Tag der offenen Gartentür Kleine Kraftquellen im Alltag

Gabi Schnetter

Am Sonntag, 26. Juni, ist es nach zweijähriger Corona-Pause, mal wieder soweit: in ganz Oberfranken öffnen Gärten von 10 bis 17 Uhr ihre Türen für alle Interessenten.

An diesen heißen Sommertagen genießt man vor allem eines im weitläufigen Garten von Birgit Landskron: den Schatten. Schatten, den der alte Walnussbaum ebenso spendet wie die Kirsche und die Mirabelle, die von der Ramblerrose Veilchenblau malerisch überrankt wird. Und die vielen Ruheplätze, die es hier gibt: im Strandkorb – denn alle in der Familie Landskron sind Nordseefans – ebenso wie auf der geflochtenen Bank rund um den Nussbaum, oder auf den Stühlen, die sich um das Gestell einer gusseisernen Nähmaschine gruppieren, die – mithilfe einer Holzplatte zum Tisch umfunktioniert wurde. In alten Sachen Neues entdecken, recyceln und das, was andere Leute nicht mehr brauchen, einsetzen, dafür ist Birgit Landskron Fachfrau. Und nicht nur dafür braucht sie Platz, viel Platz. „Ich brauche einfach einen großen Garten um mich herum.“

Ein Paradies für Kinder

Die eigenen vier Kinder hat das Ehepaar, das 2004 nach Neuenmarkt gezogen ist, hier großgezogen und jetzt sind es Pflegekinder, die es genießen, dass überall Spielmöglichkeiten bestehen.

Flechten mit Weiden

Rund um den Strandkorb, der mitten im Sand steht, hat sie Rosen und Sanddorn gepflanzt in Erinnerung an manche Urlaube. Im Sand liegen Backförmchen, Rechen und Schaufel. Und dahinter gedeihen zwei Kopfweiden, die Jahr für Jahr geschnitten werden, und somit nicht nur ihre typische Form behalten, sondern auch das Material liefern für ein weiteres Hobby von Birgit Landskron: das Weidenflechten. Die Liebe dazu hat eine Freundin geweckt, eine gelernte Korbmacherin aus Lichtenfels. „Und viel habe ich mir auch aus dem Internet angeeignet,“ sagt sie. So entstehen die verschiedensten Objekte. Stammstücke, die geflochtene Lehnen erhalten, Beetbegrenzungen oder auch dekorative Kletterhilfen. Im Baum selbst wieder Urlaubserinnerungen. Ein Windspiel, gefertigt aus einem Stück Treibholz und selbst gesammelten Muscheln.

Rose und Orgelpfeife

Rosen, die nicht nur ein altes Wagenrad überranken, sondern auch eine mächtige Orgelpfeife. „Die haben wir hier in der Kirche ersteigert, als die Restaurierung anstand.“ Dazwischen pflegt Birgit Landskron auch ihre Gemüsebeete, die biologisch bewirtschaftet werden. Zur Zeit mit Schafwolle und Mulch gegen die Schnecken. „Auch wenn das manchmal frustrierend ist, wenn sich der Erfolg nicht einstellt.“ Im Gartenhaus steht zwischen all dem Kinderspielzeug auch ein Holzbett mit einem Baldachin darüber. „Im Sommer schlafe ich manchmal hier.“ Der Garten ist für Birgit Landskron Ausgleich zum Alltag, eine Kraftquelle, sagt sie. „Da kann ich einfach abschalten und ganz für mich sein.“


Welche Gärten in Oberfranken sich noch am Tag der offenen Gartentür beteiligen: https://www.ogv-oberfranken.de/gartentuer.php

 

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