Sturm „Hendrik“ Herbststurm fegt übers Kulmbacher Land

Stefan Linß und
An zahlreichen Stellen im ganzen Landkreis waren die Feuerwehren gefordert, um umgestürzte Bäume aus dem Weg zu räumen und Straßen wieder befahrbar zu machen. Foto: Feuerwehr Kulmbach

Sturm Hendrik hat den Feuerwehren im Landkreis Kulmbach etliche Einsätze im Minutentakt abverlangt. Am Rehberg war schweres Gerät nötig.

Kulmbach - Von Presseck bis Kasendorf, von Oberdornlach bis Marktschorgast – der ganze Landkreis war am Donnerstag Einsatzgebiet für die Feuerwehren. Sturmtief „Ignatz“ hat zahlreiche Bäume umgeknickt und entwurzelt. Etliche Straßen waren blockiert. Deshalb kam es vielerorts zu Verkehrsbehinderungen. Menschen wurden glücklicherweise bei dem Unwetter nicht verletzt. Auch von Sachschäden ist nichts bekannt. Von kurz nach 7 Uhr bis zur Mittagszeit mussten insgesamt 30 Feuerwehren zu 25 Einsätzen ausrücken.

Sturm hält Feuerwehr in Atem

„Aus sämtlichen Ecken des Landkreises kamen die Notrufe“, berichtet Feuerwehrsprecher Yves Wächter. In Presseck, Wartenfels und Zaubach ging es los. Danach war der südliche Landkreis rund um Kasendorf betroffen. In Neudorf musste die Feuerwehr mit Unterstützung der Drehleiter einen dicken Ast eines Baumes kappen, um Schlimmeres zu verhindern. Bei Oberdornlach war die Bundesstraße 85 von einem umgestürzten Baum blockiert. Auch in Seidenhof wurde die Hilfe der Wehrleute benötigt, ebenso in Reichenbach, Kauernburg und Kupferberg.

Die Liste der Orte, in denen die Feuerwehr aktiv werden musste, wurde im Laufe des Vormittags immer länger. Es kamen noch Einsätze in Thurnau, Proß, Lösau, Menchau, Kirchleus und Neudrossenfeld hinzu. In allen Fällen waren umgeknickte oder entwurzelte Bäume das Problem. „Auch viele kleine Feuerwehren waren draußen“, sagt Feuerwehrsprecher Wächter.

Bei Harsdorf war am Morgen ein Baum auf die Bahnstrecke gefallen und hatte die Schienen blockiert. Deswegen kam es Yves Wächter zufolge in dem Bereich zu Zugverspätungen.

Stromausfälle im Oberland

Stromausfälle gab es in Niederndobrach und Wernstein. Auch im Kulmbacher Oberland hat Sturm „Hendrik“ zeitweise das Licht ausgeknipst. In Presseck, Walberngrün und auch in Hohenberg wurde es finster. Die Ausfälle haben jeweils aber nur kurze Zeit gedauert, dann sei alles wieder gelaufen, berichtet Feuerwehrsprecher Wächter. Es lagen keine Meldungen vor, dass in unmittelbarer Umgebung der betroffenen Ortschaften Leitungen von umstürzenden Bäumen getroffen worden sind. Wächter berichtet aber, dass bei Gefrees eine Oberlandleitung durch einen umstürzenden Baum beschädigt worden ist.

Sieben Mal musste die Kulmbacher Feuerwehr, unterstützt auch von Stadtteilwehren und der Wehr aus Kauerndorf, wegen des Sturms am Donnerstag ausrücken, sagt Stadtbrandmeister Michael Weich. In allen Fällen waren Bäume auf Fahrbahnen gestürzt und mussten von den Einsatzkräften zersägt und weggeräumt werden. Sachschaden ist laut dem Einsatzleiter im Kulmbacher Stadtgebiet in keinem Fall entstanden.

Försterin rückt mit schwerem Gerät an

Vor einem besonders mächtigen Baum, den der Sturm am Rehberg entwurzelt hatte, mussten die Feuerwehrleute aber kapitulieren. Der Baum hatte sich in einen anderen verkeilt und hing meterhoch über einer Straße. Die Feuerwehr kam mit ihren Bordmitteln nicht weiter. Weil wegen des Geländes auch die Drehleiter nicht eingesetzt werden konnte, sprang Stadtförsterin Carmen Hombach ein. Sie schickte eine schwere Holzrückemaschine auf den Weg, die den mächtigen Stamm schließlich aus dem Weg schaffte.

Wie von den Meteorologen vorhergesagt, hat sich die Macht von „Hendrik“ zwischen 12.30 und 13 Uhr im Kulmbacher Land dann deutlich abgeschwächt. Gegen 14 Uhr meldete Michael Weich: „Alles abgearbeitet und aufgeräumt.“

Eigene Sicherheit geht vor

Wie Yves Wächter erklärte, wurde die amtliche Sturmwarnung für den Landkreis Kulmbach am Donnerstagnachmittag aufgehoben. Das Schlimmste ist seitdem vorüber, aber es bleibt immer noch recht windig. Der Bevölkerung rät der Feuerwehrsprecher, Fenster und Türen geschlossen zu halten und nur ins Freie zu gehen, wenn es unbedingt nötig ist. Wer in Waldgebieten unterwegs ist, sollte diese bei Sturm unbedingt verlassen.

Am Morgen hatte Yves Wächter die Bevölkerung gewarnt, Fenstern und Türen geschlossen zu halten. Ins Freie sollte nur der gehen, der es auf keinen Fall vermeiden kann. Auch lose Gegenstände in Gärten, wie etwa Trampolins oder auch Gartenmöbel und Mülltonnen, sollten gesichert werden, um zu vermeiden, dass der Sturm sie erfasst und die herumfliegenden Teile Schäden anrichten.

Allerdings warnt Yves Wächter: „Die Eigensicherung geht immer vor. Wer sich sicher ist, dass er gefahrlos eingreifen kann, der darf gern die Initiative ergreifen, wenn es gilt, nur einen Ast zur Seite zu räumen.“ Selbstverständlich greife bei größeren Sturmschäden immer die Feuerwehr ein.

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