"Zwei Frauen für alle Felle"
Die ARD beschreibt ihre Reihe "Zwei Frauen für alle Felle" wie folgt: "Zwei leidenschaftliche Tierärztinnen, ein idyllisches Naumburger Praxisleben und packende tierärztliche Fälle."
Die Spielfilmreihe "Zwei Frauen für alle Felle" ist im Herbst 2025 mit zwei Filmen im Ersten gestartet und wird nun mit zwei weiteren Filmen fortgesetzt (lineare Ausstrahlung am 6. und am 13. März; in der ARD-Mediathek seit 5. März).
Die Hauptfigur Maja Freydank wird von Bettina Zimmermann gespielt, sie wird von der ambitionierten Kollegin Julia Kramer (Meriel Hinsching) unterstützt.
In der dritten Episode ("Pferdeliebe") gibt es beispielsweise einen besonderen Fokus auf Pferde, Turnierreiten und Kindheitsträume. Außerdem geht es in der Reihe auch um Herausforderungen von Trennung und Patchworkfamilien. Schauspielerin Zimmermann hat nach eigenem Bekunden eine enge Beziehung zu Tieren, weil sie mit der NABU-Station ihrer Mutter aufgewachsen ist.
Realitätscheck
Die Heimatfilmidylle der neuen Tierärztinnenserien hat wohl nur bedingt mit der Realität im echten Praxisalltag zu tun.
Die Tendenz zu Frauen in den Hauptrollen ist durchaus realistisch. Die Tiermedizin ist in Deutschland mit einem überwältigenden Studentinnenanteil und etwa 66 Prozent Anteil an praktizierenden Tierärzten fest in weiblicher Hand.
Traumberuf?
In wohl keinem anderen Beruf müssen Menschen allerdings so rasch und oft über Leben und Tod entscheiden wie als Tierarzt. Außerdem ist es eine enorme psychische Herausforderung, mit den schnell mal heftigen Emotionen der Tierhalter oder deren Unverständnis für Kosten klarzukommen.
Nur knapp die Hälfte der Veterinäre empfindet ihren Beruf im Allgemeinen als wertgeschätzt. Das fand eine 2024 veröffentlichte Studie von Boehringer Ingelheim in sechs Ländern, darunter Deutschland, heraus.
In einer anderen Studie von der FU Berlin und der Universität Leipzig wurde einst die Häufigkeit von Depressionen bei Tiermedizinerinnen und -medizinern untersucht. Die Ergebnisse zeigten: Von den mehr als 3.000 Teilnehmenden hatte rund ein Fünftel aktuell Suizidgedanken und mehr als ein Viertel klinisch auffällige Werte in Sachen Depressivität. Diese Werte sind vier- bis sechsmal höher als in der deutschen Gesamtbevölkerung.