Steuerberater überlastet Hofer Filmtage: Hauptversammlung mit Komplikationen

„Ich fasse mich so kurz wie mein Haar“, sagte Thorsten Schaumann, im Bild zusammen mit Andreas Walter, stellvertretender Vorsitzender des Cine-Centers, Foto: asz.

In der allgemeinen Kino-Krise bleibt der künstlerische Leiter Thorsten Schaumann optimistisch.

Hof — Traditionell liegt der Termin für die Jahresversammlung des Vereins Cine-Centers im Weihnachtsmonat Dezember. Aber weil das Treffen im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen musste, drängte das Amtsgericht diesmal auf einen früheren Termin. Thematisch standen naturgemäß die vom Cine-Center veranstalteten Internationalen Hofer Filmtage im Mittelpunkt.

Vom 26. bis zum 31. Oktober werden sie ihre 55. Auflage erleben. „Ich freu mich schon sehr“, sagte ihr künstlerischer Leiter Thorsten Schaumann, der mitteilte, dass das Festival, wie schon beim „wahnsinnigen Kraftakt“ im Jahr 2020, erneut hybrid angeboten wird. Das gesamte Programm ist sowohl im Kino als auch online – dort sogar bis zum 7. November – zu sehen. Im ersten Coronajahr habe Hof als einziges Festival in Deutschland diese doppelte Präsentation hingekriegt, sagte Schaumann: „Wir haben gezeigt, was wir können.“

Auch in diesem Jahr werden die Filmtage wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm unter dem Motto „Hof plus“ anbieten, Formate aus eigener Produktion, darunter ein „Late Night Talk“, gehören dazu. Auch werden zwei neue Preise für Kurzfilme vergeben. Auf Partys wird wie im Vorjahr verzichtet.

In einem Gespräch sagte Schaumann, in großen Teilen stehe das Programm schon fest. Zwar sei das Kino insgesamt durch Corona in eine Krise geraten, dennoch bleibe er optimistisch. Kino sei immer wieder totgesagt worden, und doch lebe es weiter. Auch die wachsende Konkurrenz durch Streamingdienste werde nicht das Ende bedeuten: „Wir müssen uns ins Zeug legen und an einem Strang ziehen. Ich selbst halte auch in der AG Filmfestival Kontakt zu allen Verbündeten, die sich für das Kultur-gut Film und das Kino einsetzen. Hof ist bereit.“

Bei den Wahlen hat die Versammlung den fünfköpfigen Vereinsvorstand bestätigt – dieser konnte aber nicht entlastet werden. Der Grund: Der vom Verein beauftragte Steuerberater hatte wegen der Vielzahl der zu erfassenden Buchungen keine Gewinn- und Verlust-Rechnung vorlegen können; somit war die Kassenprüfung nicht möglich. In der Versammlung hieß es dazu, dass Steuerberater in Deutschland allgemein stark überlastet seien; es fehle an Personal.

 

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