Straßensanierung in Bad Steben Misch- oder Trennsystem, das ist noch die Frage

Sandra Hüttner
  Foto: /Manfred Köhler

In Obersteben wird die Bachwiesenstraße grundlegen saniert. Dabei denkt die Gemeinde auch gleich an Wasser und Abwasser. Noch ist einiges offen, wie bei einer Infoveranstaltung zu erfahren war.

Die Bürgerinfoveranstaltung im Bad Stebener Ortsteil Obersteben hat gut 150 Interessierte angezogen, die sich über die Erneuerung der Bachwiesenstraße mit komplettem Austausch der Wasserleitung sowie Sanierung des Abwasserkanals informieren wollten. Neben Bürgermeister Bert Horn (CSU) waren auch externe Fachleute gekommen, um das Vorgehen zu eruieren. Dabei lag der Hauptpart bei Matthias Köhler vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Bad Steben, der die bereits getätigten Maßnahmen und die Pläne erläuterte.

Noch nicht entschieden ist, ob im Zuge der Baumaßnahme das bisherige Mischsystem im Kanalbereich beibehalten oder ein Trennsystem eingeführt wird. Letztes würde dann Investitionen und Bautätigkeiten der Grundstückseigentümer bedeuten, da diese auch auf ihrem Anwesen die nötigen Voraussetzungen schaffen müssten. Die Planungen laufen seit 2020. Bei den vorbereitenden Untersuchungen des Ingenieurbüros Köhler stellte sich heraus, dass eine intensivere Planung und Neukonzeption der Sanierung notwendig sein würden.

22 Haltungen im Ortsnetz und 15 im Hauptsammler seien überlastet, berichtete Köhler. „Die Planung für das Mischsystem ist fertig und stellt die kostengünstigere Lösung dar, aber das Trennsystem ist wasserwirtschaftlich die bessere Lösung und wir bauen für die Zukunft“, bilanzierte Köhler. Er nannte Gründe für das Trennsystem: größere Sicherheit bei Starkregenereignissen, mehr Wasserführung bei Trockenheit im Pfarrbach, Reduzierung des Fremdwasseranteils, Reduzierung der Betriebskosten (Gebühren, Energie) und der Belastung des Hauptsammlers und die Chance, Bäche, Gräben und Drainagen besser einzubinden sowie Regenwasser bei Trockenheit zu nutzen.

Zur Straßensanierung gab es nur kurze Informationen: Die Bachwiesenstraße wird ausgebaut, wobei der Raum für Fußgänger nach Möglichkeit vergrößert werden und der Straßenraum barrierefrei gestaltet werden soll. Die Aufenthaltsqualität soll an mehreren Orten steigen. und Aufwertung durch verschiedene Materialien und Begrünung.

Das Maßnahmegebiet erstreckt sich von der Klinik Frankenwarte bis zur Kreuzung Steinbacher Straße sowie zur Kreuzung von Alter Steinbacher Weg und Weberweg – rund um das Feuerwehrgerätehaus. Es werden dabei bis zu 3,5 Kilometer an Abwasserkanälen erneuert beziehungsweise saniert, bei der Trink- und Löschwasserversorgung sind es zirka 1,8 Kilometer, bei den Straßen zirka 1,8 Kilometer. Unterm Strich eines der größten Infrastrukturprojekte des Marktes Bad Steben der vergangenen Jahrzehnte.

„Beim Straßenbau besteht nach Auskunft der Regierung von Oberfranken die Möglichkeit einer Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)“, informierte der Bürgermeister. Es sei mit einem Fördersatz von etwa 60 Prozent zu rechnen. „Zudem haben sich im Bereich Wasser und Abwasser staatliche Fördermöglichkeiten aufgetan, die wir im Interesse der Bevölkerung nutzen wollen, um letztendlich die als Folge der Baumaßnahme zu erwartenden Preissteigerungen bei Wasser und Abwasser möglichst gering zu halten.“ Auf die Frage, was auf die Bürger im Rahmen der Straßensanierung an Kosten zukommt, lautete die schlichte Antwort: „Keine“.

Es gibt noch keinen Termin für den Baubeginn und demzufolge auch keinen für den Abschluss der Maßnahme. „Mein ganz persönliches Ziel ist es, bis zum Ende meiner Amtszeit als Bad Stebener Bürgermeister am 30. April 2026 die Projekte Bachwiesenstraße in Obersteben und Dorferneuerung Carlsgrün abzuschließen“, sagte Horn.

Die Frage, ob es in Obersteben künftig einen Radweg geben werde, verneinte Matthias Köhler. Eine Verbreiterung der Straße sei durch die Wohnbebauung nicht möglich.

 

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