Wäre der Bayerische Hof ein Mensch, würde die Diagnose des Arztes lauten: Kerngesund! Der Schönheitschirurg würde jedoch anmerken: Hier gibt es noch viel zu tun. In der Stadtratssitzung vergangene Woche attestiert der Lichtenberger Architekt Bernd Hüttner dem fast 200 Jahre alten Gebäude einen sehr guten Zustand. „Keine versteckten Schäden, keine statischen Probleme.“ Da kann der Chef der Kommunalen Wohnungswirtschaft Münchberg (KWM), Michael Dietel, aufatmen. Die KWM, ein Eigenbetrieb der Stadt, hat den Bayerischen Hof vor zwei Jahren gekauft. Der Beschluss fiel einstimmig; man wollte verhindern, dass das ortsprägende Haus an prominenter Stelle in falsche Hände gerät. Ein Investor war damals im Gespräch. Doch den wollte man nicht in Münchberg. „Er hat im Landkreis schon Spuren hinterlassen, die die Kommunen jetzt ausbaden müssen“, erinnert Bürgermeister Christian Zuber das Gremium. Es sei also wichtig gewesen, auf so einem Gebäude selbst die Hand drauf zu haben. Doch was passiert jetzt damit? Die dortige Gaststätte hat vor Kurzem geschlossen. Eine Wohnung ist momentan genutzt.