Sobald sich Sinner zum Seitenwechsel setzte, wickelte er ein kühlendes Eis-Handtuch um seinen Nacken. Bei den French Open hatte Zverev davon profitiert, dass der Südtiroler in der Hitze körperlich eingebrochen und sensationell in der zweiten Runde ausgeschieden war.
Bei unter 30 Grad Celsius war das Wetter am Wimbledon-Finaltag nicht der entscheidende Faktor. Zverev spielte weiter aggressiv, ging ins Risiko. Gegen die Aufschläge des 1,98 Meter großen Hamburgers fand Sinner lange kein Mittel - bis zum zweiten Tiebreak, in dem Zverev sein Niveau nicht halten konnte und deutlich den Kürzeren zog.
Zu Beginn des dritten Satzes nahm Zverev gleich mehrere Energiegels beim Seitenwechsel zu sich. Sinner wirkte frischer, kam zunehmend besser in die Partie und besser mit den Aufschlägen des Hamburgers zurecht.
Schrecksekunde und Schlägerwurf
Doch plötzlich wackelte Sinner. Bei seiner ersten Breakchance im gesamten Match sorgte Zverev allerdings für einen Schreckmoment, rutschte aus, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, fasste sich ans Knie. Sinner eilte herüber, und half dem Kontrahenten auf - und Zverev konnte weiterspielen. Nachdem er zweieinhalb Sätze kein Break kassiert hatte, gab die deutsche Nummer eins kurz darauf erstmals den Aufschlag zum 3:5 ab. Enttäuscht schleuderte der 29-Jährige seinen Schläger zur Seite.
Nach dem nächsten Satzverlust verschwand Zverev vom Centre Court. Der Weg zum Triumph war nun noch weiter geworden. Mit dem Aufschlagverlust im vierten Satz war das Endspiel entschieden.