Stadtrat Selb ebnet Weg für Hotel

Der Zeidlersberg südöstlich des Theaters. Hier können Hotel, Wohngebäude Foto: /Florian Miedl

Eine Firma aus Dillingen möchte investieren. Die Stadt ändert die Bauleitplanung für das Gebiet auf dem Zeidlersberg. Auch Wohnnugen, Praxen und Gastronomie ist möglich.

Selb - Schon seit einigen Jahren ist in Selb die Rede vom Bau eines Hotels am Zeidlersberg. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung ein Bauleitplanverfahren eingeleitet. Damit soll der Bebauungs- und Grünordnungsplan für das Sondergebiet „Hotel“ am Zeidlersberg geändert werden.

Platz für Hotel und mehr

Für das Gelände nordöstlich des Parkplatzes am Rosenthaltheater gibt es bereits seit 1994 einen entsprechenden Bebauungsplan. „Seit dieser Zeit wird versucht, für das Gelände einen geeigneten Investor zu finden“, sagte Bauamtsleiter Helmut Resch. Auch der Stadtrat habe sich mehrfach mit dem Thema befasst. Seit Längerem hat die Firma Rinkenburger Immobilien aus Dillingen an der Donau die Fläche reserviert. Seinen aktuellen Schwerpunkt beschreibt das Unternehmen, das jetzt laut Resch mit einem Bebauungskonzept an die Stadt herangetreten ist, in der Kombination von Hotelbau mit Gewerbe- und Wohneinheiten in Kleinstädten. Entsprechend sehen die Planungen für Selb aus: So soll auf dem Zeidlersberg nicht nur ein Hotel entstehen, sondern es sollen auch gastronomische Bereiche und im Süden des Geländes Mehrfamilienhäuser geschaffen werden. „Damit die Planungen umgesetzt werden können, muss der Bebauungsplan geändert werden“, erklärte der Bauamtsleiter. Das Sondergebiet Hotel wird entsprechend den Wünschen des Investors flächenmäßig verkleinert und um die Nutzung Gastronomie erweitert. Für den südöstlichen Teil wird ein Mischgebiet festgelegt, das neben Wohnen auch Büro- und Geschäftsräume, Arztpraxen und nichtstörende Gewerbeeinheiten zulässt. Dort können bis zu drei Vollgeschosse errichtet werden. Die Parkplätze am Rosenthal-Theater bleiben bestehen, ebenso die Grünfläche im Osten des Gebiets.

Anbindung des Rosenthal-Outlets

Die Stadt Selb schreibt das städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) fort. Das setzt sich laut Helmut Resch aus den Bausteinen Wohnen, Mobilität und Einzelhandel zusammen „und bietet eine Richtschnur, um die Entwicklung der Lebensverhältnisse sozial, baulich, ökologisch, wirtschaftlich und verkehrstechnisch zu fördern“. Die Fortschreibung machte auch einen Beschluss über das Einzelhandels- und Dienstleistungskonzept erforderlich. Und da hatte es in der Vergangenheit im Stadtrat geknirscht – war doch das Rosenthal-Outlet als Einzelstandort ohne ordentliche Anbindung an die Innenstadt vorgesehen – sodass große Teile des Stadtrats (CSU, SPD, FWS und Grüne) im vergangenen Jahr das Konzept nicht absegnen wollten. Jetzt sei Rosenthal immerhin über die Wittelsbacherstraße angebunden, sagte Wolfgang Kreil (CSU) und beantragte, „aus dem informellen Entwicklungsgebiet ,Wittelsbacherstraße’ ein formelles zu machen“. Laut der Beschlussvorlage sollten noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in das Konzept eingearbeitet werden, außerdem bedürfe es noch einiger redaktioneller Änderungen hinsichtlich der neuesten Struktur- und Marktdaten. „Neue Daten sind keine redaktionelle Änderung“, sagte Wolfgang Kreil. „Das Einzelhandelskonzept muss dem Stadtrat noch einmal vorgelegt werden.“ Der Beschluss wurde entsprechend angepasst. Die SPD werde dem Einzelhandels- und Dienstleistungskonzept nicht im Wege stehen, sagte Walter Wejmelka. Wichtig sei die Anbindung von Rosenthal. „Der große Schwachpunkt ist, dass die Auswirkungen des Online-Handels nicht beachtet werden.“

Ein Ziel des ISEK ist es, innerstädtische Potenzialflächen zu nutzen. Eine Analyse habe die Jahnstraße als Projektgebiet identifiziert, sagte Helmut Resch. Hier gebe es nicht nur Nutzungskonflikte zwischen ruhendem und fließendem Verkehr, sondern auch Missstände und Mängel sowie schleichenden Sanierungsbedarf. Der Stadtrat beschloss daher vorbereitende Untersuchungen, um später ein Sanierungsgebiet festlegen zu können.

Haushaltskonsolidierung
Ende Dezember hat die Stadt Selb eine Stabilisierungshilfe in Höhe von 3,7 Millionen Euro bekommen. Mit der Auszahlung sind einige Auflagen verbunden – unter anderem die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzepts, mit dem Ziel, „mittelfristig wieder die Leistungsfähigkeit zu erreichen“, sagte Kämmerer Heinrich Moser. Der Stadtrat war mit dem von der Kämmerei vorgelegten Konzept einverstanden. Wolfgang Kreil bat, politischen Druck zu machen, dass Städte und Gemeinden auch im aktuellen Haushaltsjahr Ersatz für ihre durch die Pandemie entstandenen Gewerbesteuerausfälle bekommen. „Wir müssen wissen wie es weitergeht, um ordentlich planen und Aufträge vergeben zu können“, sagte er. Außerdem genehmigte der Stadtrat die über- und außerplanmäßigen Ausgaben für das Jahr 2019. Laut einer Zusammenstellung der Kämmerei betraf das unter anderem Ausgaben für Fuhrpark, Netzsch-Arena, Schulen, Regionalplanung oder die Reaktivierung der Bahnlinie Selb-Asch. Die Ausgaben summieren sich laut Kämmerer Heinrich Moser auf rund 781 000 Euro.

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