Den Satz mit dem Altenheim sagt Gerhard Plietsch freilich bewusst provokativ. „Ohne Migration wäre Hof ein Altenheim, schon jetzt.“ Das haben seine Studenten und er beim Blick auf die Zahlen des Einwohnermeldeamts so ziemlich als erstes erfasst. Die 60- bis 70-Jährigen machen unter den Hofern ohne Migrationshintergrund (Männern wie Frauen) den mit Abstand größten Anteil aus, auch leben mehr 80- bis 90-Jährige in der Stadt als Fünf- bis Zehnjährige. Der Altersaufbau der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sieht da ganz anders aus: viele Kinder zwischen fünf und zehn, exorbitant viele Männer um die 30 (hauptsächlich Syrer), sehr viele Frauen mit 40 (Ukrainerinnen), und viele Männer und Frauen zwischen 50 und 60 (Türken); dazu kaum noch Wahl-Hofer jenseits der 60. Was das für eine Stadt wie Hof bedeutet, gehört zu den vielen Fragen, mit denen sich eine Gruppe Soziologie-Studenten der Hochschule Hof befasst hat.