Friedrich appelliert an Spahn Hof Corona-Spitzenreiter in Deutschland

Hans-Peter Friedrich Foto: Andreas Gebert/dpa

Die Corona-Zahlen in der Stadt Hof und im Kreis Wunsiedel steigen und steigen und steigen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete fordert deshalb den Gesundheitsminister zum Umdenken auf.

Hof - Der Unmut wächst, nicht nur in der Bevölkerung. Die Stadt Hof (343) und der Landkreis Wunsiedel (315) führten am Freitag die deutschlandweite Inzidenztabelle des Robert-Koch-Institutes an. Für Hans-Peter Friedrich, CSU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Hof/Wunsiedel, muss das Bundes-Gesundheitsministerium umdenken. Das schreibt der Nailaer in einem Brief an Jens Spahn, der unserer Zeitung vorliegt. „Tschechien bekommt die Ausbreitung des Corona-Virus offensichtlich nicht in den Griff“, schreibt Friedrich, „das schlägt bei uns durch.“

Trotz verschärfter Einreisebestimmungen und gut ausgebauter Testkapazitäten gelinge es nicht, die Zahl der Neuinfektionen und damit der Sieben-Tage-Inzidenzen zu reduzieren. „Es war richtig, dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten von der Inzidenzmarke von 35 abgerückt sind. Die damit verbundene Aussicht auf eine Rückkehr zur Normalität hilft den Menschen, durchzuhalten. In Ostbayern helfen diese Aussichten auf Lockerungen leider niemandem, denn die Marke von 50, ab der Öffnungen möglich sein sollen, ist in den nächsten Wochen aller Voraussicht nach nicht zu erreichen“, so Friedrich.

Die Region werde durch die Grenznähe „auf nicht absehbare Zeit mit einem im deutschlandweiten Vergleich stark erhöhten Infektionsrisiko leben müssen“, schreibt der Abgeordnete.

Aktuell würden ihn, Friedrich, täglich mehrfach die Anrufe und Zuschriften verzweifelter Bürger erreichen, die nicht mehr nachvollziehen könnten, „warum unsere Zahlen noch immer derart hoch sind, obwohl wirklich alle an einem Strang ziehen, wir hervorragend organisierte Teststationen, strenge Kontrollen an den Grenzen und erfolgreiche Testkonzepte in den Unternehmen haben, es gehen Existenzen kaputt“.

Friedrich nimmt den Bund in die Pflicht. Der wolle zwar die Impfverordnung so ändern, dass die Länder ihren Impfstoff für Menschen in Grenzgebieten prioritär einsetzen können, damit schiebe das Bundesgesundheitsministerium die Verantwortung aber nur weiter. Für die EU-Politik und alle grenzüberschreitenden Angelegenheiten im zusammenwachsenden Europa sei der Bund selbst zuständig. „Ich halte es deswegen für unabdingbar, dass den Bundesländern mit solchen schwer betroffenen Grenzregionen zusätzliche Impfdosen zugewiesen werden.“

Getrieben von den aktuellen Entwicklungen äußerten sich am Freitag auch Klaus Adelt, SPD-Landtagsabgeordneter aus Selbitz, und Uli Grötsch aus Weiden, der für die Partei im Bundestag sitzt. „Wir haben enge und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu Tschechien, viele pendeln zur Arbeit. Wir leben in der Mitte Europas, und jetzt ist die Grenze für viele zu“, beklagt Adelt am Grenzübergang Schirnding. „Das ist für Beschäftigte und Betriebe eine sehr schwierige Situation.“ Für den SPD-Abgeordneten ist deshalb klar: So notwendig die Maßnahmen an der Grenze gegenwärtig auch sein mögen, „Schlagbäume dürfen nicht zur neuen Normalität in Zeiten von Corona werden“. Dass das Nachbarland deshalb mit Impfstofflieferungen unterstützt wird, hält Adelt für richtig.

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