SuedOstLink Jetzt kommen die Kabel

Der Netzbetreiber Tennet startet im Landkreis Hof mit dem Kabeleinzug in Bayern. Ab 2027 soll der SuedOstLink Windenergie aus dem Nordosten in den Süden und Sonnenstrom aus Bayern in den Norden transportieren.

Von einer riesigen Kabeltrommel wird das Erdkabel in die Grube gelegt. Foto: Tennet

Ab 2027 soll der SuedOstLink Windenergie aus Nordostdeutschland in den Süden und Sonnenstrom aus Bayern in den Norden transportieren und so die Versorgungssicherheit in Deutschland unterstützen. Nachdem die Bundesnetzagentur am 27. September den Planfeststellungsbeschluss für den bayerischen Abschnitt C1 von Münchenreuth im Landkreis Hof bis Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel erteilt hatte, startete der Netzbetreiber Tennet einer Mitteilung zufolge umgehend mit den Vorbereitungen. In diesem Bauabschnitt seien daher teilweise bereits die etwa 1,90 Meter tiefen Kabelgräben ausgehoben, Schutzrohre verlegt sowie Horizontalspürbohrungen ausgeführt. Mit dem ersten Kabeleinzug bei Münchenreuth starte nun eine wesentliche Bauaktivität in der Umsetzung dieses Schlüsselprojekts der Energiewende.

Nach der Werbung weiterlesen

Tim Meyerjürgens, COO von Tennet, sagt: „Der erste Kabeleinzug für den SuedOstLink markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einem zukunftsfähigen Stromnetz, das unsere Versorgung sicherer, kostengünstiger und klimafreundlicher macht.“ Der Bauablauf für den SuedOstLink, an dem auch der Kabelhersteller Prysmian maßgeblich beteiligt ist, folgt laut Tennet einem logistisch anspruchsvollen Zeitplan. Zunächst werden die etwa 1,90 Meter tiefen Kabelgräben ausgehoben und die Schutzrohre verlegt, die die Stromkabel schützen. Anschließend werden die Kabelgräben wieder verfüllt. Wo die Stromtrasse Straßen, Gleise oder Flüsse kreuzt, kommen besondere Bau- und Verlegeverfahren zum Einsatz, wie zum Beispiel Spühlrohrverfahren (HDD), Pressbohrverfahren oder Mikrotunnelbauverfahren. Die Kabeltrommeln werden vom Bayernhafen Regensburg oder Hafen Kelheim mittels Schwerlasttransport zur Baustelle transportiert. Danach erfolgt der Kabeleinzug: Dafür werden sogenannte Muffengruben ausgebaut. Die Kabel werden dort mithilfe einer Seilwinde in die Schutzrohranlage eingezogen und miteinander verbunden. Jeder Kabeleinzug entspricht der Länge einer Kabeltrommel von bis zu 1,7 Kilometern Länge. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Muffengrube zurückgebaut und die Leitung ist vollständig unterirdisch.

Im Laufe der nächsten Monate werden in den fertiggestellten Bauabschnitten sukzessive weitere Kabel eingezogen und fertiggestellt.