Stadtrat Gefrees Viele Ideen für das Roglergelände

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Die Stadt Gefrees will aus einem Problem-Areal ein Schmuckstück machen. Letztlich hängt das Ganze von Investoren ab.

Gefrees - Der Stadtrat hat sich einmal mehr mit dem Roglergelände befasst, „ein gravierendes städtebauliches Problem“, wie Bürgermeister Oliver Dietel sagte. Dieses Problem-Areal soll nun zu einem Schmuckstück werden. Dietel begrüßte Gunter Schramm, Nicola Völkel und Christiane Wertmann vom Stadtentwicklungsbüro „Planwerk“ in Nürnberg, die die Rahmenplanung für das Gelände vorstellten.

Schramm erklärte, dass der Rahmenplan nur Perspektiven und Nutzungsoptionen aufzeige. Es sei für die Stadt ein Hilfsmittel zur Gewinnung von Investoren und eine Vorgabe, um Fördermittel aus der Städtebauförderung zu beantragen.

Auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück verfüge nur das Hauptgebäude – das ehemalige Bürogebäude – noch über eine gewisse Bausubstanz mit Potenzialen. Alle anderen Gebäude seien in einem „erbärmlichen Zustand“ und müssten „eliminiert“ werden. Nutzungsmöglichkeiten sind die Errichtung von Wohnhäusern, die Ansiedlung von Dienstleistern und Nahversorgung, Tourismus, Freizeit und Natur.

• Gegen den Bereich Wohnen spreche die Tatsache, dass seit mehr als 20 Jahren die Bevölkerungszahl zurückgehe von etwa 4800 im Jahr 1990 auf etwa 4000. Nur wenige Wohngebäude, meist Einfamilienhäuser, seien gebaut worden.

• Für die Nahversorgung sei der Standort denkbar, weil im dortigen Einzugsbereich größere Wohngebiete vorhanden seien. Neben Norma, Netto und Rewe werde sich aber in Gefrees wohl kein weiterer Vollversorger mehr niederlassen. Für Nicola Völkel wären eine Drogerie, medizinische Versorgung und ein Senioren-Wohnheim denkbar.

• Interessant wäre das Gelände am Rande des Naturparks Fichtelgebirge auch für den Tourismus. Ein Wohnmobil-Stellplatz wäre wegen der Nähe zur Autobahn und zum Fichtelgebirge sehr zu empfehlen. Am Kornbach könnten ein Wasserspielplatz, Bewegungsangebote, ein Skaterpark, eine BMX- oder Trail-Anlage errichtet werden. Auch sollte der Zugang zum Kornbach, „das grüne Rückgrat von Gefrees“, ermöglicht werden.

Christiane Wertmann stellte fünf verschiedene Planungsideen vor, zwei davon nur mit kleinen Abweichungen. Bei allen Modellen sind Seniorenwohnungen, eine kleine Drogerie, Praxisräume, ein Café, Wohnmobilstellplätze, Einfamilienhäuser und Doppelhäuser vorgesehen. Einige enthalten eine Skaterbahn und Kinderspielplätze, Single- oder Kleinwohnungen für ein bis zwei Personen. Die Schlosserei könnte erhalten oder innerhalb des Geländes verlagert werden. Eine weitere Option wäre der Tausch mit Grundstücksflächen der Firma Horn. So könnten weitere Wohnmobile aufgestellt werden.

Weitere Schritte wären die Suche nach Investoren und die Abstimmung mit der Städtebauförderung.

Für Bernd Nelkel (SPD) sind die Stellplätze für Autos zu knapp bemessen. Hierzu sagte Christiane Wertmann, dass etwa ein Drittel mehr Stellplätze eingerichtet werden könnten. Martin Jerschl (FWG) brachte eine Tiefgarage ins Gespräch, weil gerade jüngere Eltern oft nicht mit einem Auto auskommen. Daran sei schon gedacht worden, nur erschwere es eine Tiefgarage, Investoren zu gewinnen, weil sich der Mietpreis stark erhöhen würde; außerdem könnte es beim Wasserrecht problematisch werden.

Fraktionskollegin Doris Benker-Roth findet es „charmant“, dass hier junge und ältere Menschen zusammenleben sollen. Auch ein Café brauche Gefrees schon lange. „Aber müssen unbedingt Automobilstellplätze dort angesiedelt werden? Die passen nicht in die Planung.“ Bürgermeister Dietel erinnerte daran, dass dies ein Wunsch aus Gemeinderat gewesen sei. Zweitem Bürgermeister Andreas Heißinger (SPD) gefallen die vielen Wohnmobilstellplätze nicht, „wenige wäre mehr“. Er befürchtet zu viel Müll, wenn die Touristen fast täglich wechseln. Christine Denner (FWG) wollte wissen, wie verbindlich solch eine Rahmenplanung für den Investor sei. Bürgermeister Dietel sagte dazu, dass die Planungshoheit bei der Gemeinde liegt, der Plan sei ein Anstoß zum Nachdenken. Es sei Aufgabe der Gemeinde, einen Investor zu finden, der den Plan gut findet; andernfalls müsse man entscheiden, ob man mit den Vorstellungen eines Investors mitgehen kann. Dominik Benker (CSU) wollte wissen, ob es ähnlich gelagerte Fälle gibt, bei denen heimische Investoren gefunden wurden oder sich eine Bürger-Genossenschaft gegründet hat, um in ihrer Gemeinde zu investieren. Hier konnte Schramm mehrere Beispiele nennen.

Harald Schlegel (SPD) sprach sich gegen einen Skaterpark in Verbindung mit einer Wohnsiedlung aus. Außerdem sei abzuklären, ob Wohnungen und Schlosserei so nah nebeneinander liegen dürften. Karl-Heinz Zeitler (WGL) würde das Bürogebäude wegreißen. Dort könnten Stellplätze angelegt werden. Stephan Zeißler (CSU) bestätigt den Planern: „Ihr habt einen guten Job gemacht.“

 

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