Stefanie Hertel in Oberkotzau Mehr als Worte: Friedensaktion im Fernwehpark

Silke Meier

Stefanie Hertel war am Dienstag mit Mann und Tochter für ein Friedenskonzert in Oberkotzau. Ihr Besuch mündete in Gedanken an den Krieg in der Ukraine.

„Wir sind heute hier, an diesem Ort, weil wir Mut machen wollen und die Gemeinschaft stärken,“ sagt Stefanie Hertel am Dienstag im Fernwehpark in Oberkotzau. Die Patchwork-Familie und Band mit dem Namen „More than Words“ ist für gut eine Stunde im Park. Die drei – Mutter Stefanie Hertel, Ehemann Leopold „Lanny“ Lanner und Tochter Johanna Mross – signieren eine Tafel, drücken die Hände in weiche Masse und geben eine kleine Kostprobe aus dem Repertoire, das beim Konzert am 17. Mai in der Saaletalhalle, dann wieder in Oberkotzau, zu hören sein wird.

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Klaus Beer, Initiator des Fernwehparks, versteht die Schildersammlung als ein Friedensprojekt. „Wir heben die Hände gegen Rassismus, gegen Ausländerfeindlichkeit und für die Erhaltung der Lebensräume.“ Beer fordert vom 120 Gästen kräftigen Applaus gegen den Krieg und für den Frieden. Wütend und entsetzt sei er über den Krieg gegen die Ukraine. „Die Emotionen kann ich nicht in Worte fassen“, meint er und: „Ich hoffe, dass dieser Mensch, der eine Bedrohung für die ganze Welt ist, entmachtet wird.“

Pastor Waldemar Zelmer von der Freien Christengemeinde Hof berichtet aus 23 Jahren, in denen Hilfstransporte nach Osteuropa rollen. Die Ukraine habe Zellmer durchreist, den Menschen nahe von Tschernobyl Kartoffeln gebracht und im Dreiländereck Ungarn-Slowakei-Ukraine ein Haus gekauft, um Schulkindern Sommerferien zu ermöglichen. Auch jetzt, in Kriegszeiten und großer Not, hilft Zelmer unermüdlich weiter. Ein Lastwagen mit Nudeln im Wert von 20 000 Euro soll bald starten. Zellmer zeigt sich mitfühlend: „Mir fehlen die schärfsten Worte,“ sagt er und spricht ein Gebet für den Frieden.

„Lanny“ Lanner und Familie versprühen Optimismus. „Wir wollen nach vorne schauen und hoffen, dass es besser wird,“ sagt Lanner. Der Sänger, Gitarrist und Komponist schreibt Lieder, die Dankbarkeit, Liebe und Glück ausdrücken. Auf die Frage von Beer, was Fernweh sei, antwortet Lanner, er sei mit 22 Jahren um die Welt getourt, war in der Karibik und in Paris. Fernweh kenne er als ein Gefühl, das ihn nach Hause zieht: „Wenn ich da nicht bin, dann habe ich Fernweh.“

1200 Euro sind zusammengekommen: Das Geld geht an Pastor Zelmers Aktion „Nächstenhilfe in Hof“.