Test Jaguar F-Pace P400e Der Brocken

Eric Waha

Eleganz trifft Hybrid: Jaguar hat den F-Pace, das große SUV aus Coventry, nachgeschärft. Optisch außen, haptisch und mit noch mehr Luxus innen. Und um der Zeit gerecht zu werden, gibt es den F-Pace jetzt auch als Plug-in-Hybrid mit theoretisch 59 Kilometern Reichweite. In der Praxis geht der E-Motor ein wenig zulasten der Praxistauglichkeit – zum Beispiel, weil der Kofferraum deutlich schrumpft. Ein vergnügen ist der F-Pace trotzdem.

Autotest - Jaguar. Allein der Name steht für das Katzenhafte in der Fortbewegung. Das haben die säuselnden Sechszylinder in den edlen XJs genauso beherrscht wie die Zwölfender. Aber noch besser, da müssen die Gusseisernen ganz stark sein, kann das der F-Pace mit diesem motorischen Doppelpack, den sie P400e nennen. Du legst ab in deiner Einfahrt. Nur das Knirschen von – selbstverständlich – weißem Kies unter den 265/45er Planierraupenwalzen auf 21-zölligem Aluminium verraten, dass der Dampfer Kurs nimmt auf ein Ziel deiner Wahl.

404 PS Systemleistung

Das ist Fahren heute. Unterwegs sein in einem Auto, das Geländewagen und Sportler gleichzeitig ist. Mit einem Motor, der Benzin verbrennt und einem, der Strom verbrät. Die Entscheidung der Art der Fortbewegung nimmt der F-Pace P400e dir dankenswerterweise ab: Ist der 17,1 Kilowattstunden fassende Akku voll – am Schnellader in 86 Minuten, bis 80 Prozent in einer halben Stunde – ist der 143 PS starke Elektromotor Mittel der Wahl. Mit dem schleichst du wie auf Jaguars Pfötchen. Hat der Akku nach rund 45 Kilometern fertig, oder willst du den kompletten Schmalz der 640 Newtonmeter Drehmoment abschöpfen, spannen sich der 300 PS starke Turbo-Vierzylinder und der Stromer zu 404 PS Systemleistung zusammen: Was dann knapp 2,2 Tonnen Auto in 5,3 Sekunden auf Tempo 100 wuchtet. Die Achtgang-Automatik legt butterweich die Fahrstufen ein, was zu dem hoch feinen Ambiente passt, in dem der F-Pace dich zum Ziel trägt.

Üppige Serienausstattung

Neben der Hybrid-Motorisierung ist das deutlich nachgeschärfte Design des facegelifteten F-Pace außen und vor allem der komplett überarbeitete Innenraum ein Quantensprung. Stilsicher gemacht, nobel ausgestattet. Wenn du dich mit den Lenkrad-Knöpfchen und -Rädchen angefreundet hast, auch vergleichsweise logisch zu bedienen. Wer die S-Ausstattung wählt, der bekommt für ziemlich glatt 75 000 Euro ein eigentlich komplett ausgestattetes, fahrendes Wohnzimmer, mit einer ellenlangen Liste an Assistenten. Du sitzt auf elfenbeinfarbigem Leder. Und kannst dir für den Gegenwert eines Kleinwagens noch einmal eine Latte an Wünschen erfüllen – darunter für 3500 Euro Massagefunktion für die Sitze oder ein Panoramadach für knapp 1300 Euro. Gerhart Polt würde fragen: „Braucht’s das?“ Die Antwort ist einfach: „Klar!“ Weil’s so schön prickelt im Bauchnabel und sich halt einfach gut anfühlt.

2,4 Liter bleiben natürlich ein Traum

Der F-Pace als Kompromiss zwischen Geländewagen und Sportler kann allerdings trotz eines straffen Fahrwerks und einer feinfühlig-direkten Lenkung weder Gewicht noch Breite verhehlen, wenn du ihn über kurviges Geläuf treibst. Auch sind sich E- Maschine und Verbrenner manchmal nicht spontan einig, wer jetzt zuerst den Kraftschluss herstellt, was zu unwilligem Ruckeln führt. Was die Praxistauglichkeit ein wenig einschränkt, ist der Katzen- – oder Jaguar-? – Buckel im Kofferraum, der wegen des Elektro-Packs den Platz einschränkt. Tja, und der Verbrauch – der ist auch so ein Thema. Von 2,4 Litern Super kannst du gerne träumen, während du über Kies knirschst. 7,4 werden es auf der Testrunde. Mit geladenem Akku, der aber halt schnell erschöpft ist.

 

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