Team-Check FC Eintracht Münchberg „Es geht nur um den Klassenerhalt“

„Mal sehen, was auf uns zukommt“: Markus Bächer, Trainer des Aufsteigers FC Eintracht Münchberg. Foto: Michael Ott

Markus Bächer geht das Abenteuer Landesliga mit Demut an. Der Trainer des Aufsteigers FC Eintracht Münchberg warnt vor überzogenen Erwartungen.

Münchberg - 34 Jahre haben sich Verantwortliche und Fans des FC Eintracht Münchberg gedulden müssen. Nun ist der Klub zurück auf Verbandsebene: An diesem Freitag, 18.30 Uhr, erwartet der Landesliga-Aufsteiger zum Saisonauftakt den TSV Neudrossenfeld.

„Das ist gleich ein dicker Brocken“, sagt Meistertrainer Markus Bächer. Der 37-Jährige, als Spieler auch schon in der Bayernliga unterwegs, weiß, was auf seine Mannschaft nun zukommen wird: „Das ist jetzt noch mal eine ganz andere Qualität in dieser Liga. Da wird es keine schwachen Gegner mehr geben.“ Hätte in der Bezirksliga auch mal eine etwas schwächere Leistung genügt, um nach 90 Minuten zu punkten, müsse seine Mannschaft nun jede Woche 100 Prozent Leistung abrufen, „sonst stehst du am Ende ohne Zähler da“.

Das Saisonziel und

die Voraussetzungen

Bächer warnt vorab vor überzogenen Erwartungen: „Für uns als Neuling geht es nur um den Klassenerhalt.“ Der könnte schon nach dem 18. Spieltag eingetütet werden. Läuft alles wie geplant, wird am Wochenende 20./21. November die Vorrundengruppe abgeschlossen. Bekanntlich spielt die Landesliga Nordost erstmals in dieser Saison nach einem neuen Modus. Die ersten vier der Vorrundengruppe 1 spielen dann in der Aufstiegsrunde mit den ersten vier der zweiten Vorrundengruppe den Landesliga-Titelträger aus.

Bächer winkt jedoch gleich ab: „Es wäre schon etwas vermessen, uns unter diesen ersten vier zu sehen.“ Der Münchberger Coach ist Realist. So sehr er seiner Mannschaft vertraut, andere, die seit Jahren in der Liga eine gute Rolle spielen und/oder einfach auch im monetären Bereich über größere Möglichkeiten verfügen, schätzt er stärker ein. Wobei: Wie stark die Teams aus dem mittelfränkischen Raum sind, darüber ist er sich noch nicht im Klaren. Dazu wolle er die ersten Spieltage und Ergebnisse abwarten. Die Gegner aus der Region kennt er: Den TSV Neudrossenfeld, Kickers Selb, FC Vorwärts Röslau und den SV Mitterteich sieht er einen Tick stärker als seine Münchberger. Einerseits. Andererseits muss jedes Spiel erst einmal gespielt werden. Bangemachen gilt nicht: „Wir werden um jeden Punkt kämpfen.“ Das soll zum Saisonauftakt auch gleich Neudrossenfeld zu spüren bekommen. „Mal sehen, ob wir diese absolute Spitzenmannschaft etwas ärgern können.“

Die Saisonvorbereitung – kaum Blessuren, gute Ergebnisse

Die Basis für einen guten Start in die Spielzeit jedenfalls legte Bächer mit seinen Jungs in der Saisonvorbereitung. Dank eines dosierten Trainings – „Jogging und spezifisches Fußballtraining sind halt doch zwei paar Schuhe“ – hielten sich muskuläre Probleme bei seinen Spielern aber in Grenzen. Die Trainingsbeteiligung sei sehr gut gewesen. Die Stimmung in der Mannschaft prächtig. „Da ist schon noch die Euphorie spürbar über den Aufstieg. Für viele ist die Landesliga Neuland. Da freuen sich alle drauf. Sie wollen sich beweisen.“

Probleme machten in der Vorbereitung allenfalls die Testgegner. Nicht etwa auf dem Platz, sondern weil Spiele kurzfristig abgesagt wurden. Von den Ergebnissen zeigt sich Bächer durchaus angetan. Den Bezirksligisten SpVgg Selbitz etwa besiegte Münchberg 2:0, die Generalprobe gegen den Südwest-Landesligisten Sylvia Ebersdorf entschied die Bächer-Elf mit 2:1 für sich. „Mit der Vorbereitung war ich zufrieden, und die Testspiele haben mir nicht nur von den Ergebnissen her gefallen. Aber Test ist Test, davon können wir uns nichts kaufen. Jetzt wird es ernst, jetzt geht es um Punkte.“

Der Kader – die Meistermannschaft plus fünf Neue

Aus dem Kader des Aufsteigers verabschiedete sich nur der Ersatztorwart, diesen Part übernimmt Neuzugang Jonas Nüssel, der wie Julian Schrepfer vom Kreisligisten TuS Schauenstein zum FCE stieß. Dazu streifen sich nun auch Matteo Kolb (Sportring Bayreuth), Michael Söllner (SV Friesen) und Stefan Stumpf (FC Waldstein) das Münchberger Trikot über. Bächer steht damit ein breiter Kader zur Verfügung – drei Torhüter und 20 Feldspieler. „Es ist eine gute Mischung aus jungen, hungrigen und schon etwas erfahreneren Spielern“, sagt der Coach. Was er in den Testspielen schon mit Freude feststellen durfte, dass „ich nun sehr variabler aufstellen und spielen lassen kann“. Auf jeder Position gebe es nun „gesunde Konkurrenz“.

Im Zentrum all seiner Überlegungen werden wohl aber immer seine zwei Top-Torjäger stehen: Thorsten Lang und Lucas Köhler. Ob sie in der Landesliga auch so treffen werden wie in der Bezirksliga? „Ich hoffe es. Wir werden ihre Tore brauchen.“

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