Stadtsteinach Die Trasse wird sichtbar

Klaus Rössner

An der künftigen Ortsumgehung ist die Firma Brütting mit schwerem Gerät angerückt. Im nächsten Jahr soll die Streckenfreigabe erfolgen.

Am Montag hat die Firma Brütting damit begonnen, die Trasse für die Stadtsteinacher Ortsumgehung zu schieben. Dabei kommen Raupen und Planierwalzen zum Einsatz. Unser Bild entstand unweit des Ortsteils Ziegelhütte. Im Hintergrund die (noch) aktuelle Trasse der B 303. Foto: Rössner Quelle: Unbekannt

Stadtsteinach - Der Bau der Stadtsteinacher Ortsumgehung tritt in eine neue Phase. Am Montag haben die Arbeiten zum Schieben der Trasse begonnen.

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Am sogenannten Schießhausberg, also oberhalb des Stadtteils Ziegelhütte, sind Baumaschinen angerückt. Eine schwere Raupe hat bereits die oberste Humusschicht auf zirka 200 Meter Länge abgetragen, auch eine Planier-Walze ist im Einsatz. Die Arbeiten führt die Firma Brütting Erdbau aus Gößweinstein als Subunternehmer der federführenden Firma Rädlinger aus. Damit liegt das Projekt in dem von Bauamt Bayreuth umrissenen Zeitplan.

Bereits vor drei Jahren hat das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für das Straßenbau-Projekt gegeben. Es hatte im Oktober 2017 insgesamt 13,8 Millionen Euro als erste Mittel für den Bau der Umgehung bereit gestellt. Das Staatliche Bauamt nahm anschließend die Planungen auf.

Am 3. Mai 2019 erfolgte der offizielle Spatenstich durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Dieser Festakt hatte für Irritationen gesorgt, nachdem zwar Bürgermeister Roland Wolfrum teilgenommen hatte, nicht jedoch das Gros des Stadtrats. Die Räte waren schlichtweg zu diesem Termin nicht eingeladen worden, was deutliche Kritik nach sich zog.

Die Gesamtlänge der neuen Umgehung beträgt 3,5 Kilometer, ihre Kosten belaufen sich auf rund 22 Millionen Euro. Die Strecke wird über drei Anschlussstellen angebunden und verfügt über insgesamt sechs Brücken sowie je eine Stütz- und Lärmschutzwand (Salem). Zwei Regenrückhaltebecken werden errichtet, und bei Höfles ist ein Kreisel vorgesehen.

Nicht überall in der Bevölkerung herrscht Zustimmung zu dem Projekt. Naturschützer und Angehörige der Gruppierung Pro Stadtsteinach prangerten von Beginn an den Eingriff in die Natur an. In weiten Teilen der Bevölkerung aber wird der Umgehungsbau jedoch begrüßt als deutlicher Beitrag für Sicherheit und Lebensqualität im Kernbereich Stadtsteinachs: An manchen Stellen wie am Marktplatz oder am Heimatmuseum kommt es beim Begegnungsverkehr vor allem von Lastwagen immer wieder zu brenzligen Situationen. Teils müssen Laster auf die Gegenfahrbahn wechseln, um die engen Kurvenradien meistern zu können. Oder sie befahren die schmalen Gehsteige, um aneinander vorbeizukommen.

Die Bundesstraße 303 verbindet den südlichen Landkreis Kronach durch den Landkreis Kulmbach mit der Autobahn A9 Berlin - Nürnberg. Sie stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Mittelzentrum Kronach, der Autobahn und dem Landkreis Kulmbach dar. Täglich benutzen sie rund 6700 Fahrzeuge (Quelle: Verkehrszählung 2015).