Städtepartnerschaft Liebesgrüße aus Castelfranco Emilia

Vertreter aus Marktredwitz und Castelfranco Emilia erneuerten nach 25 Jahren die Städtepartnerschaft. Foto: pr.

Zwei Städte, ein Herz. 25 Jahre ist die Städtepartnerschaft mit Marktredwitz alt. In Italien erneuern Vertreter beider Kommunen die Freundschaft.

25 Jahre währt nun schon die Städtepartnerschaft zwischen Marktredwitz und Castelfranco Emilia in Italien. Zur Jubiläumsfeier machten sich 36 Personen aus Marktredwitz mit Oberbürgermeister Oliver Weigel, Altoberbürgermeisterin Birgit Seelbinder und den Stadträten Klaus Haussel und Florian Gelius auf den Weg in die norditalienische Region Emilia-Romagna.

Erste Amtshandlung nach der Ankunft in Castelfranco Emilia war, wie es in einer Mitteilung des Club Italiano Marktredwitz heißt, die Eröffnung des Bierausschanks mit mitgebrachtem Nothhaft-Bier. Für die Musik sorgte die mitgereiste Musikergruppe „Inkognito“. Es wurde eine lange Nacht.

Besuch in Abtei

Am zweiten Tag, einem Samstag, gab es ein straffes Programm zu bewältigen. Am Vormittag besuchte die Marktredwitzer Delegation das Istituto Spallanzani, die Partnerschule der Fichtelgebirgsrealschule, wo man Parmigiano Reggiano einkaufen konnte, der dort auch direkt produziert wird. Danach ging es nach Nonantola, um die Abtei Benedettino e Diocesano und das Museum zu besichtigen. Die Abtei, die sich im Stadtzentrum von Nonantola befindet, wurde 752 von dem Benediktinermönch Anselmo im Auftrag des Langobarden-Königs Astolfo gegründet. Mit der Gunst von Königen und Kaisern wurde aus der Abtei bald eines der wichtigsten Klosterzentren in Europa. Lag es doch auch an einem der wichtigsten Pilgerwege nach Rom.

Partnerschaft lebt

Die offizielle Feier zu 25 Jahren Städtepartnerschaft fand am Spätnachmittag in der Villa Sorra statt, einem Landhaus aus dem 17. Jahrhundert, im barocken Stil erbaut und wunderschön in einem romantischen Garten gelegen. Musikalisch untermalt wurde die Feier von Mihaela Costea – Erste Geige und Solistin der Philharmonie Arturo Toscanini. Mit seinem Grußwort eröffnete der Bürgermeister der Stadt Castelfranco Emilia, Giovanni Gargano, die Feierlichkeiten. Er bedankte sich bei allen Vereinen, die mit viel Herzblut in den zurückliegenden Monaten an den Vorbereitungen für diese festlichen Tage gearbeitet hätten und für alles, was sie in den Jahren zur Städtepartnerschaft beigetragen hatten. Er bedankte sich auch bei den Bürgern von Marktredwitz, insbesondere beim Club Italiano, weil es in den letzten Jahren, gerade in Zeiten des Notstands, nie an Nähe gefehlt habe. „Es ist den Bürgerinnen und Bürgern unserer Städte zu verdanken, dass unsere Städtepartnerschaft lebt, durch Projekte der Schulen, den Austausch und die Herzlichkeit, die uns verbindet“, sagte Gargano. Denn nur die direkte Einbindung der Bürger begünstige eine Städtepartnerschaft und somit den Prozess der europäischen Integration, der den interkulturellen Dialog, den Austausch von Erfahrung, Wissen und Werten, den konstruktiven Meinungsaustausch und die gegenseitige Bereicherung fördere.

Zusammenhalt über Ländergrenzen

Nach dem Bürgermeister sprach Davide Baruffi, Staatssekretär des Präsidiums des Regionalrats der Emilia-Romagna.

Der Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel bedankte sich in seinem Grußwort für die Einladung und zeigte sich beeindruckt von der fantastischen Villa Sorra, die der Erneuerung der Städtepartnerschaft nach 25 Jahren einen ebenso würdigen wie wunderschönen Rahmen gebe. „Die aktuellen Zeiten führen uns die Bedeutung des europäischen Gedankens und des Zusammenhalts über Ländergrenzen hinweg deutlich vor Augen“, sagte Weigel. „Aber jedes Bemühen beginnt im Kleinen. Und so verbinden wir das Wichtige mit dem Angenehmen und halten unsere Städtepartnerschaften – vor allem auch die mit Castelfranco Emilia – hoch.“ Weigel erinnerte an die Foto-Ausstellung im Juli, die der Club Italiano mit Unterstützung des Fotoclubs Studio’s 983 Manzolino organisiert hatte. Sie sei auf großes Interesse in Marktredwitz gestoßen. Besondere Begeisterung hätten die kostbaren Originalgewänder hervorgerufen, die das Comitato La San Nicola als Leihgabe zur Verfügung gestellt hatte. Auch die vom Club Italiano sorgfältig erstellte Chronik zur Städtepartnerschaft habe großen Anklang gefunden. „An all diesen Dingen sieht man, dass unsere Städtepartnerschaft nicht nur aus Urkunden und Erinnerungen besteht, sondern wirklich aktiv gelebt wird “, sagte Oliver Weigel. Er freute sich, dass die Freundschaft mit der Unterzeichnung einer neuen Partnerschafts-Urkunde erneuert wurde: „Möge unsere Freundschaft immer so stark bleiben wie die altehrwürdigen Mauern der Villa Sorra. Auf noch viele gemeinsame Jahre. Viva l’amicizia.“

Spendenübergabe und Kirchen

Grußworte sprachen außerdem Giovanni Degli Angeli, Präsident der Associazione San Nicola, und Albin Artmann, Vorsitzender des Club Italiano Marktredwitz.

Krönender Abschluss der Feier war die Erneuerung der Städtepartnerschaft mit einer Urkunde. Nach dem offiziellen Teil trafen sich die Gäste zu Gesprächen im Garten der Villa. Die Marktredwitzer nahmen am Abend am beliebten „Tortellinifest“ von Castelfranco Emilia teil. Auch hier wussten die Marktredwitzer Musiker zu überzeugen.

Das renovierte archäologische Museum stand am dritten Tag auf dem Programm. Hier fand auch die Spendenübergabe des Club Italiano an den Verein „Forum Gallorum“ statt. Der Betrag in Höhe von 600 Euro stammte aus dem Bierverkauf am Freitag. Der Verein Forum Gallorum erklärt unter anderem Kindern und Jugendlichen die Geschichte von Castelfranco Emilia.

Auch der Acetaia comunale stattete die Marktredwitzer Degelation einen Besuch ab. Dort gab es Wissenswertes über die Herstellung des Aceto Balsamico zu erfahren. Am Nachmittag zeigte Professor Emilio Rocchi den Gästen die Kirche Santa Maria, mit dem Bild „la Madonna Assunta“ von Guido Reni, die Ausstellung von Paolo Tavoni am Sitz von Proloco und die Kirche San Giacomo con la „Beata Vergine“ di Elisabetta Sirani.

Nach der Besichtigung der Fotoausstellung „25 Jahre Städtepartnerschaft“ hieß es auch schon wieder Abschiednehmen aus Castelfranco Emilia.

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