Streit um die E-Autos CSU will Kulmbacher Tiefgaragen öffnen

Kulmbach hat es bundesweit in die Schlagzeilen gebracht, als die Stadt die Tiefgaragen für E-Autos gesperrt hat. Die CSU verlangt nun eine Kehrtwende.

Kulmbach - Die Kulmbacher Stadtratsfraktion hat einen Antrag gestellt, dass Elektroautos wieder in die städtischen Parkgaragen in Kulmbach fahren dürfen. Die hatte OB Ingo Lehmann SPD) vor einigen Wochen für die Stromer und Hybride sperren lassen, weil die Brandgefahr zu groß sei. „Inzwischen liegen aus unserer Sicht belastbare Fakten vor, die diese sicher aus Vorsicht getroffene Maßnahme überflüssig machen“, schreiben Dr. Michael Pfitzner und Wolfram Brehm und fordern, die Sperrung wieder aufzuheben.

Die Prüforganisation Dekra habe in einer Studie festgestellt, dass die Gefahr, dass ein Elektro- oder Hybridauto Feuer fängt, nicht höher ist als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. „Zudem haben Experimente überregionaler Feuerwehren gezeigt, dass die Intensität eines Fahrzeugbrandes von der Antriebsart unabhängig ist und vielmehr von den verwendeten Materialien abhängt. Auch hier gibt es keinen Unterschied zwischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Elektroautos.“

Darüber hinaus hätten Experten des Deutschen Feuerwehrverbandes für den vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz deutlich gemacht, dass Einsatzkräfte der Feuerwehr mit entsprechender Ausrüstung und Schulung auch Elektrofahrzeuge löschen können. Im Falle einer baurechtskonform errichteten Garage sei für diese Experten eine Sperrung für alternativ angetriebene Pkw aus brandschutztechnischer Sicht nicht angezeigt.

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) halte unter Berufung auf seine Schadenstatistiken ein Parkverbot für unberechtigt. Der GDV habe keinerlei Hinweise, dass Elektrofahrzeuge häufiger brennen als Autos mit Verbrennungsmotor und sehe wegen des brennbaren Treibstoffs im Tank sogar eine höhere Brandlast bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

„Die Stadt Kulmbach ist nach Recherche der Medien bundesweit die einzige Stadt, die ein derartiges Verbot umgesetzt hat. Aus unserer Sicht ist das nicht verhältnismäßig“, argumentieren die Verfasser des Antrags.

Die Forderungen der CSU-Stadtratsfraktion:

  • Das Einfahrverbot für Elektro- und Hybridfahrzeuge in die Tiefgarage unter dem EKU-Platz sowie das Parkhaus Basteigasse wird aufgehoben.
  • Für Elektro- und Hybridfahrzeuge werden in der Tiefgarage und dem Parkhaus in Abstimmung mit der Feuerwehr Stellplätze in unmittelbarer Zu- und Ausfahrtnähe ausgewiesen.
  • Für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kulmbach werden kurzfristig Löschdecken für Fahrzeugbrände beschafft. Dafür sollen sich auch schon mögliche Sponsoren aus dem Kreis Kulmbacher Unternehmer gemeldet haben.
  • Die Einsatzkräfte der Feuerwehr werden im Umgang mit den Löschdecken geschult. Die Besonderheiten von Bränden bei Elektrofahrzeugen sollen berücksichtigt werden.
 

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