Ja, ja. Abgehalfterte Familie lernt die Härte des sozialen Erdgeschosses kennen. Hatten wir alles schon. Fallhöhe und so. So einfach macht es sich Harry Fuhrmann nicht. Er inszeniert am Theater Hof das Drama „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams. Am Freitag ist Premiere. Auf der nach vorne geneigten Bühne wird beleidigt, gekränkt, geschlagen und vergewaltigt. Und doch spricht Fuhrmann von „Unterhaltung“. Im Sinne von „anregend, sich damit auseinandersetzen“. Die Geschichte ist nicht sonderlich komplex, dafür die Charaktere. Blanche, die Southern Belle – die Schöne des Südens – aus ehemals begüterter Familie findet nach wenig glorreicher Vergangenheit in New Orleans Unterschlupf bei ihrer Schwester Stella und deren Mann Stanley (Exkurs: Marlon Brando setzte in dieser Rolle das Fundament seines Ruhms). In diesem Arbeiter-Milieu kommt es zwangsläufig zu Spannungen – und zur Eskalation.