Standortsuche Selbitz will Wohnmobile locken

Urlaub mit Wohnmobilen sind im Trend. Foto: dpa/Mohssen Assanimoghaddam

In Selbitz soll ein Wohnmobilstellplatz gebaut werden. Wo, das soll sich im Lauf dieses Jahres ergeben. Zur Diskussion stehen die Fläche am ehemaligen Hallenbad oder eine Variante im Zentrum der Stadt.

Selbitz - Angeschoben hat das Thema Wohnmobile in Selbitz die ÜWG-Fraktion mit einem Antrag für den Bau eines Stellplatzes am Gelände des ehemaligen Hallenbads. Nach ausgiebiger Diskussion in der jüngsten Sitzung des Stadtrats über die Größenordnung und mögliche Standorte einigte sich das Gremium darauf, in den nächsten Monaten über das Thema zu beraten und für das Haushaltsjahr 2022 Mittel für dieses Projekt einzuplanen.

Kein Schnellschuss

Stadtbaumeister Roland Weiß warnte das Gremium davor, mit einem Schnellschuss eine Situation zu schaffen, die am Ende nicht dem Ziel dient, ein neues gut frequentiertes Angebot für Urlauber zu schaffen, sondern die Kommune unverhältnismäßig viel Geld koste, ohne zusätzlichen Nutzen zu schaffen. Weiß brachte eigene Erfahrungen ein, die er als früherer Mitarbeiter im Bauamt der Stadt Rehau sammeln konnte. Vor einer Entscheidung müssten alle Räte im Detail formulieren: Was für einen Stellplatz wollen wir? Die Bandbreite der möglichen Lösungen sei groß , „von der Billigvariante bis zum schicken gut ausgestatteten Komfortplatz ist alles möglich“. Weiß sprach den Stellplatz in Rehau an, wo auf Schotter für 160 000 Euro zwölf Stellplätze entstanden seien. Im Gegensatz zu diesem Angebot sei Oberkotzau ein bestens ausgestatteter Platz für Wohnmobile entstanden, „hier handelt es sich um eine gut befestigte Anlage für bis zu 19 Wohnmobile in einer ansprechenden Parkanlage mit WC-Gebäude, Waschmaschinen und viel Komfort für 900 000 Euro. Es ist ein wunderschöner Platz, man muss jedoch vorher wissen, was man will“.

Vorbild Oberkotzau

Christian Reinisch (ÜWG), der den Antrag mitformuliert hatte, verwies auf steigende Belegungszahlen in Oberkotzau: „Die Buchungen haben sich seit der Eröffnung ver-x-facht.“ In seiner fachlichen Einschätzung kam der Stadtbaumeister dennoch zu dem Ergebnis, dass der Wohnmobilstellplatz nicht kostendeckend unterhalten werden könne.

„Eine Minimal-Version am Hallenbad mit einer Entsorgungsstation und ein paar Steckdosen für vergleichsweise kleines Geld bringen nach meiner Überzeugung unserer Stadt keinen Mehrwert“, warnte Roland Weiß. „Wenn wir wollen, dass die Camper einen Wohnmobilstellplatz nicht nur als Kurzaufenthalt für eine Nacht während der Fahrt in den Süden nutzen, sondern auch in die Stadt zum Einkaufen oder Einkehren nutzen, ist das abseits gelegene Gelände am Hallenbad nicht geeignet“, sagte Roland Weiß und schlug eine Fläche im Stadtzentrum vor. Deshalb empfahl er dem Stadtrat zunächst zu entscheiden, was in welchem Bereich der Stadt entstehen soll. „Also auf jeden Fall kein unüberlegter Schnellschuss.“

Leupoldsgrün profitiert

Klaus Adelt (SPD/Grüne) erinnerte an bereits einige Jahre zurückliegende Diskussionen zu diesem Thema. „Wir hatten damals den Josef-Witt-Platz als Standort angedacht. Das war jedoch einige Zeit, bevor der Wohnmobil-Boom losging.“ Aus den vielfältigen Ausbaustufen, von kostenlosen Plätzen bis hin zu gut frequentierten Standorten mit Tagespauschalen bis zu 15 Euro pro Tag sei alles möglich. Gleiches gelte für den Standort: Während einige ihre Anlagen im Außenbereich der Kommunen, bevorzugt von Naturliebhabern und Outdoorsportlern, platzierten, setzten andere Kommunen auf Wohnmobilstellplätze in zentraler Lage. „Schaut einfach in die Nachbargemeinde Leupoldsgrün, die seit wenigen Jahren einen Stellplatz anbietet. In jedem Campingführer wird der gut ausgestattete Platz positiv erwähnt und bringt der Gemeinde Besucher, die sonst Leupoldsgrün nicht besuchen würden“, sagte Klaus Adelt.

CSU-Rat Matthias Busch argumentierte für einen Stellplatz im Außenbereich: „Alle haben in der Regel Fahrräder dabei, die Mobile werden ständig größer, deshalb wäre die Fläche am alten Hallenbad optimal.“

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