Vereinzelt nimmt die Kamera auch ihren Blickwinkel ein: Wie sie etwa Vladimirs Muskeln taxiert, ihre Augen an seinem Hals entlang gleiten. Immer wieder schweift die Professorin ab in Tagträume – in Sexfantasien mit Vladimir.
Die Frau im Fokus
Aber auch auf noch eine Weise wurde die gängige Erzählweise ähnlicher Geschichten umgekehrt: Die Frau in der Zweierkonstellation spricht über ihre Begierden und ihre Besessenheit, nicht der Mann.
Daher trage die Serie auch den Titel "Vladimir" - also den Namen des Mannes, erläuterte Julia May Jonas, die die gut verkaufte Romanvorlage mit gleichem Titel sowie das Serien-Drehbuch geschrieben hat.
"Es ist eine Anspielung auf Romane, die nach den jungen Frauen benannt sind, von denen der Mann besessen ist", erklärte Jonas bei Tudum, dem Fanhub von Netflix. "Wir werden über dieses Thema der Besessenheit sprechen, und ich wollte die Perspektive umkehren und es aus der Sicht einer Frau erzählen."