Stadtrat Selb Schulen auf dem digitalen Weg

Technik für die Digitalisierung in den Schulen ist das eine, ein schulübergreifender Lehrplan das andere. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Stadt Selb beteiligt sich auch in Zukunft am Aufbau von Rechenzentren. Für zweiten Bürgermeister Carsten Hentschel ist aber nicht nur die Technik entscheidend.

Der Aufbau von Rechenzentren für die Schulen im Landkreis Wunsiedel bringt auch der Stadt Selb – oder besser gesagt den Selber Schulen – Vorteile. Zumindest sieht das der Stadtrat so, der in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat, sich weiter an dem Projekt zu beteiligen. Etwas Wasser in den Wein goss bei der Beratung zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel, der selbst als Lehrer an der Bogner-Grundschule unterrichtet: Er vermisst auf Landesebene ein schlüssiges und über alle Schularten reichendes Konzept.

Grundsätzlich geht es um Folgendes: Im Rahmen seiner Förderprogramme zur digitalen Ausstattung der Schulen hatte der Freistaat Bayern im März 2022 eine Sonderförderung für ergänzende Maßnahmen im „Digitalpakt Schulen 2019 bis 2024“ aufgelegt. Wie Haupt- und Rechtsamtsleiterin Nicole Abraham erläuterte, hatte sich das Landratsamt bereits am 24. März an die Gemeinden des Landkreises gewandt: Demnach sollte das neue Förderprogramm für den Ausbau der Schul-EDV bereist am 28. März an den Start gehen. Es sei aber zu erwarten, dass die Mittel schnell ausgeschöpft seien, da viele Sachaufwandsträger schon lange auf ein solches Programm gewartet hätten.

Hohe Fördersumme

Der Plan des Landratsamtes sieht vor, mit Geld aus diesem Programm in den Städten Selb, Marktredwitz und Wunsiedel je ein Rechenzentrum für die Schulen aufzubauen und sie untereinander zu vernetzen. Um eine möglichst hohe Fördersumme zu erhalten, sollten sich möglichst viele Schulaufwandsträger in einem Gemeinschaftsprojekt dem Antrag anschließen. Allerdings war Eile geboten: Da bei diesem Programm nur derjenige profitiert, der schnell reagiert, wollte das Landratsamt den Gemeinschaftsantrag gleich am Vormittag des 28. März stellen.

Wie Abraham weiter erklärte, sind die geplanten Rechenzentren sehr interessant und werden auch auch die Mittelschule und die Grundschulen in Selb weiterbringen. Deswegen habe Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch dem Landratsamt die entsprechende Vollmacht zur Einreichung eines gemeinsamen Förderantrags übermittelt.

Höchstbetrag

Die ganze Prozedur hatte nun Erfolg: Am 11. Juli hat das Landratsamt der Stadt Selb mitgeteilt, dass der Höchstbetrag der Förderung für das Gemeinschaftsprojekt bewilligt wurde: 882 958 Euro. Der Anteil der Stadt Selb beträgt demnach 90 423 Euro. Bei einer Investition von 100 470 Euro und der 90-prozentigen Förderung würde der Eigenanteil der Stadt 10 047 Euro betragen.

Der Stadtrat sprach sich einmütig dafür aus, sich weiter an dem Projekt zu beteiligen und das entsprechende Geld im Haushalt 2023 einzuplanen.

Carsten Hentschel brach in seiner Wortmeldung zunächst ein Lanze für die Stadt Selb, die seiner Meinung nach die Schulen hervorragend unterstütze. Allerdings sei die Ausstattung mit IT-Geräten nicht allein ausschlaggebend. „Wir versuchen seit Jahren, einen Lehrplan Digital aufzubauen, der ab der Grundschule gilt und sich dann in den weiteren Schulen fortsetzt.“ Der fehle aber weiterhin: „Da hängt es sehr stark im Kultusministerium.“ Das wiederum führe dazu, dass Schulen zum Teil „ins Blaue“ investierten und Geräte kauften. Er appellierte an alle Mandatsträger, ihre Kontakte zum Kultusministerium zu nutzen, damit die Digitalisierung nicht nur von der technischen Seite her, sondern auch in Sachen Lehrplan angegangen werde.

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