig Trauungen im Anbau des neuen Bürgerhauses.

Arzberg - Die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie nunmehr schon seit fast zwei Jahren mit sich bringen, schlagen voll auf die Bilanz des Arzberger Freibads durch. Wie dem Jahresabschluss der Stadtwerke für 2020 zu entnehmen ist, hat sich zwar der Verlust gegenüber dem Jahr 2019 um rund 35 000 Euro auf zirka 290 000 Euro verringert. Doch auch die Einnahmen sanken: um gut 60 000 Euro auf rund 22 000 Euro. Bauamtsleiter Andreas Martin ergänzte in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend, dass im vergangenen Jahr rund 10 000 Gäste das städtische Schwimmbad besucht hätten. Im zweiten Corona-Sommer in diesem Jahr seien zirka 12 000 Besucherinnen und Besucher registriert worden. In „normalen“ Jahren sind es im Durchschnitt meist weit über 30 000 Badegäste.

Stadtwerke machen Verlust

Auch im Bereich der Wasserversorgung verzeichnet die Jahresrechnung der Stadtwerke einen Verlust. Dieser schlägt mit rund 250 000 Euro zu Buche. Der Wasserverbrauch durch Tarifabnehmer, also die Bürgerinnen und Bürger, war 2020 mit rund 202 000 Kubikmetern zirka 5900 Kubikmeter höher als im Vorjahr. Doch die Wasserlieferung an Großabnehmer und Weiterverteiler wie die die Arzberger Gruppe hat sich um etwa 56 000 Kubikmeter auf rund 290 000 Kubikmeter verringert. Dadurch nahm die Stadt zirka 34 000 Euro weniger ein. Der Erlös sank auf rund eine Million Euro. Insgesamt machten die Stadtwerke 2020 ein Minus von knapp 583 000 Euro.

Wie sich die geringeren Einnahmen auf den Wasserpreis auswirken, wollte UPW-Fraktionssprecher Roland Werner wissen. Laut Bauamtsleiter Andreas Martin unterliegt der Wasserpreis der Kalkulation der Stadtwerke. Hauptamtsleiter Harald Helm kündigte an, dass der Stadtrat im nächsten Jahr über den Wasserpreis entscheiden müsse.

Heiratswillige können sich künftig im neuen Bürgerhaus auf dem Kirchberg trauen lassen. Auf Antrag der SPD-Fraktion beschloss das Gremium, den Anbau so umzuwidmen, dass dort standesamtliche Trauungen möglich sind. Fraktionsvorsitzender Peter Gräf begründete den Antrag unter anderem damit, dass das Gebäude sehr weitläufig sei und über einen barrierefreien Zugang verfüge. Bürgermeister Göcking begrüßte den Beschluss. Denn bislang müsse der Sitzungssaal im Rathaus für Trauungen mitunter mehrmals in der Woche umgestaltet werden.

Kernwegenetz und Bauantrag

Die Straßen von Bergnersreuth Richtung Karlmühle sowie im Bereich Haid/Niebitz und die Zufahrt zu den Häusern 30, 32 und 33 im Stadtteil Oschwitz sollen für das Förderprogramm Kernwegenetz angemeldet werden, so wie dies der Bauausschuss bereits vorberaten hatte (wir berichteten). Der Ausbau dieser innerörtlichen Verbindungen ist ein Projekt der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen und somit förderfähig aus den Zuschusstöpfen des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE). Die Stadträtinnen und -räte diskutierten ausführlich, welche Teile saniert werden sollten, und kamen schließlich überein, die Straßen in Gänze anzumelden und dann mit der Förderstelle auszuloten, was sinnvoll ist und was nicht.

Zustimmung fand auch der Bauantrag von Landwirt Wolfgang Reihl aus Bergnersreuth. Er will ein Wohnhaus auf dem Gelände der von ihm betriebenen Biogasforschungsanlage an seinem Bauernhof bauen. Da das Gebäude dem Betrieb einer Landwirtschaft dient, ist das Bauvorhaben im Außenbereich zulässig. Die Erschließung ist über den städtischen Ringweg gesichert.

 

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