Starkregen in Hof und Umland Helfer im Dauereinsatz

red

Am Freitagmorgen gehen über Hof und Umgebung starke Regenfälle nieder. Die Integrierte Leitstelle meldet vor allem Hof als Schwerpunkt der Einsätze.

Hof/Köditz - Erst schien es ruhig zu bleiben, dann öffneten sich die Himmelsschleusen heftig: Starke Regenfälle im Zuge des Tiefs „Arno“ haben am Freitagmorgen die Einsatzkräfte in Stadt und Landkreis Hof auf Trab gehalten. Während der Landkreis Wunsiedel nach Auskunft der Inte­grierten Leitstelle (ILS) Hochfranken verschont blieb, konzentrierte sich der Starkregen vor allem auf die Stadt Hof und die umliegenden Gemeinden Feilitzsch, Köditz mit den Ortsteilen Brunnenthal und Saalenstein sowie Selbitz mit dem Ortsteil Rothenbürg.

Bis zum Mittag zählte die Leitstelle 57 Einsätze, die die Feuerwehren und die Bauhöfe abzuarbeiten hatten. „Viele Straßen wurden überflutet, einige Keller sind vollgelaufen“, sagt Udo Müller, stellvertretender Leiter der ILS auf Anfrage. Auf dem Gelände der ehemaligen Firma Fraas am Holzwiesenweg in Hof musste das Technische Hilfswerk aus Bayreuth anrücken. Hier drohte, das Wasser in eine Trafostation einzudringen. Die Einsatzkräfte konnten dies allerdings mit Sandsäcken verhindern.

Schon am frühen Freitagmorgen war es auf der A 93 zu einem Unfall gekommen, bei dem der Regen eine Rolle spielte. Ein 25-Jähriger war gegen 4.40 Uhr mit seinem Auto Richtung Norden unterwegs, als er bei Rehau einen Sattelzug überholen wollte. Weil er zu schnell unterwegs war, setzte Aquaplaning ein, das Auto geriet ins Schleudern und krachte in die Mittelschutzplanke. Der junge Mann verletzte sich schwer. Die Feuerwehren aus Rehau, Trogen und Regnitzlosau mussten ihn aus dem Auto bergen, indem sie das Dach abtrennten. Der Schaden liegt nach Einschätzung der Polizei bei 13 000 Euro.

Für die Leitstelle begann das Gros der Arbeit einige Stunden später. Die Meldungen über umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und überflutete Straßen häuften sich ab etwa 8 Uhr am Freitagmorgen. Dabei sind die Vorfälle zwar zahlreich, aus Sicht der Einsatzkräfte im Einzelnen aber recht harmlos gewesen, wie Udo Müller erklärt. „Das hat auch mit unserer geografischen Vorteilslage am Fichtelgebirge zu tun“, sagt Müller. Die meisten gemeldeten Unwetter würden sich am Hufeisen teilen und dadurch deutlich an Vehemenz verlieren. Aber: „Immer wenn es von Osten kommt, trifft es uns am härtesten“, sagt er. In den vergangenen Woche habe der Deutsche Wetterdienst (DWD) beinahe täglich Unwetterwarnungen herausgegeben. „Davon sind am Ende eigentlich nur zwei übrig geblieben“, sagt Müller. Einmal vor zwei Wochen und eben an diesem Freitag.

Einer der stärker betroffenen Orte ist Köditz. Hier hat die übergelaufene Göstra im Laufe des Vormittags den Sportplatz und einige angrenzende Wege unter Wasser gesetzt. „Wir haben vorsorglich die Übernachtung der Schulkinder im Kindergarten abgesagt“, sagt Bürgermeister Matthias Beyer am Mittag auf Anfrage. Von einer Räumung des Kindergartens wegen Hochwasser könne nicht die Rede sein. Bei der Absage handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme – für den Fall, dass es am Nachmittag oder Abend noch mal stärker regnen sollte.

Zeitweise waren streckenweise auch die Autobahnen in der Region überflutet. Zu Unfällen kam es dabei laut Udo Müller am Vormittag aber nicht.

Am Nachmittag hat sich die Lage weithin entspannt. Zwar ziehen immer noch dunkle Wolken über die Region, doch der heftige Regen bleibt aus. 70 Einsätze sind zu diesem Zeitpunkt aufgelaufen. 60 betrafen die Feuerwehren, zehn hat die Leitstelle an die Kommunen und Baulastträger der Straßen weitergegeben, also etwa die Autobahnmeistereien. „Wir rechnen nicht mehr mit stärkstem Niederschlag“, heißt es aus der Leitstelle.

 

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