Textilmuseum Helmbrechts Kreativität mit kleinen Stoffstückchen

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Tradition bis Moderne XII“ im Oberfränkischen Textilmuseum in Helmbrechts stehen (von links) Bürgermeister Stefan Pöhlmann, Barbara Lange und Ulrike Oelschlegel vor dem Werk „Blickstick“, das die meisten Punkte der Jury erhielt. Foto: Bußler

Die Patchwork-Wanderausstellung „Tradition bis Moderne XII“ macht Station in Helmbrechts. Ein Besuch ist möglich, unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen.

Helmbrechts - Im Turnus von drei Jahren ruft die Patchwork-Gilde Deutschland ihre Mitglieder zu einem Wettbewerb auf und bittet um Einsendung selbst angefertigter, qualitativ ansprechender Quilts – das sind aus Stoffstücken zusammengesetzte und gesteppte Decken. Vorgaben gab es nur wenige; so können die kreativen Handwerker ohne eine Festlegung auf ein Thema, eine Technik oder eine Größe ihre eigenen Ideen umsetzen. Eine hochkarätig besetzte, unabhängige Jury bewertet die Arbeiten. Schließlich werden die am besten beurteilten 40 Exemplare – diesmal von 117 eingesandten Stücke von Künstlerinnen aus vier Ländern – in einer Wanderausstellung präsentiert.

Die zwölfte Schau dieser Art macht nun unter dem Motto: „Tradition bis Moderne XII“ in Helmbrechts Station. Seit dem dritten derartigen Wettbewerb ist das Oberfränkische Textilmuseum einer der jeweiligen Standorte der Wanderausstellung.

Allerdings gestaltete sich die Angelegenheit in diesem Fall schwieriger als sonst. Denn wegen der Corona-Pandemie mussten eingeplante Termine ausfallen beziehungsweise verschoben werden.

Umso mehr freuen sich die Organisatoren über die Möglichkeit, in Helmbrechts die herrlichen Unikate, angefertigt sowohl im klassischen als auch im modernen Stil, zeigen zu können.

Die individuell gestalteten Kunstwerke tragen Titel wie „Zwischen den Welten“, „Honig im Kopf“, „Baum im Wandel“, „Leseraum“ und „Kindheitserinnerung“, und auch ein Beethoven-Porträt ist zu betrachten. Die Höchstpunktzahl der Preisrichter erhielt das Werk „Blickstick“ von Monika Flake. Einen Quilt aus dem modernen Bereich von Elke Klein hat die Gilde angekauft.

Zur offiziellen Eröffnung sagte Bürgermeister Stefan Pöhlmann, er hoffe auf regen Besuch – zumindest so viele Gäste, wie es die geltenden Bedingungen zulassen. „Hier stellt die Crème de la Crème der textilen Patchworkerinnen aus“, merkte das Stadtoberhaupt an. Er bedankte sich bei Ulrike Oelschlegel, die als Kuratorin fungiert.

Barbara Lange aus Freising, ehrenamtliche Vorsitzende der Patchwork- Gilde Deutschland, ging auf Einzelheiten zu den Werken ein und stand danach auch als Ansprechpartnerin gern zur Verfügung.

Die Patchworkerin gab der Hoffnung Ausdruck, dass die gezeigte Auswahl die Betrachterinnen und Betrachter zum Nachdenken inspiriert und sie vielleicht zum selber Nähen anregt.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Museums und im Rahmen der geltenden Vorschriften bis zum 29. August 2021 im Obergeschoß des Hauses zu sehen.

Schon zur Eröffnung kamen einige Interessenten aus dem Museumsverein und dem öffentlichen Leben; unter anderen begutachtete Stadtrat Oliver Koller die Unikate.

 

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