Testspiel gegen Club II Hofer Bayern verkaufen sich teuer

Karsten Repert

Was wird die Saison 2022/2023 bringen? Erste Erkenntnisse liegen nun vor. Die U-21-Kicker des 1. FC Nürnberg haben die SpVgg Bayern Hof mit 2:1 in Stammbach besiegt.

Schwere Beine von der harten Auftakttrainingswoche und dann noch 35 Grad im Schatten. Da musst du dich als Fußballer schon ganz schön quälen. Umso erfreulicher kam der Auftritt beider Teams am Hitzesamstag in Stammbach rüber. Auf dem Sportplatz an der Grabenstraße wurden 310 Zuschauer bestens unterhalten. Nürnberg-Coach Christian Fiel hielt den Ball ganz flach: „Wir haben uns bewegt, es hat sich keiner verletzt und das Ergebnis spielt heute ohnehin keine Rolle.“

Ein wenig konnte man aus den Worten des ehemaligen Bundesligaspielers schon heraushören, dass von seinem Regionalliga-Kader bald etwas mehr erwartet wird. Als neutraler Beobachter tummelte sich mit „Fußballgott“ Ingo Walther Prominenz im Publikum: „Nürnberg war in der ersten Halbzeit deutlich aktiver. Fürs Anschwitzen wars okay. Aber in der zweiten Halbzeit habe ich dann starke Hofer Bayern gesehen. Die Jungs haben Potenzial“, glaubt der ehemalige Greuther Fürth-Profi und Kultfigur der SpVgg Bayreuth.

Entsprechend gut gelaunt kommentierte Neu-Trainer Perparim Gashi seine Premiere auf der Bank der Hofer Bayern: „Wir wollen ja eine stressfreie Saison in der Bayernliga spielen. Da müssen wir uns voll reinhängen. Mit unserer zweiten Halbzeit bin ich zufrieden. Wir waren am Ende dem 2:2-Ausgleich sehr, sehr nahe. Aber unsere beiden Gegentore ordnen wir der Kategorie ungewöhnlich und unbedingt vermeidbar zu.“

Stimmt. Beim 1:0 durch Nikola Komljenovic (16.) staunte sogar Schiedsrichter Kenny Abieba (KSD Hajduk), als er nach einem 55-Meter-Flugball zum Anstoßpunkt zeigen musste. Der Nürnberger hatte mit geschultem Blick offenbar genau „ausgemessen“ wie weit Bayern-Keeper Nico Preißler vor seinem Kasten stand, abgedrückt und perfekt getroffen. Beim 2:0 durch Tim Sausen (23.) senkte sich das Streitobjekt ebenso im hohen Bogen ins lange Eck, weil die Jungs von der Grünen Au anfänglich noch etwas grünschnäblig verteidigten.

Doch die Hintermannschaft um Taktgeber und Kapitän Tom Feulner steigerte sich im weiteren Verlauf deutlich. „Klar, wir hatten natürlich auch zwei, dreimal Glück, dass wir kein weiteres Gegentor kassiert haben“, räumte der Hofer Cheftrainer Perparim Gashi ein. Mit starken Paraden entschärfte Bayern-Schlussmann Nico Preißler bis zum Schlusspfiff alle Nürnberger Möglichkeiten. Und spätestens nach dem überlegt zum Abschluss gebrachten 1:2-Anschlusstreffer der Hofer durch Yannik Frey (44.) duellierten sich beide Kontrahenten auf Augenhöhe. Die größte Bayern-Chance besaß kurz vor dem Abpfiff Matej Kyndl, der am überragend reagierenden FCN-Torwart Nicolas Ortegel scheiterte.

Alles in allem durfte sich der FC Stammbach als Gastgeber über das Lob der Hofer und Nürnberger Funktionäre freuen, zu denen auch Michael Wiesinger als Leiter des FCN-Nachwuchsleistungszentrums gehörte. David Benker, der Vorstandsvorsitzende des FC Stammbach sagte: „Ich möchte mich bei beiden Vereinen, allen Helfern und allen Sponsoren herzlich bedanken. Das war toll!“

Die Stammbacher freuen sich nun auf ihr großes Sportfest (1. bis 3. Juli) mit zwölf Spielen binnen 48 Stunden. Höhepunkte sind am Sportfestsonntag die Begegnungen zwischen dem FC Eintracht Münchberg und Kickers Selb (13 Uhr) und das Hauptspiel zwischen dem Oberligadritten VFC Plauen und dem Bayernliga-Aufsteiger TSV Kornburg (17 Uhr).

 

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