Teures Projekt Oberkotzau lässt Radweg ausbauen

Die Marktgemeinde beteiligt sich am „Flüsseradweg“ im Landkreis – auch wenn die Finanzierung nicht leicht fällt. Ist der Ausbau in dieser Größe wirklich nötig?

Von der Schwarzen Brücke in Richtung Döhlau lässt die Gemeinde Oberkotzau den Radweg asphaltieren und ausbauen. Foto: Gödde

Auf einer Strecke von rund 90 Kilometern im Landkreis Hof soll eines Tages der Flüsseradweg die Radnetze entlang von Main, Saale und Elster miteinander verbinden. Dafür werden im Landkreis 57 Kilometer Radwege neu oder weiter ausgebaut. Zwölf Gemeinden und der Landkreis Hof beteiligen sich – auch die Marktgemeinde Oberkotzau. Hier soll der Flüsseradweg auf dem bisherigen Saaleradweg verlaufen, den die Gemeinde deshalb ausbauen und asphaltieren lässt. Dies hat der Bauausschuss, dem in der jüngsten Sitzung die Planungen des Ingenieurbüros und die Kostenberechnungen vorlagen, per Beschluss bekräftigt.

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Der Abschnitt verläuft parallel zur Saale beziehungsweise zur Bahnlinie und reicht von der Schwarzen Brücke bis zur Döhlauer Gemeindegrenze. Die veranschlagten Kosten für die „Ertüchtigung“ liegen bei 837 600 Euro und abzüglich Grunderwerb bei 828 560 Euro. Oberkotzau kann mit einer Förderung von 68,5 Prozent rechnen – damit verbleibt ein Eigenanteil von gut 261 000 Euro. „Das ist eine sehr gute Förderkulisse“, sagte Bürgermeister Stefan Breuer. Dennoch sei der Eigenanteil sehr stattlich; ihn zu stemmen, werde nicht einfach. Um die Förderung zu erhalten, müsse das Projekt aber jetzt umgesetzt werden. „Wir sollten über den Tellerrand hinausschauen und das machen“, empfahl der Bürgermeister.

Auch der Gemeinderat war dieser Meinung. Erich Pöhlmann (CSU) verwies auf die Zählung in Hof, der zufolge die Zahl der Fahrradfahrer um zwölf Prozent gestiegen ist (die Frankenpost berichtete), was darauf schließen lasse, dass auch in Oberkotzau mehr Radler unterwegs seien. Michael Rödel (SPD) fragte allerdings, ob es sein müsse, dass der Weg für landwirtschaftliche Fahrzeuge stellenweise – nahe der Gemeindegrenze zu Döhlau – auf bis zu drei Meter verbreitert wird; dazu kämen noch 50 bis 75 Zentimeter Bankett. Dort seien doch nur sehr wenige Fahrzeuge unterwegs, monierte Rödel. Breuer antwortete, auch der Ausbau für die Landwirtschaft zähle zu den Förderkriterien.

Der Gemeinderat stimmte dem weiteren Vorgehen zu: Die Verwaltung wird nun die staatliche Förderung beantragen.